Robbenjagd Tiefroter Schnee

Im März beginnt auf dem kanadischen Treibeis eine blutige Schlacht: Die Pelznachfrage aus Asien steigt, der Robbenfang boomt. Aber auch der Protest gegen die Jagd bringt Geld ein.

Der Frost hatte dieses Jahr Verspätung. Erst im Februar füllte sich der Sankt-Lorenz-Golf mit Eisschollen, die nun wie jedes Jahr von den Wellen an die Küsten geschoben werden. Wenn jetzt im März die Sattelrobben vom Nordpol herabkommen, werden Pack- und Treibeis ihre Kinderstube sein, wie seit Jahrtausenden. Dann füllt sich die schwankende weiße Decke mit Leben. Millionen Robbenmütter werfen ihre Jungen, säugen sie mit extrem fetter Milch und verlassen sie bereits nach zwölf Tagen – schneller als jedes andere große Säugetier. Die kugelrund gemästeten weißen Welpen bleiben weitere zwei bis drei Wochen einsam liegen, bis ihr Fellwechsel abgeschlossen ist.

Dann kommen die Tage, an denen der Schnee sich rot färbt. Robbenjäger töten Hunderttausende einsame Jungtiere mit Gewehren und Knüppeln. Zwar sind die weißen Welpen seit 20 Jahren für Jäger tabu, außer zur Selbstversorgung der Inuit. Aber auch die älteren, grau gefleckten Jungtiere haben eine runde Stirn und dunkle, feuchte Kulleraugen. Wie die Welpen erinnern sie fatal an Babys und zittern viel, um ihren Wärmehaushalt zu regeln.

Anzeige

Nirgendwo sonst werden in so kurzer Zeit so viele Säugetiere erlegt. Und nirgendwo findet das so offen und gut sichtbar statt. Der herzerweichende Anblick und die enorme Anzahl gejagter Robben sorgen seit Jahrzehnten dafür, dass Ende März nicht nur Jäger und offizielle Jagdinspektoren auf den Eisschollen balancieren, sondern auch Gruppen in signalroten Overalls, bewaffnet mit Kameras. Sie fliegen mit Hubschraubern ein und beobachten im Auftrag internationaler Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen das blutige Treiben. Jagdsaison ist auch Protestsaison.

Medienleute haben Ende März ebenfalls Konjunktur, besonders wenn die Aktivisten Popstars wie Paul McCartney einfliegen. Obwohl auch vor Grönland und im russischen Eismeer Zehntausende Sattelrobben erlegt werden, blickt die Welt traditionell auf Kanada. Kein Wunder: Die Jagdgebiete vor der Küste Labradors, Neufundlands und im Sankt-Lorenz-Golf sind besser zugänglich als anderswo. Einfach ist der Beruf der Jäger aber auch hier nicht. Immer wieder rutscht einer von ihnen zwischen die Schollen, Hunderte haben ihr Leben im Treibeis gelassen.

Während sich Jägerund Aktivisten auf dem kanadischen Eis gegenüberstehen, werden im fernen Europa die Rufe nach einem totalen Einfuhrverbot für Robbenprodukte lauter. Belgien hat es bereits im Alleingang beschlossen. Die EU-Kommission lehnt es bisher ab. Sattelrobben (Phoca groenlandica) sind keine bedrohte Art, sie gehören zu den häufigsten Meeressäugern. Ihr Bestand, allein vor der kanadischen Küste, wird auf 5,5 Millionen Tiere geschätzt. Dennoch hat auch der deutsche Bundestag die Regierung zu einem Bann aufgefordert. Die Obrigkeit in Ottawa ist alarmiert, ebenso die Landesregierungen Neufundlands und Labradors, Quebecs und der Prinz-Edward-Insel. Sie versuchen, den Europäern den Boykott auszureden. Deshalb fliegen Emissäre nach Brüssel, und europäische Journalisten werden nach Kanada eingeladen, damit die Seite der Jäger Gehör findet (auch der Autor war dabei). »Die Tierrechtler durften viel zu lange ungestört tun, was sie wollen«, schimpft Danny Williams, der Premier von Neufundland. Er fürchtet, die Aktivisten könnten wie in den achtziger Jahren wieder zum Fischboykott gegen Kanada aufrufen.

