Reproduktionsmedizin Kein Baby auf Krankenschein
Eine Künstliche Befruchtung kostet Paare viel Geld. Und das Bundesverfassungsgericht bestätigt: Unverheiratete müssen die ganze Behandlung zahlen. Das verhindert die Geburt von Tausenden Kindern.
Nicht für alle kostenlos: Die gute Hoffnung
Als sie erfuhr, dass sie auf natürliche Weise nicht schwanger werden kann, blieb Petra Breinert* ungewöhnlich gelassen. In der Jugend war sie mehrmals am Unterleib operiert worden. Sie hatte geahnt, dass es mit dem Kinderkriegen schwierig werden könnte. Ihre Erfahrungen mit früheren Behandlungen machten ihr jedoch Mut. »Ich wusste, dass die Medizin heute viel erreichen kann«, sagt die 28-Jährige. Bestürzt reagierte sie erst, als sie erfuhr, wie viel eine künstliche Befruchtung sie kostet: ein halbes Monatsgehalt pro Versuch. Mittlerweile hat sie zusammen mit ihrem Ehemann 5500 Euro in den Traum vom Kind investiert, ohne dass er bislang in Erfüllung gegangen wäre. Einmal wurde Petra Breinert schwanger, doch sie verlor das Kind in der neunten Woche. Die Dutzende von Hormonspritzen, die unzähligen Arztbesuche, das regelmäßige Bangen, ob es diesmal endlich klappen werde – der Stress einer In-vitro-Fertilisation (IVF) sei enorm, sagt Petra Breinert.
Dass man zudem so viel Geld für die Behandlung von ihr verlange, sei »schlicht unfair«, empört sie sich und spricht für eine Vielzahl von Betroffenen, denen es ähnlich geht. Ungewollte Kinderlosigkeit hat sich zu einer stillen Volkskrankheit entwickelt. Jedes Jahr nehmen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums über 200000 Männer und Frauen fortpflanzungsmedizinischen Rat in Anspruch. Bei rund zehn Prozent aller Paare erweist sich mindestens ein Partner als unfruchtbar.
Gleiches Recht für Ledige? So nicht, sagen die Richter
Doch warum soll die Solidargemeinschaft für die Linderung ihrer Leiden aufkommen? Kinderlosigkeit gilt gemeinhin eben nicht als Krankheit, und es gibt kein Recht auf ein Kind. Genau dieser Argumentation hat sich 2004 der Gesetzgeber weitgehend angeschlossen, als er den Zugang zur Zeugung im Labor erschwerte. Seitdem werden Kinderwunsch-Paare stärker zur Kasse gebeten als jede andere Patientengruppe. Die Reproduktionsmedizin ist zu einer Heilkunst für Wohlhabende geworden.
Petra Breinert wollte diese Ungleichbehandlung nicht länger hinnehmen und zog vor Gericht. Mittlerweile liegen Hunderte Klagen von unfruchtbaren Paaren gegen die finanziellen Belastungen vor. Einen Fall hat das Bundesverfassungsgericht nun am Mittwoch entschieden. Fast genau 25 Jahre nachdem die Schneiderin Maria Wimmelbacher in der Erlanger Universitätsklinik das erste deutsche IVF-Kind zur Welt brachte, hat sich das höchste Gericht damit erstmals zur künstlichen Befruchtung geäußert.
Das Karlsruher Urteil bedeutet allerdings für Sterilitätspatienten und Fortpflanzungsmediziner einen Dämpfer. Die Richter entschieden, dass der Gesetzgeber die Bezahlung einer IVF-Behandlung auf Ehepaare beschränken darf. Ein unverheiratetes Paar sah durch diese Praxis das Gleichheitsgebot verletzt. Doch dies sei nicht der Fall, argumentieren die Richter. Die gesetzliche Krankenversicherung dürfe sehr wohl zwischen ledigen und verheirateten Paaren unterscheiden. Begründung: Die Ehe sei auf Lebenszeit angelegt und biete mehr rechtliche Sicherheit für das Kind.
- Datum 01.03.2007 - 10:55 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 01.03.2007 Nr. 10
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'Das verhindert die Geburt von Tausenden von Kindern! '
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Eigentlich sollten die Krankenkassen alle Anträge auf künstliche Befruchtung ablehnen dürfen - auch die von Ehepaaren. Wer unbedingt Kinder haben will, selbst aber keine kriegen kann, sollte Kinder adoptieren. Damit täte er/sie auch ein besseres Werk. Es gibt schließlich viel zu viele heimatlose, verwaiste Kinder auf der Welt. Mangel an weiteren Kindern besteht wahrlich nicht!
