Generationen Furchtbar rüstig

Diese alten Leute von heute: Sie sind agiler denn je, sie reisen, studieren, feiern – und nerven wie die Jungen.

Neulich morgens, im Pendlerzug. Eine Gruppe von Rentnern steigt ein, lärmend, raumgreifend. Sie breiten Taschen und Rucksäcke aus, sie reißen provozierende Witze, sie signalisieren ihrer Umwelt: Hoppla, hier sind wir, wir haben Spaß, was dagegen? Wir Einzelreisenden, die wir vielleicht gern gearbeitet hätten oder wenigstens ungestört die Zeitung gelesen, sind wie immer feige im Angesicht von Gruppen und sitzen nur mehr innerlich schäumend da: Jemand müsste denen mal Grenzen setzen. Ein paar Manieren beibringen. Da! Jetzt haben sie den Heizungsknopf gefunden und drehen ihn bis zum Anschlag hoch! Es wird wirklich immer schwieriger mit den Alten von heute.

Kann es womöglich sein, dass der Ruhestand – der massenhafte Ruhestand, nur gut die Hälfte der 50- bis 65-Jährigen in unserem Land ist noch erwerbstätig – bei manchen Menschen ein Verhalten hervorbringt, das dem der Pubertät verblüffend ähnelt? Vielleicht weil, ähnlich wie in dieser Phase, Tagesstrukturen, Verantwortung und Verbindlichkeit fehlen? Und ist es möglich, dass uns dieses Verhalten jetzt, da der »demografische Wandel« von einem sehr trockenen Stichwort zu einer lebendigen Anschauung wird, stärker auffällt als noch vor einigen Jahrzehnten? 1970 gab es sechs Millionen Rentner in der Bundesrepublik. Heute, im größer gewordenen Deutschland, sind es 18 Millionen. Der bloße Zuwachs an Menschen mit nahezu unendlich viel freier Zeit sorgt im Stadt- und Straßenbild, im öffentlichen Nahverkehr, in Supermärkten und Reisebüros, auf Parteiversammlungen und in Hochschulen für Veränderungen.

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Neulich beim Bundespräsidenten. Da wurde auch über den demografischen Wandel diskutiert. Das Wort führte die Generation Süssmuth/Biedenkopf. Und zweierlei war interessant: zum einen die Radikalität, mit der der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen junge Bundestagsabgeordnete zum Widerstand gegen die Fraktionsräson, gegen den reformerischen Kleinmut ihrer Oberfunktionäre aufwiegelte. Alter befreit offenbar enorm – aber man darf bezweifeln, dass Kurt Biedenkopf ebenso geredet hätte, als er noch generalsekretärsmäßig für die Gesamtperspektive der CDU zuständig war.

Die von kleinlichen Rücksichten entfesselte Radikalität des Alters findet sich nicht nur bei ehemaligen Politikern, sondern auch bei Professoren und Publizisten. Die Ruhestandsgeneration ruft leichter (auch in bürgerlichen Medien wie der FAZ) die Revolution aus als die notwendig kompromissorientierte Gruppe des erwerbstätigen Mittelalters, deren Angehörige stets abwägen müssen, ob sie für den im Zweifelsfall anzuzettelnden Konflikt – mit dem Schaffner, der Hausverwaltung oder der Öffentlichkeit – überhaupt die nötige Zeit hätten.

Teenager und Hochbetagte neigen gleichermaßen zur Besserwisserei

Nicht radikal, sondern eher abwiegelnd reagierte das ältere Publikum beim Bundespräsidenten auf die Frage, die die Jüngeren nun einmal umtreibt – wie nämlich dem Kindermangel, auch der strukturellen Familienfeindlichkeit in Deutschland abzuhelfen sei. Das ganze Gebarme um zu wenig Nachwuchs kam vielen überflüssig vor: Schwund gibt es immer. Und bei diesem Thema muss sich die Generation Ruhestand ja in der Tat nicht mehr persönlich zuständig fühlen – von gesellschaftlicher Bedeutung aber ist das Problem mindestens ebenso sehr wie die Sicherung von Pflege und Rente. Ist es vollkommen abwegig und ungerecht, wenn man befürchtet, dass die wachsende Zahl älterer Wähler nach ähnlichen (Nicht-) Betroffenheitskriterien entscheiden wird, wenn es irgendwann einmal um Interessenkonkurrenzen etwa zwischen der Rentenfinanzierung und dem Ausbau des Bildungssystems geht?