Ein Robbenbann allein hätte kaum mehr als symbolische Bedeutung, denn die EU ist als Markt für Felle nicht sonderlich wichtig. Die Nachfrage kommt von reichen Chinesen und Russen. Asiens steigender Wohlstand hat den Jägern Rekordpreise beschert. 2006 brachte ein Robbenfell zirka 70 Euro (inklusive dem Speck, der nebenbei Heilmittel wie Omega-3-Öl liefert), mehr als zehnmal so viel wie Anfang der neunziger Jahre. »Die größte Erfolgsstory Neufundlands und Labradors ist die Wiedergeburt der Robbenindustrie«, sagt der Robbenjäger Mark Small. Manche Fischer verdienen in den wenigen Jagdtagen ein Drittel ihres Jahreseinkommens. Allein Neufundland exportierte im vergangenen Jahr Robbenprodukte für 36 Millionen Euro. Mehrere Tausend Jäger, Verarbeiter und Händler arbeiten in der Robbenwirtschaft Neufundlands, der Inuit-Gebiete im Norden, der Magdalenen-Inseln und der Prinz-Edward-Insel. Vor einigen Jahren subventionierte die Regierung noch den Fleischverkauf. Nun erlebt die Robbenindustrie einen Boom.

Und noch ein Argument schwingt beim Verteidigen der Jagd mit, allerdings nicht offiziell: der Fischkonsum der Robben. Die kanadische Fischereibehörde hält sich hier vornehm zurück, die wissenschaftlichen Daten sind nicht eindeutig. Ob die Meeressäuger tatsächlich wirtschaftlich bedeutende Fischarten dezimieren oder meist für menschlichen Konsum ungeeignete Arten fressen, ist heftig umstritten. Vertreter der Robbenindustrie erzählen gern, die Raubtiere plünderten Fischbestände. Sie tischen beeindruckende Zahlen auf: Kanadas 5,5 Millionen Sattelrobben verputzten zirka 7,6 Megatonnen Fisch im Jahr, fast siebenmal so viel wie die gesamte Fischereiflotte anlande.

Ökonomisch relevant sind die Robben auch für die Jagdgegner. Fotos der niedlichen Babys rühren die Herzen und öffnen Brieftaschen. Wie kein zweites Tier werden sie seit über vier Jahrzehnten zum Spendensammeln genutzt. Auch heute noch, obwohl die »Whitecoats« seit 20 Jahren nicht mehr getötet werden. Die beiden führenden Protestorganisationen im kanadischen Konflikt sind Ifaw (International Fund for Animal Welfare) und HSUS (Humane Society of the United States). Auch Sea Shepherd, eine radikale Abspaltung von Greenpeace, und Peta (People for the Ethical Treatment of Animals) sammeln Spenden im Namen der Meeressäuger. Es lohnt sich: Allein Ifaw nahm 2005 knapp 60 Millionen Euro ein, HSUS 57 Millionen. Den Spendenfluss fördern auch schiefe Argumente. So heißt es auf der deutschen Peta-Website: »Die Robbenmütter, die ihre Babys nicht im Stich lassen wollen, bleiben oft bei ihnen, um sie zu verteidigen.«

Sattelrobben sind keine seltenen Tiere. Als die Bestände in den sechziger Jahren schrumpften, engagierten sich auch Artenschutzorganisationen. Doch der WWF hat sich zurückgezogen, seit die Sattelrobben wieder häufig sind. Das Fischereiministerium setzt die Jagdquoten nach wissenschaftlichen Vorgaben. Gerade in Kanada ist man sensibel geworden, was die Übernutzung von Tierbeständen angeht. Früher war das keineswegs so. Beispielsweise wurden Walrosse auf den Magdalenen-Inseln ausgerottet. Der große Schock kam mit dem Verschwinden des Kabeljaus. Vor Neufundland lagen jahrhundertelang die ertragreichsten Kabeljaubänke der Welt. Bereits im Mittelalter füllten dort die Basken und später Fischer aus aller Welt ihre Schiffe. Doch Ende des 20. Jahrhunderts brachen die Bestände nahezu vollständig zusammen. 1992 wurde Kabeljaufang verboten, 30000 neufundländische Fischer und Arbeiter verloren ihren Job. »Hätte die Regierung früher auf uns gehört und den Kabeljaufang so überwacht wie die Robbenjagd«, sagt der alte Robbenjäger Jack Troake, »wäre es nie so weit gekommen.«

Derzeit besteht keine Gefahr, dass die Sattelrobben ausgerottet werden. Deshalb wird heute weniger um Artenschutz gestritten als um die Frage, ob das Töten grausam ist. Seit 1964 ein Film schlimmste Tierquälereien zeigte, steht ein schrecklicher Vorwurf im Raum: Jungtiere würden lebend gehäutet. Wenn das stimmt, können Jäger und Regierung alle Pro-Jagd-Argumente einpacken. Stimmt es nicht, zerrinnt den Aktivisten die Glaubwürdigkeit. Beide Seiten verweisen auf Studien, die ihre Version belegen.

