Naturwissenschaftler und andere kluge Männer haben in Chicago die berühmte Uhr des Jüngsten Gerichts von sieben auf fünf Minuten vor zwölf korrigiert. Der renommierte Astrophysiker Stephen Hawking war daran beteiligt und deutete die dramatische Geste als erneute Warnung vor Atomwaffen und dem Klimawandel.

Es sind vertraute Wörter, mit denen das Ende unseres Planeten beschrieben wird, seit der Club of Rome vor über dreißig Jahren begonnen hat, uns darauf hinzuweisen, dass wir dabei seien, unsere Erde zu zerstören. So vertraut sind uns die Warnungen geworden, dass ihre Wirkung nachgelassen hat. Waldsterben? Klar, kennen wir! Vernichtung der Regenwälder? Aber ja doch, muss verhindert werden! So wie es auch unverantwortlich ist, die Meere leer zu fischen. Und der CO 2 -Ausstoß in China ist skandalös. Die sollten endlich gezwungen werden, unsere Rußpartikelfilter zu kaufen.

Und so weiter. Es ist zum Gähnen. Leben wir nicht trotz allem immer länger? Und sogar angenehmer? Wenn in den Alpen der Schnee knapp wird, fliegen wir eben nach Colorado. Oder snowboarden in den Anden. Das Gefummel an der Uhr in Chicago ist nicht nötig, Professor Hawking!

Wir wissen Bescheid – und kümmern uns nicht darum.

Da wird der Mann im Rollstuhl richtig zornig. Es ist fünf vor zwölf, lässt er uns wissen, daran sollen wir denken, und deshalb müssen wir handeln! Immer wieder aufs Neue. Denen, die da profitsüchtig unser aller Leben gefährden, müssen wir die Zähne zeigen! Niemand darf die Erde verwüsten, weil ihm die Börsenkurse wichtiger sind als die Gesundheit seiner Arbeiter. Keinem dürfen wir es durchgehen lassen, wenn er Rettungsmaßnahmen für unseren Planeten als nicht realisierbar bezeichnet. Wer Interessen vertritt, die sich gegen unsere Umwelt richten, wird bei der ersten Gelegenheit abgewählt! Lobbyisten der Großindustrien müssen in die Schranken gewiesen werden, wenn es schon nicht möglich ist, sie einzusperren.

Wer die Geschäfte der Waffenindustrie betreibt, die Chemiekonzerne unterstützt und jeden subventioniert, der den Boden, auf dem wir leben, täglich ein wenig mehr vergiftet – diesen Herrschaften in ihren gepanzerten Limousinen muss die Linie gezeigt werden, hinter der für uns die Notwehr beginnt.

Wir haben eine Macht, die sie fürchten. Es ist die Macht der Konsumenten. Auf dem Zifferblatt der Uhr des Jüngsten Gerichts stellen wir den Sekundenzeiger dar. Klein und scheinbar unbedeutend. Doch wir sind mit dem Uhrwerk verbunden wie eine Zündschnur mit dem Pulverfass.