Doch vielleicht wäre es wichtig, zunächst zu klären, von wem man redet, wenn man »Ältere« sagt. Die im vergangenen Herbst veröffentlichte 15. Shell Jugendstudie nimmt bei der Untersuchung des Verhältnisses von Jung zu Alt in Deutschland eine bedeutsame Zweiteilung vor: Die Autoren unterscheiden zwischen den Hochbetagten, die als »Aufbaugeneration« gelten und das überwiegend respektvolle Altersbild der Jugend prägen – und den sogenannten jungen Alten, den, sagen wir: 60Jährigen, die jetzt bei voller Gesundheit, modisch gekleidet, kultur- und körperbewusst in Rente gehen. Das ist erfreulich: Das Menschenbild der neuen Dove-Werbung, die fantastisch aussehende nackte ältere Frauen zeigt, ist dem Kittelschürzenzwang der fünfziger Jahre unendlich vorzuziehen. Und doch nagt ein Zweifel, wenn man sich fragt, wer in diesem Land in den nächsten 30 Jahren stilbildend wirkend soll.

An diesen Zweifel tastet sich die Shell-Studie heran, wenn sie erste Konfliktanzeichen zwischen den Jugendlichen und den »Neuen Alten« skizziert. »Es wird dann problematisch«, schreiben die Sozialwissenschaftlerinnen Sibylle Picot und Michaela Willert, »wenn die Senioren sich einmischen, wenn sie zur Konkurrenz werden, wenn sie vermehrt in Bereichen auftauchen, die früher der Jugend vorbehalten waren.« Das hat vermutlich auch mit dem Habitus von Generationenvertretern zu tun, die als 68er über Jahrzehnte das politische Klima der Republik prägten; deren Lebensgefühl an Engagement und Intensität und leider auch Selbstgerechtigkeit kaum zu überbieten war. Jetzt stehen sie mit ihrer Haltung in Vollzeit zur Verfügung. »Doch wir fragen uns auch / Wird es nach uns wohl noch jemand geben«, sangen Reinhard Mey und Konstantin Wecker vor nicht allzu langer Zeit bei einem Konzert zum 60. Geburtstag Hannes Waders, »Der, wenn unser Gesang einst für immer verklingt / Noch unsere Lieder singt?«

»Wird es nach uns wohl noch jemand geben?«, das ist eine Schlüsselfrage, die die meisten 68er immer schon mit »wahrscheinlich nicht« beantwortet haben würden. Und dieses Eigenbild, kombiniert mit den rententechnischen Ressourcen ungebrochener Erwerbsbiografien und plötzlichem, geradezu unanständigem Zeitreichtum, ist geeignet, die arbeitende Generation zu provozieren.

Die wirklich jungen Leute bestehen diese Prüfung (noch) ganz gut: Sie haben, das legt jedenfalls eine aktuelle Studie (Generationenbarometer 2006) des Instituts für Demoskopie Allensbach nahe, eine positive Meinung von den Älteren, sie halten sie mehrheitlich für höflich, hilfsbereit und verantwortungsbewusst. Wenn sie ihnen eine negative Eigenschaft zuschreiben, dann vor allem Festgelegtheit . Die Älteren sehen die Jüngeren deutlich unfreundlicher: Deren hervorstechende Eigenschaften scheinen in ihren Augen Gleichgültigkeit, Egoismus und Respektlosigkeit zu sein. In einem Punkt sind sich freilich Alte wie Junge einig: Besserwisserei werfen sie einander laut Allensbach im gleichen Verhältnis vor.