Junge Sattelrobben werden auf dem Eis liegend getötet, entweder durch Kopfschuss mit dem Gewehr oder durch Erschlagen mit einer Keule beziehungsweise der stumpfen Seite einer Art Spitzhacke, dem »Hakapik«. Mit dessen Spitze ziehen sich Jäger, die ins Wasser gefallen sind, wieder nach oben. Verschiedene tierärztliche Kommissionen aus Kanada und dem Ausland haben beide Methoden als schnell und schmerzlos befürwortet. Der Hakapik sei so sicher wie der Bolzenschuss auf dem Schlachthof. Die Jagdgegner halten diese Tötungsart für barbarisch.

Die scheußlichen Details des Tötens präsentiert Charles Caraguel von der Independent Veterinarians Working Group (IVWG), einer internationalen Tiermedizinkommission, die vom WWF-Niederlande finanziert wird. 98 Prozent der von ihnen untersuchten Schädel waren so stark zerstört, dass das Tier mit Sicherheit tot war. Ein vom Ifaw finanziertes International Veterinary Panel kam jedoch zu dem Schluss, dass 42 Prozent nicht ausreichend zertrümmert waren.

Filme von Tierrechtsorganisationen dokumentieren, dass Jungrobben nach dem Erschlagen noch zappeln. »Das ist der Schwimmreflex«, sagt Charles Caraguel. Er tritt auch auf, wenn der Kopf vollständig zerstört ist, ähnlich dem Gliederzucken von Schlachttieren nach dem Bolzenschuss. Das muss man wissen, sagen die Jagdverteidiger, um die Tötungsmethoden zu beurteilen. Dennoch ist der Anblick ein Gräuel: Männer erschlagen niedliche kleine Tiere, bis das Eis sich rot färbt. Darüber ist eine kühle Debatte kaum möglich.

Manche Aktivisten suchen beharrlich nach scheußlichen Bildern und werden nach wie vor fündig. In der Saison 2005 war es wieder so weit: Ein Ifaw-Team filmte eine schwer verletzte Jungrobbe, die noch lebte. Der Film erhielt einen renommierten Preis in England. Peinlicherweise hatte ein anderer Filmer die Filmer gefilmt. Raoul Jomphe dokumentierte, dass das Ifaw-Team das sterbende Tier 80 Minuten liegen ließ, anstatt es zu erlösen. Währenddessen gab die Sprecherin empörte Interviews vor insgesamt sieben Kameras. Robben sind eben vielseitig nutzbar.

Zum Thema
Chronik des Widerstands - Der 40-jährige Krieg gegen die Robbenjagd »

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Hilfe!

    (Nicht zur Veröffentlichung bestimmt)
    Liebe ZEIT, ich verstehe nicht, warum sich die Leserkommentare bei mir nicht öffnen lassen... Es kommt immer die Anzeige 'Seite nicht gefunden'. Ich habe mich unter 'saliera' registriert. - Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir eine Erklärung geben könnten bzw. einen Tip, wie ich es richtig anstellen muß. Danke - saliera

  2. Endlich mal ein Artikel der die scheinheiligen Vorgehensweisen der Tierschützer kritisiert und nüchterne wissenschaftliche und wirtschaftliche Aspekte in den Vordergrund stellt. Da es sehr schwierig ist, dass Thema Robbenjagd seriös und ohne 'Romantik' (ach wie sind die süß) zu diskutieren, ein mutiger und gelungener Artikel.

