Leitfiguren Brauchen wir noch Vorbilder?Seite 4/4
Vielleicht ist die Geschichte von Kate Moss nur ein Popmärchen unserer Tage. Auf jeden Fall aber erzählt sie von einer Figur, die einer abstrakten Moral die gebrechliche Wirklichkeit entgegensetzt.
Denn es geht bei Vorbildern heute nicht darum, dass alles, was sie tun, vorbildlich ist. Vielleicht müssen Vorbilder heute in gewisser Weise näher am Leben sein – ohne gleich einen angenommenen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen wie Rudi Dutschke. Vielleicht sind es Menschen wie Helmut Hochschild, der Übergangsdirektor der Rütli-Schule, der einer angeschlagenen Institution neuen Mut gegeben hat.
Die beiden, Kate Moss und Helmut Hochschild, sind ein seltsames Gespann. Aber sie verdeutlichen doch gut, was sich verändert hat. Ruhm ist nichts Abstraktes mehr, wenn jeder berühmt werden kann; Engagement ist nichts Abstraktes mehr, wenn man sich an Schuldirektoren orientiert und nicht an Nobelpreisträgern. Die Vorbilder von heute müssen nicht mehr perfekt sein; es ist gerade ihre Gebrochenheit, die sie zu Vorbildern macht.
»Interessiert dich nichts?«, fragt im Film Prinzessinnenbad Mina einmal ihre Freundin Klara. »Nein«, antwortet die, »also schon, aber…« Dann schweigt sie und streicht sich die blonden Haare aus dem Gesicht.
An Klara, Mina und Tanutscha, diesen drei Mädchen, die zwischen Freiheit und Verlorenheit schweben, sind die Vorbilder von heute vielleicht näher dran, als sie es selbst ahnen.
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Jede Zeit hat ihre Vorbilder - doch welche haben heute noch Bedeutung?
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- Datum 25.09.2007 - 05:12 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 22.02.2007 Nr. 09
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brauchen dann sollten wir nicht unter den Pseudo Promis und anderen aehnlich gepolten Leuten da ihnen suchen.Denn die meisten von den Leuten,die sich permament im Rampenlicht suhlen haben selber keine Ahnung wo sie hinwollen.
Wenn es denn unbedingt ein Mensch mit einem gebrochenen Lebenslauf sein soll, dann habe ich hier den ultimativen Vorschlag anstelle der Kokerei Moss: Einen Menschen, der genug Fehler gemacht hat, um dann aber noch ein Beispiel von Zivilcourage zu geben, an dem sich seine Kritiker noch lange die Zähne ausbeißen werden. Wen ich meine?
Nun, wer war es doch gleich, der gesagt hat: 'Wenn Hitler überhaupt Freunde gehabt hätte, dann wäre ich sein Freund gewesen'?
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