Zu Recht? Gewiss hat jede Generation ihre eigenen Besserwisser, aber ist die Beobachtung, dass die eigene Meinung mit steigendem Lebensalter immer schwerer erschütterbar wird, so vollkommen verkehrt? Gibt es hier nicht wieder eine Parallele zwischen jungen Alten und Teenagern? 15-Jährige wissen alles, rigoros, ganz genau, moralisch unerschütterlich, weil sie das Leben noch nicht kennen. 60-Jährige wissen alles, weil sie alles schon gesehen haben – und weil gegen den Schatz ihrer anekdotischen Erfahrung kein wissenschaftlicher Befund, keine anderslautende Beobachtung und erst recht keine abweichende politische Meinung ernsthaft Bestand haben kann.

Ruheständler – es scheint mehr am Status als am Lebensalter zu hängen – fühlen sich (nicht immer, nicht alle, aber zu viele, zu oft) von Entwicklungen beleidigt oder bedroht, die gar nicht auf sie zukommen, sondern allenfalls auf uns, die unter 40-Jährigen. Wie Heranwachsende nehmen sie alles sofort persönlich. Man wird nirgends eine vernichtendere Kritik an der Rente mit 67 (vom Jahr 2029 an!) zu hören bekommen als beim DGB-Seniorenkaffeetrinken; und erwähnt man in Rentnergesellschaft die an sich ja erfreuliche Tatsache einer enorm steigenden Lebenserwartung bei besserer Gesundheit, dann wird sehr häufig jemand »Ihr könnt uns ja alle erschießen!« zischen. Politische Dystopien, wie Aldous Huxleys Schöne Neue Welt oder Stanisław Lems Transfer kennen grundsätzlich nur die jugendwahnhafte Gesellschaft, die sich ihrer Alten zu entledigen sucht; Filme wie die ZDFGerontohorror-Dokufiktion Aufstand der Alten füttern insgeheim just diese irre Geisteshaltung. Dabei würde das ohnehin absurde Szenario der brutalen Altenentsorgung ja nicht die Rentner von heute betreffen. Sondern, wie gesagt, uns. Für eine Gesellschaft hingegen, in der die Generation 60 plus dominiert, fehlt offenbar selbst angelsächsischen Schriftstellern die sonst so zuverlässige soziale Fantasie.

Wir, die Mittleren, haben sicher das Unsere getan, um zu dieser unproduktiven, misstrauischen Gemengelage beizutragen. Wer heute 60 plus ist, hat in der Regel bestandssichernd viele Kinder – uns – in die Welt gesetzt, während wir (nicht wir alle, aber zu viele von uns) mit unserer Kinderlosigkeit unser persönliches Glück und unsere Renten gleichermaßen riskieren. Auch die rein ökonomische »Hilfe, die Rentner werden uns erdrücken!«-Debatte der vergangenen Jahre war unsolidarisch, hysterisch und nicht gerade vertrauensbildend. Vor allem aber haben wir darüber versäumt, auszuhandeln, was vermutlich entscheidender ist als alle Geldfragen: die Etikette des Umgangs miteinander, wenn fast gleich viele Menschen entweder zeitarm oder zeitreich sind. Dass man mit weltlichen Gütern nicht protzt, ist in Deutschland ein gut durchgesetzter Standard. Jetzt brauchen wir Umgangsformen für eine Gesellschaft, in der sich vielfach belastete Erwerbstätige und gesunde, kräftige Pensionäre die Waage halten.

