Immobilien Der Albtraum vom eigenen HausSeite 3/3
Von noch dramatischeren Zahlen geht das Center for Responsible Lending aus. Rund zwanzig Prozent der riskanten Hypotheken wird demnach mit dem Verlust der Immobilie enden. Bis Ende des Jahres, so die Studie der Verbraucherschützer, werden 2,2 Millionen US-Haushalte mit schwacher Bonität ihr Haus zwangsversteigern müssen oder mit einer Hypothek belastet sein, die sie in den kommenden Jahren nicht mehr bedienen können. Das wird die gescheiterten Hausbesitzer bis zu 164 Milliarden Dollar kosten. »Von den sozialen Folgen abgesehen, wird sich das besonders in strukturschwachen Gebieten belastend auf die gesamte Wirtschaft auswirken«, sagt Verbraucherrechtlerin Keest.
Noch vor zehn Jahren musste der größte Teil der Darlehen in den Büchern der vielen kleinen Kreditinstitute stehen bleiben und mit entsprechenden Reserven unterlegt werden – bis der Schuldner alle Raten abgestottert hatte. Vor allem die Verbriefung durch die Wall Street erlaubte den Anbietern, das Geschäft mit den riskanteren Hypotheken immer schwunghafter zu betreiben. Dabei waren riskante Hypotheken für Aufkäufer und Anleger in den vergangenen Jahren besonders beliebt, weil es – entsprechend dem höheren Risiko – höhere Zinsen bot. Das Problem ist jetzt: Mit den Ausfällen wollen die Investmentbanken nichts zu tun haben. Sie versuchen derzeit, möglichst viele der faulen Hypotheken an die ursprünglichen Kreditanbieter zurückzugeben – ein Recht, das ihnen das Kleingedruckte einräumt.
Im Dezember zwang Merrill Lynch das Institut ResMae, Hypotheken in Höhe von 308 Millionen Dollar zurückzukaufen, die zu spät oder gar nicht bedient wurden. Der kalifornische Hypothekenspezialist meldete daraufhin Konkurs an. Doch damit ist Merrill Lynch das Problem noch lange nicht los. Allein im Jahr 2006 hatte die Bank 3,5 Milliarden Dollar an Krediten mit schwacher Bonität von ResMae übernommen. Die Großbank HSBC hat derweil mehrere seiner Kreditzulieferer auf die Rücknahme fauler Kredite verklagt. Ein Branchenveteran, der eine Internetseite mit einem »Implode-O-Meter«, einem »Implosionsmesser« der Branche, eingerichtet hat, zählt 23 Institute, die allein seit Dezember existenzbedrohende Verluste meldeten, zum Verkauf stehen oder den Betrieb eingestellt haben.
Beunruhigt durchstöbern jetzt auch Investoren – etwa Pensionsfonds und Hedgefonds – ihre Portfolios. »Ein Qualitätsverlust bei den Hypothekenpapieren könnte sich als Zeitbombe erweisen und zu einem Hedgefonds-Debakel führen«, warnt Christopher Whalen, Analyst und Gründer von Institutional Risk Analytics. Hedgefonds können größere Ausfälle mangels Reserven kaum auffangen. Die Schockwellen könnten so auch die Banken erreichen, die diesen Fonds nicht nur die Papiere verkaufen, sondern auch das Geld für ihre Spekulationen leihen. Gern verweist die Wall Street darauf, dass die Weitergabe des Risikos an verschiedene Marktteilnehmer die Märkte sicherer mache. »Aber das Risiko ist nicht weg, es ist nur verteilt«, sagt Joseph Mason. Der Finanzprofessor der Drexel University legte jüngst als Koautor eine Studie mit alarmierendem Fazit vor: Die neuen Kreditprodukte und die immer komplexeren Beziehungen der Akteure haben den Hypothekenmarkt unberechenbar wie nie zuvor gemacht. »Es ist wie ein Spiel, bei dem sich die Teilnehmer im Dunkeln heiße Kartoffeln zuwerfen – wir wissen erst, wer sie hält, wenn das Licht angeht.«
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- Datum 02.03.2007 - 03:50 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 01.03.2007 Nr. 10
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So funktioniert also der Kapitalismus, dem eigentlich die Grenzen des Wachstums schon seit Jahren hätten bekannt sein können. Ist Amerika jetzt also doch viel knapper bei Kasse, als es eine so starke Wirtschaftsnation überhaupt sein dürfte?
Seit den berühmten Reagonomics hat sich zunächst die amerikanische und in deren Gefolge die internationale Finanzbranche immer erfindungsreicher gezeigt, wenn es um die Neubewertung von Risiken ging oder die Entschuldung der notorischen Vernichter von Vermögenswerten.