Das Schlimme ist, die uns als 'grotesk' Verurteilenden urteilen ohne diese Situation je erlebt zu haben oder sich da hienein zu versetzen ... wie so oft ... es wird geurteilt in D und nur mal schnell Frust weggemeckert !!! Morgen ist das doch für sie schon wieder längst vergessen. Vielleicht betrifft sie das ja dann doch irgendwann einmal, wenn nicht persönlich, aber vielleicht die eigenen Kindeskinder o.ä., aber darüber denkt man ja nicht nach ... man selber ist nie betroffen, weil, wir sind ja alle 'Bruce Allmächtig' !!
Warum sollte man diese Risikoabsicherung nicht als eine freiwillige Zusatzversicherung anbieten? Da könnten sich alle jungen Leute versichern lassen, die dieses Risiko eben auch abgesichert haben wollen. Es müssen dies ja eben doch nicht alle dieses Problem und Risiko als für sich wichtig und sinnvoll ansehen. Und nur wer sich für diese Versicherung rechtzeitig und vor dem Ernstfall entscheidet, was aber sicher schwer zu prüfen ist, der hätte dann niedrigere Beiträge, als einer, der diese erst kurz vorher abschließt. Sicher müsste man die Beiträge dann auch nach der Entbindung abstottern, das käme dann einer Art Kredit gleich. Solidarprinzip derjenigen, die hier Solidarität wollen und brauchen und eben Kreditgarantie. Das wäre schon auch etwas. (Wenn beide Elternteile eine solche Versicherung abgeschlossen haben spart man mehr ein, sonst muss man (vielleicht) die Hälfte zahlen?). Auch würde so das frühe Nachdenken über diese Frage angeregt, würde so vielleicht auch ein für die Fruchtbarkeit riskantes (Sexual)Verhalten positiv beeinflusst. Sicher wäre die Gestaltung dieser Versicherung nicht ganz einfach.
Ja, wir kommen und sind hier schon in Grenzbereichen. Manche sind froh, dass sie keine Kinder bekommen, andere meinen, dass sie ohne eigene Kinder benachteiligt sind und nicht leben können. So gegensätzlich kann ein und dasselbe Ereignis bewertet werden. Man muss hier deshalb wenigstens aufpassen, dass man nicht nur an seine Position und seine Interessen denkt.
Früher, 19martin60, gab es ja noch keine Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung, da wurde dann wenn schon höchsten der Partner oder die Partnerin gewechselt.
Eines ist wahr, man kann nicht in allen high-tech-Bereichen, die fast alle irgendeine zweifelhafte moralisch-ethische Dimension haben, und sei es der Missbrauch - bzw. Gebrauch - durch das Militär, vor alle das Positive sehen, und nur bei der Gentechnik das Negative betonen.
Warum setzten Sie sich denn nun aber nicht für eine freiwillige Zusatzversicherung für dieses Problem ein, damit hätte man wenigstens einen Teilerfolg, das wäre, finanziell besehen, doch die einzig gerechte und sinnvolle Lösung für die hier z.T. völlig divergierenden Meinungen.
Eine Bemerkung zur Frage des Krankheitsempfindens: Es gibt heute durchaus auch Leute, die den anlagebedingten, androgenetischen Haarausfall als Krankheit empfinden. Sicher ist es ja auch schöner, wenn man allzeit volles Haar hat. Andere hingegen stört das nicht. Auch hier, einem allerdings wirklich rein physiologischem und kosmetischem Problem ist bzw. wäre, wenn die Behandlung sehr teuer ist bzw. wäre, wennschon, die Möglichkeit einer individuellen Zusatzversicherung denkbar - auch wenn jeder Betroffene die gesetzliche Kostenübernahme sicher begrüßen würde. Und darum geht es Ihnen und in dem Beitrag ja wohl auch nur, wer Geld hat, sich die Behandlung zu bezahlen, der muss dann doch wohl nicht ins Ausland fahren, wenn ich das richtig verstanden habe.