In dieser Gesellschaft müssen wir auf einmal mit Interessenkollisionen umgehen, die wir bisher nicht kennen: Die Älteren zweitstudieren zum Beispiel in nicht geringer Zahl an den Hochschulen, überwiegend mit schöngeistigem Interesse, häufig mit herber Kritik an den gehetzten Professoren, die nie Zeit finden für ausführliche Diskussionen. Unterdessen sollen die Jüngeren in immer kürzerer Zeit immer stromlinienförmigere Studiengänge absolvieren: Das passt so noch nicht zusammen. »Seniorenstudenten«, heißt es in der Shell Jugendstudie, »entsprechen vom Lebensalter, Lebensstil und Anspruch eher dem Klischee der ›Jungen Alten‹. Sie sind eben nicht jene netten und freundlichen Hochbetagten, die auf der Bank vor ihrem Haus sitzen und auf den Besuch der Enkel warten.« Und so äußern sich zum Beispiel Studierende der Geschichte und Theologie durchaus ein wenig besorgt über die wachsende Zahl älterer (und entsprechend selbstbewusster) Kommilitonen. »Paradebeispiel Weimarer Republik«, gab ein angehender Historiker den Jugendforschern im Interview zu Protokoll. »Wenn der Dozent vorne etwas vorträgt, dann meldet sich prompt einer und sagt: Das war aber ganz anders.« Eine Theologiestudentin klagt: »Ich kam am Anfang dieses Semesters in eine Vorlesung und machte die Tür auf und sah ungefähr 40 Menschen über 50 und zehn in meinem Alter und dachte: Bin ich hier richtig, das ist doch eine Universität? Manchmal habe ich das Gefühl: Ist Theologie vielleicht nur was für Ältere?« Niemand würde in Abrede stellen, dass ein Zweitstudium eine bessere Art ist, den Ruhestand mit Sinn zu erfüllen, als der Dauerkonsum von Volksmusiksendungen. Worauf es ankommt, ist die Frage, wie heuschreckenhaft die Senioren in ihrem Bildungshunger auftreten.

Obwohl nach der bereits zitierten Allensbach-Studie die altersmäßige Durchmischung von Freundeskreisen gering ist – Gleichaltrige bleiben überwiegend unter sich –, zählt jedenfalls die Autorin durchaus eine Reihe von Andersaltrigen, Studenten wie Rentnern, zu ihren Freunden. Beide Zielgruppen sind für Angehörige der Mittelgeneration im Umgang nicht ganz einfach: Die Studenten halten beim Trinken einfach länger durch. Gut so! Das ist ihre altersgemäße Bestimmung. Die jungen Alten orientieren sich offenbar an diesem Studentenleben ohne zwingende Verpflichtungen: Ständig wollen sie, die reinsten Energievampire, am Sonntagabend in die Kneipe gehen oder am Mittwochabend ihren Geburtstag feiern, nur zu gern in unserer Gesellschaft, und wieder einmal müssen wir dieser Generation spießig kommen und verschämt etwas von »morgen früh raus« murmeln. Kein ernsthaftes Problem: nur eine kleine Illustration dafür, wie schnell man die Zwänge und Belastungen des Arbeitslebens vergisst.

Oder ist dies Zeichen einer Lebenslüge? Gehen die jungen Alten mit tapferer Entschlossenheit, mit all ihrer Konsumkraft und ihren Reisen und Sprachkursen und Internetaktivitäten nur gegen die Leere an, die das Ende der Erwerbstätigkeit hinterlassen hat? Spielen sie uns golfsatte Dauerferien vor, damit wir nicht merken, dass sie sich mit dem frühen Ruhestand zu ihrem eigenen Entsetzen eben doch keinen Gefallen getan haben?

Wir müssen die lärmende, lähmende Ruhestandsideologie überwinden

Hier wird es sehr kompliziert. Denn erstens gibt es natürlich eine Menge Ältere, die gegen ihren Willen aufs Altenteil geschoben wurden – im Jugendwahn der achtziger und frühen neunziger Jahre, als Opfer einer verantwortungslosen Frühverrentungs-politik, ausgekungelt zwischen Konzernen und Bundesregierung, ohne Rücksicht auf Verluste im Staatsbudget wie bei den Menschen. Zweitens sind da diejenigen, denen es wirklich reicht (an dieser Stelle wären vermutlich die sprichwörtlichen Dachdecker zu nennen) und die mit Sportverein, Kleingarten, Enkelpflege und der endlich erkämpften Zeit für Bücher und Theater ausgefüllt und zufrieden sind.

