Kino Der alte Mann und der KriegSeite 5/5
–Gibt es in Ihrem Unterbewusstsein einen anonymen, erfolglosen Clint Eastwood? Was wäre aus dem geworden? Wo wäre der jetzt?
»Oh, ich hätte einen Aufstieg bis zum Assistant Manager einer Texaco-Tankstelle hingelegt. Oder, wenn ich nach England gezogen wäre, würde ich vermutlich regelmäßige Zwischenstationen im Pub einschieben, um den Kindern zu entgehen, die daheim schreiend auf mich warten. (lacht) Oder vielleicht wäre ich Pianist geworden; aber dann säße ich jetzt in einer Bar und hätte ein Tässchen für die Trinkgelder auf dem Piano, da wären vielleicht fünf Dollar drin, und irgendjemand käme zum 15. Mal zu mir und würde sagen: Ach, spiel doch noch mal Melancholy Baby für mich.«
Am 25. Februar werden die Oscars verliehen; Letters from Iwo Jima ist mehrfach nominiert, unter anderem in der Kategorie »Bester Film«. In gewissen Momenten hat Eastwoods Schlachtendyptichon den unheimlichen Effekt, dass man den Krieg für ein gemeinsames Ritual der Amerikaner und Japaner hält: die Erweckung und Beseelung einer toten Insel durch Menschenblut, Feuer, Metall.
Man sieht die gewaltige, mit Computeranimation aufs bleierne Meer gezauberte US-Flotte; man ahnt das Hochgefühl der Soldaten, die sich in ihrer Übermacht selbst wie ein sturmgepeitschtes Meer, eine Naturgewalt gefühlt haben müssen. Und man sieht die Japaner, die in die heiße Vulkaninsel Iwo Jima Höhlen hineintreiben, Höhlen, die doch, wie sie sehr wohl wissen, ihre Gräber sein werden.
Die US-Superflotte gegen das beharrliche Grabschaufeln der Japaner – es ist das Bild einer obszönen Übermacht. Eastwood hält es lange fest. So treibt er
sein
Land in die Enge, mit nichts als Kamerablicken, nachgeholter Zeugenschaft. Weiter hätte er sich gar nicht entfernen können von der großen, magischen Texaco-Tankstelle, für die er bestimmt war.
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- Datum 21.01.2009 - 11:57 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 22.02.2007 Nr. 09
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finde seine Antworten aber seltsam in Anbetracht der Tatsachen dass er seine Karriere mit Filem gemacht die immer Gewalt zeigten,ich denke da an seine 'Dirty Harry' Serie.
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