1. Durch die Gesetze in Deutschland wird der Erfolg einer künstlichen Befruchtung minimiert; siehe hierzu z.B. die einschlägige Fachliteratur oder lesen Sie nach unter: [ Wir können leider nicht alle Verweise auf andere Internetseiten prüfen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Links gelöscht werden. gez. Die Redaktion ]
2. Pestizide, Umweltverschutzung, ... ist alles ethisch und moralisch unbedenklich, aber die erfolgreiche medizinische Behandlung mögliche Folgen wie Kinderlosigkeit und Unfruchtbarkeit wird mit Hinweis auf sog. 'christliche Werte' als ethisch höchst verwerflich gebrandmarkt und erfolgversprechende Therapien werden verboten
3. Die in Deutschland geltenden Gesetze sind Ergebnis auch der massiven Einflußnahme der Kirchen: so werden alle, auch diejenigen, die andere moralische Vorstellungen haben, missioniert, nur damit die 'Heiligen' im Bundestag ein 'reines Gewissen' haben.
4. Lesen Sie die Beiträge unter [ Wir können leider nicht alle Verweise auf andere Internetseiten prüfen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Links gelöscht werden. gez. Die Redaktion ] und erkennen Sie, wie dotrt Stimmungsmache gegen Gentechnik betrieben wird.
5. Wer eine erfolgreiche künstliche Befruchtung wünscht, muß ins Ausland (St. Petersburg, Prag, Belgien, ...) gehen. Handeln die Menschen dort moralisch verwerflich? Bestimmt nicht! Und warum ist sdies in Deutschland nicht möglich? Sind zu viele Abgeordnete vom Papst und seinen Legionen, Bütteln und Bischgöfen beeinflußt oder von diesen abhängig?
6. Theologische Überzeugungen dürften niemals Gesetz werden, wie dies im Fall der Gentechnik geschehen ist.
7. Der Zynismus nicht Betroffener, auch von Krankenkassen und Politikern gegenüber den Betroffenen kinderlos gebliebenen Paaren ist ungeheuerlich! Ich als Betroffener fühle mich u.a. dadurchg aufs Schwerste in meiner Menwschenwürde und meinen Persönlichkeitsrechten verletzt. Aber das will ja keiner dieser 'Heiligen' wissen...
8. Resumee: Gesetze zur Gentechnik, der Zynismus gegen Betroffene, Minimierung der Erfolge von der Fortpflanzungsmedizin und die Verbote erfolgversprechender Therapien stellen eine moderne Form der Inquisition und Hexenverfolgung dar.
Martin Spiewak setzt Lippenfehlbildungen mit Schönheitsmakeln wie abstehenden Ohren gleich und benutzt noch das Wort Hasenscharte!!! - als Redakteur!!! einer wie ich bisher glaubte seriös recherchierenden Zeitung!!! Das darf im 21.Jahrhundert wohl nicht wahr sein - Herr Spiewak - gehen Sie zur Boulevardpresse!
Denn wie schon mehrfach geäußert bin ich kein Freund von aktiver Bevölkerungspolitik - und sicher soll, ja muss, bzw. müsste, die Vermehrung, das Recht zur Vermehrung abhängig gemacht werden von der Leistungsfähigkeit der Eltern, da darf man sich nichts vormachen. Nur muss diese gerecht und sinnvoll bewertet werden.
Denn, um hier mal eine bzw. die Grenzfallbetrachtung anzustellen. Wenn sich nur noch genetisch bedingt körperlich und geistig Schwerstbehinderte vermehren würden - sie sind ja eben völlig gleichwertig, so die Vorstellung mancher, dann würden deren Kinder, weil bzw. so sie dann ja auch schwerstbehindert sein würden, mit dem Wegfall der noch voll leistungsfähigen Bevölkerung, die deren Leben dann wesentlich mittrug, dann ja auch wegfallen - also sehr unschön enden, denke ich mal .
Und wenn wir, bei Tieren zumindest, nun die Regeln hatten und haben, dass sich die Weibchen immer nach den fittesten und besten Männchen umschauen, die ihrem Nachwuchs die besten Gene und die besten Möglichkeiten bieten, diesen großzuziehen, (dafür balzen die Männchen dann nicht selten ja wie blöd), dann war das die Grundlage für einen großteil der Evolution zumindest im Bereich der höherentwickelten, der bisexuellen, Tiere. Wir dürften hier nicht anders gewesen sein und eben auch immer noch sein.
Sicher sind wir alle Mitglied einer Art, verbindet uns mehr als uns trennt, es trennt uns aber schon auch, für das praktische Leben sehr Bedeutsames.
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