Von ihnen ist hier nicht die Rede. Sondern von einer dritten Fraktion, die sich übrigens keineswegs auf die aktuell Älteren beschränkt, sondern schon unter den Jüngeren herangezüchtet wird. Sie hängen dem im durchrationalisierten Ökonomieweltmeisterland verbreiteten Irrglauben an, dass Ruhestand, ein möglichst früher Ruhestand, Ausdruck von Erfolg, Reichtum und Fortschritt sei, individuell wie gesellschaftlich. »Arbeit ist das halbe Leben« lautet zwar eine gängige deutsche Redensart, aber die dominante Ideologie geht eher dahin, Freizeit sei der ganze Lebenszweck. Vermögensberater, die mit ihren Kunden offenbar über solche intimen Dinge sprechen, berichten von dynamischen jungen Menschen, deren erklärtes »Lebensziel« es ist, jenseits der 50 nicht mehr arbeiten zu müssen. Um dann was – um Himmels willen? –, was zu tun?

Vor allem die 26 Millionen Beitragszahler, die im Augenblick die Renten für 18 Millionen Rentner erwirtschaften, könnten kürzere Tages- und Wochenarbeitszeiten, Sabbaticals und Phasen der Teilzeitbeschäftigung durchaus gebrauchen. An unseren Ruhestandsvorgängern können wir hingegen beobachten, dass eine allzu kurze Lebensarbeitszeit für schlechte Stimmung sorgt: Jedenfalls wenn die lustigen Rentnerinnen im Reisebüro eine Stunde – eine geschlagene Stunde! – brauchen, um eine Woche Badeurlaub in Kroatien zu buchen. Und das noch begleitet von trotzigen Beiseite-Bemerkungen ans stöhnende Publikum: Wir sind eben alt, bei uns dauert’s!

Ob das Zusammenleben der Generationen in Zukunft friedlich verläuft, hängt davon ab, ob es gelingt, die lähmende wie die lärmende Ruhestandsideologie zu überwinden. Auf beiden Seiten. Die Neigung der Jüngeren, den Älteren nichts mehr zuzutrauen, muss dringend verschwinden. Aber noch dringender die Vorstellung, ein Dasein der totalen Muße sei gesund. Zu tun gibt es in dieser Gesellschaft Gott sei Dank genug, auch jenseits der 50, 60, 65 oder 67.

*Nächste Woche antwortet, aus der Sicht der Älteren, unser Kolumnist Haug von Kuenheim