  3. Verstecken Sie doch bitte nicht Ihren 'Jagdtrieb' hinter 'nüchternen,seriösen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekten'. Wer Robbenbabys barbarisch tötet um dekadenten neureichen Russen und Asiaten einen Pelz zu verkaufen ist schon ziemlich abgebrüht und hat keinen Respekt vor der Schöpfung. Aber der wird ja meistens an der Garderobe abgegeben, wenn es um Wissenschaft und Ökonomie geht.
    Bei den Inuit ist das was anderes. Die töten um zu überleben und essen das Fleisch.
    Diese Jungtiere haben noch nicht gelebt. Genauso wenig wie Kälber, Stubenküken junge Spanferkel, etc.. (Perverse Gourmets)
    Da muss man kein Tierschützer sein um das bewerten zu können. Man braucht nur Herz. Das ist Ihnen offensichtlich mit der zynischen Bemerkung ( 'Oh sind die süß') abhanden gekommen. Wer bei dem Anblick der sterbenden Tiere und dem ängstlichen Gejammer noch 'nüchtern' über Zahlen und Wissenschaft nachdenkt ist ein emotionales Wrack und braucht dringend psychologische Hilfe.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich danke sehr für die leider notwendige Klarstellung und Bewußtmachung.
    Wenn wir alles unter dem Deckmantel von Wissenschaft und Ökonomie rechtfertigen wollen, wo wäre dann überhaupt noch Einhalt geboten. Und wie jämmerlich doch, dass schon beim Schnitzel die Ehtik bei so vielen aufhört!

    Ich danke sehr für die leider notwendige Klarstellung und Bewußtmachung.
    Wenn wir alles unter dem Deckmantel von Wissenschaft und Ökonomie rechtfertigen wollen, wo wäre dann überhaupt noch Einhalt geboten. Und wie jämmerlich doch, dass schon beim Schnitzel die Ehtik bei so vielen aufhört!

  4. Die Empörung über das Töten und die wirtschaftliche Verwertung von Jungrobben ist ein Musterbeispiel dafür, wie sehr viele Menschen sich ausschliesslich von ihren Gefühlen leiten lassen. Eine Jungrobbe hat Ähnlichkeit mit einem menschlichen Baby, aber sie ist es nunmal nicht.
    Wenn das Engagement der letzten Jahrzehnte gegen die Robbenjagd sich stattdessen auf aus menschlicher Sicht vielleicht hässlichere, aber wesentlich stärker bedrohte Tiere (oder ganze Ökosysteme) gerichtet hätte, wäre der Nutzen vielfach höher gewesen.

    Guter, sachlicher Artikel.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ohne Kommentar an den Absender ... der Name allein läßt schon tief blicken!

    ohne Kommentar an den Absender ... der Name allein läßt schon tief blicken!

  5. 5.

    >Eine Jungrobbe hat Ähnlichkeit mit einem menschlichen Baby, aber sie ist es nunmal nicht.

    aha ... und was folgern wir daraus? Dass das Lebensrecht einer Robbe deshalb nur bis zu ihrer 'wirtschaftlichen Verwertung' reicht? Der Wert des Lebewesens berechnet sich nach dem Verkaufspreis des Fells? Die Robbenschlacht sichert Arbeitsplätze? Dass die Robbe beim Töten gequält werden darf (muss)?

    Du bist ethisch im vorletzten Jahrhundert stehen geblieben, verroht und würdelos. 'Anthropozentrismus' - drückst du mit dem Nick eine Art Stolz auf deine zurückgebliebenheit aus? In der Schule Kreationismus lehren und sich die Erde Untertan machen?

    Kann gar nicht soviel Essen, wie ich kotzen möchte.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Applaus und Danke!

    Applaus und Danke!

  6. 6.

    1. Wieso werde ich von Ihnen geduzt ?
    2. Wieso diese Beleidigungen ('verroht und würdelos') ?
    3. Wenn man keine Robben töten darf, darf man überhaupt gar keine Tiere töten. Das ist ein Standpunkt, den ich zwar nicht teile, aber respektiere. Aber dieses seit Jahrzehnten andauernde scheinheilige Getue ausgerechnet um die süssen Robben'babys', von Leuten wie Brigitte Bardot und zig Tausenden anderen nervt einfach. Die weitaus meisten dieser Leute interessieren sich ausschliesslich für Robbenbabys, Pandabären, Delphine, Wale und ähnlich 'sympathische' Tiere. Die systematische Vernichtung der Lebensräume für die vielen, vielen anderen Tiere, Insekten, Meeresbewohner, bei der ganze Ökosysteme vernichtet werden, interessiert da i.d.R. herzlich wenig, obwohl es auch hier keine edleren Motive als wirtschaftliche Nutzung gibt. Aber da wirds dann leider oft kompliziert, und die Tiere sehen eben nicht so niedlich aus, da fällt das Engagement ungleich schwerer.
    Ich sehe keinen Unterschied zwischen dem im Artikel beschriebenen Töten von Robben und der industriellen Schlachtung von Rindern, Schweinen etc. Ausser dass die Robben nicht vor der Tötung noch oftmals stunden- bis tagelang mit LKWs durch die Gegend gekarrt werden.