Der Alarmruf von Warren Buffet, dass es zwar sehr viele intelligente Leute gäbe, die die Aktien- und Geldmärkte steuern, aber zu wenige mit Erfahrung, lässt befürchten, dass uns hyperintelligente Volltrottel demnächst die grösste Wirtschaftskrise einbrocken, die wir je erlebt haben.
Nur wenn endlich auch einmal die Nutzniesser der 'Schwindeleien' gehörig zur Kasse gebeten werden und die Schuld nicht abermals beim naiven Anleger abgeladen wird, kann eine grössere Katastrophe verhindert werden.
Die Wachstumsbetrüger müssen dingfest gemacht werden.
So ist das eben, aber der Blick auf Amerika trübt die Transparenz.
Ausdem selben Grunde könnten wir die letzten 3 Bundesregierungen geschlossen hinter Gittern bringen, wäre dies strafbar.
Die deutsche Methode betreibt ja dasselbe Spiel, bei uns heißt das nur Aufblähung des Sozialstaates.
Im Prinzip gehtsa immer um das Selbe! Risiken zu Sozialisieren, Gewinne zu Momopolisieren!
und eben auch sehr vergesslich. War nicht der erste Immobiliencrash und wird nicht der letzte sein.
Und die Verantwortlichen werden wie immer weich fallen und gar nicht verstehen wie das überhaupt passieren konnte.
Der Verlierer ist wie immer der kleine Mann, der sein Haus oder seine Pension verliert. Und zehn Jahre später den gleichen Fehler wieder begeht.
In vorigen zwei Jahren war ich längere Zeit zu Besuch in Arizona Phoenix.
So habe ich den Unterschied Sozialismus – Kapitalismus dort erklärt:
Ex-YU: Ab 1974 habe ich 5 Jahre lang 500 DM monatlich auf das Sparkonto zum Haus bauen gelegt. (Oder man konnte nach einigen Jahren von der Firma, wo man beschäftigt war, ein Darlehen bekommen, mit dem man Material kaufen konnte). Nach 5 Jahren habe ich das und den doppelten Kredit bekommen. Mit viel Eigenarbeit und auch mit Hilfe von Freunden war es möglich Rohbau, alle Installationen (cca 300 m2) und die Wohnung in einer Etage, zu finanzieren. Auch wegen der zuerst mässiger und später höherer Inflation war es möglich die Schulden der Bank bis 1986 zurück zu zahlen. (Einige Wirtschaftsprofessoren haben mir erklärt , dass eine Inflation, so bis 10%, für die Wirtschaft gut ist, weil dann bemüht man sich schneller zu wirtschaften). Wenn ihr - nicht nur in SLO - von einem Hügel hinunter schaut, dann seht ihr viele neu Dächer; das war in Sozialismus gebaut!
USA: Die junge Ärztin 29 hat Mitte 2005 ein Haus für etwa 350.000$ gekauft. Alles Hypotheken. Das bedeutet cca 30 Jahre so um 2.000 monatlich – plus Nebenkosten > 600$.
Verliert sie die Arbeit oder wird sie für längere Zeit krank, ist das Haus weg.
(In jener Zeit in YU ist man auf solche Gedanken nicht gekommen, weil das kein Thema war).
Um die Schulden zu bezahlen und sie hilft auch der jüngerer Schwester, arbeitet sie noch zusätzlich cca 15 -20 Stunden wöchentlich in der Apotheke.
Von den zehn Leuten die am Tisch waren, für die ich ein Abendessen vorbereitet habe, hat nur ein 40 jähriger Ingenieur bei Air force, der die ganze Welt kennt, das verstanden und mir recht gegeben.
Für alle Anderen und nicht nur in USA, war das nicht verständlich, weil für sie YU und Sozialismus einem Kerker gleicht.
Die letzte Zahl die ich kenne: Die Preise für Immobilien in Phoenix sind bis zu 40% gefallen.
Tatsächlich geht es dem Häuslebauer und Klein-Spekulanten derzeit in den USA so richtig an den Kragen. Bei Investmentobjekten ist jedoch (fast) kein Einbruch zu verzeichnen. Das gleiche gilt für Objekte deutlich oberhalb der Millionen-Dollar-Grenze. Und da kommen die „Einkäufer“ erstaunlicherweise nicht nur aus Bahrein, Qatar, Kuweit und anderen Nahost-Ländern. Deutschland steht mit knapp 2 Milliarden Dollar und 26% aller ausländischen Immobilieneinkäufe in den USA „mengenmässig“ an zweiter Stelle.
Mehr Informationen und Statistiken hierzu bei http://www.usaimmowelt.de/info_usa.htm, der Webseite eines der Luxusanbieter von USA Immobilien im Nahen Osten und eben auch in Deutschland. Hier findet man einiges an Luxusobjekten von knapp 1 Mio bis hinauf zu sagenhaften 68 Mio. USD.
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