    Also nochmal: Warum engagieren sich so viele Tierschützer ausgerechnet für Tiere, deren Art nicht bedroht ist und die jedenfalls nicht mehr leiden müssen als andere Nutztiere bei ihrer Tötung, sondern eher weniger ?

    Es gäbe auch im speziellen Bereich Tierschutz zahllose Arten, für die Engagement wichtiger wäre. Aber dann ist das Spenden sammeln so mühselig, und die Identifikation will auch erstmal gelingen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    können Sie sich eigentlich vorstellen, dass Tierschützer sich nicht nur für die Robben einsetzen? Und, wollen sie denn das eine Leide mit einem anderen Leid rechtfertigen? Was glauben diese Menschen denn, wer sie eigentlich sind? Überirdische? "Beten" Sie, dass Sie in einen nächsten Leben vielleicht dann keine Robbe werden. Sie würden sich nichts sehnlicher wünschen, als so nervige Tierschützer auf Ihrer Seite zu haben.
    Was ich nicht will, was man mir tut, das füg' ich einem andern zu ... Denken Sie bitte mal ernsthaft darüber nach!

    können Sie sich eigentlich vorstellen, dass Tierschützer sich nicht nur für die Robben einsetzen? Und, wollen sie denn das eine Leide mit einem anderen Leid rechtfertigen? Was glauben diese Menschen denn, wer sie eigentlich sind? Überirdische? "Beten" Sie, dass Sie in einen nächsten Leben vielleicht dann keine Robbe werden. Sie würden sich nichts sehnlicher wünschen, als so nervige Tierschützer auf Ihrer Seite zu haben.
    Was ich nicht will, was man mir tut, das füg' ich einem andern zu ... Denken Sie bitte mal ernsthaft darüber nach!

  7. 7.

    'Bei den Inuit ist das was anderes. Die töten um zu überleben und essen das Fleisch.'

    Natürlich. Ohne Robben würden die doch glatt verhungern und die kanadische Regierung würde achselzuckend zugucken. Wenn ein Inuit eine Robbe tötet, geschieht das wahrscheinlich auch nicht 'barbarisch', sondern ganz sanft und liebevoll.

    Natürlich töten die Inuit seit Jahrtausenden Robben, auch Jungrobben, und nur deswegen wird das sogar von Fanatikern wie Ihnen toleriert.
    Wie wäre es, wenn die Inuit seit Jahrtausenden Robben töten würden, aber nur die Felle nutzen würden, ohne das Fleisch zu essen ? Wäre das auch noch akzeptabel ? Oder wären dann auch die Inuit 'dekadent', wie die 'Russen und Asiaten' (o Gott, was für eine Klischee-Ansammlung).

    Die Empfehlung an Andere mit abweichender Meinung zu einem Sachthema, sich 'psychologische Hilfe' zu suchen, ist bedenklich und inakzeptabel.

    Das tote Robbenbaby scheint sowas wie die Mohammed-Karikatur der Tierschützer zu sein, anders kann ich mir diesen Fanatismus nicht erklären.

  8. 8.

    Der erste Absatz ihrer Ursprungsmail klingt für mich nach gutheißen und akzeptieren des jährlichen Schlachtungsrituals. Der zweite Absatz klang dann nach der üblichen Hetze auf die berühmten 'Gutmenschen'.

    Aber okay: inhaltlich meinen Sie es wohl nicht ganz so, wie ich interpretierte und das zweite Postings ist durchaus differenzierter. Stimmt ja auch: sich mit niedlichen Tieren zu identifizieren verspricht mehr Publizität und Unterstützung als für weniger niedliche Tiere oder die unsichtbaren Grauen, wie beispielsweise in der industriellen Tierproduktion - gegen die aber natürlich trotzdem Initiativen aktiv sind.

    Eine Besonderheit besteht aber dennoch in der Bestialität der Robbenschlachtungen für ein Luxusprodukt. Wenn man sich vielleicht auch nicht an aktiven Protest beteiligt, die Zustände zu rechtfertigen, geht jedenfalls nicht.

    Ich nehme den Beschimpfungsteil also hiermit zurück, aber mit - höflichem Respekt - der Antropozentrismus ist philosophisch nun wirklich nicht mehr auf der Höhe. Das die Menschheit dennoch so handelt, macht den A. ja nicht vernünftiger.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service