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Leser-Kommentare
  1. Frau Gaschke,
    vielleicht sollte ich es machen wie ein standartgeschulter Personalreferent. Also erst mal loben. Sie haben vieles gut beobachtet bzw. nett zusammengesucht, auch haben sie eine gute Nase für Befindlichkeiten und verstehen es diese zu formulieren. Da ist aber noch etwas an dem sie arbeiten müssten. Ihr logisches Denkvermögen ist leider nicht überdurchschnittlich, sondern entspricht dem Standard ihrer Generation. Den Bruch gab es da meiner Meinung nach bei Geburtsmarke 64-67. Ich liege da noch drunter, sie wohl schon etwas drüber. Ich machte diese Beobachtung schon recht früh, als ich nämlich die Aufgabe hatte diese Studenten als Assi bei ihrer Ausbildung zu betreuen. Die dachten anders. Sie konnten schlecht zu Ende denken, kaum extrapolieren, wenig abstrahieren, und sie zeigten kaum Transzendenz. Dafür waren sie aber meist fleißig und vor allem extrem effizienzorientiert. Schnell, schneller am schnellsten so hatte ein Studium zu sein, die Wirtschaft fordert es so. (Ich vermute ja, dass lag u.a. am frühkindlichen Taschenrechner, aber das ist ein anderes Thema) Uns älteren waren diese Leute etwas unheimlich, einerseits dachten wir, die sind doch nicht gut, da fehlt doch die Tiefe. Andererseits, ein BWL-er oder Jurist braucht keine Tiefe um weit zu kommen, und Naturwissenschaftler kommen so oder so nicht mehr weit. Die könnten mal an den Hebel sitzen und was dann? (Nun wir erleben es so langsam)
    Doch jetzt zu Ihnen. Manches wurde schon gesagt. (Siehe Korfstroem) So zum Beispiel die Sache mit dem Zusammenhang zwischen Rente und Kinderzahl. Das grundsätzliche Problem ist aber, das sie entweder unser kapitalistisches Gesellschaftssystem (nicht nur Wirtschaft) prinzipiell nicht verstanden zu haben scheinen, oder es nicht grundsätzlich zu kritisieren wagen (siehe Transzendenz). Im Kapitalismus ist es eben gerade ein hohes Ziel, arbeitsloses Einkommen zu erzielen. Ein möglichst früher Ruhestand ist! Ausdruck von Erfolg, Reichtum und Fortschritt! Arbeit ist im Kapitalismus eben kein Ziel, daher auch nicht sinnstiftend. Sie ist nur ein (sehr ineffizientes) Mittel zum Zweck. Das zeigt sich nicht nur deutlich darin, wie hoch und nach welchen Kriterien Arbeit vergütet wird. Es ergibt sich eben auch aus der durchrationalisierten Arbeitsorganisation. Wenn sie fragen „Um dann was – um Himmels willen? –, was zu tun?“, dann möchte ich zurückfragen. Was –um Himmels willen- tun sie denn vorher? Sie mögen ihren „Job“ als sinnvoll und spannend erleben. Aber sie befinden sich in der Minderheit, dessen können sie sich sicher sein. Und das ist kein, auf unerfindliche Weise entstandener Fehler, der durch einen, wie auch immer erzielbaren, Mentalitätswechsel zu Beseitigen wäre. Erstens schafft dieses System eben eine Menge langweiliger und sogar „sinnloser“ Arbeit. (Nur absolute Egozentriker können es z. B. toll finden, wildfremden Kindern teure Klingeltonverträge aufzuschwatzen) Zum anderen verstehen bzw. erahnen halt sehr viele Menschen, das natürlich nicht Arbeitsbesitz ein primärer Wert ist sondern Kapitalbesitz! Oder warum spielen sie sonst Lotto?
    Und eines haben sie wohl auch noch nicht zu Ende gedacht. In einem kapitalistischen System bekommt man von der Wiege bis zur Bahre eigentlich eines beigebracht. Verkaufe dich, und erziele einen möglichst hohen Preis! Natürlich gibt es genug zu tun. Aber Arbeit ohne Lohn ist nicht systemkonform, und je mehr und je kritikloser der Kapitalismus im Denken der Menschen verankert ist desto weniger werden sie dazu bereit sein. Fragen sie mal die Vereine. (Diese Denkweise wirkt übrigens auch bei Partnerschaften und Familien) Warum sollten da plötzlich die Alten zu Herz-Jesu-Sozialisten werden? Nur weil’s jetzt auf einmal nett wär?
    Da müßte sich wohl schon richtig was ändern. Wollen sie das? Wenn nein, dann werden sie wohl mit der Entwicklung leben müssen.

    • keox
    • 03.03.2007 um 22:41 Uhr

    wo bitte stellt man einen antrag auf genehmigung einer rebellion?

    • keox
    • 03.03.2007 um 23:02 Uhr

    ach susi

  2. Ja, ich eröffne die Diskussion. Ich, eine 'Alte'...nach den Fallen des Patriarchats in einem kurzen 'Dazwischen'. Bilanz ziehend über die HeldInnenreise deutscher Mütterlichkeit, die mit fifty plus nun auf dem Trockenen sitzt. Keine Rückfahrkarte in den einst geliebten, unfreiwillig aufgegebenen Beruf. Falls Ihnen mein Text nicht behagt, lesen Sie doch einmal Robert Bly: Die kindliche Gesellschaft oder James Hillman: Vom Sinn des langen Lebens....

    Zehn Jahre habe ich gewartet, dann bin ich doch noch gestartet

    [* Kopfnote: um es vorwegzunehmen: ich wollte Erinnerungen schaffen...'fürs Alter' lach...für welches Alter? Eine Illusion weniger...die Erinnerungen sind längst verblaßt...sie sind überhaupt nicht bis ins Kurzzeitgedächtnis eingedrungen]

    Eine Reise in eine andere Welt, über die Grenze also: Unterwegs mit Vielreisenden. Zugleich ein persönlicher ausschnitthafter LeiD-Faden im Verborgenen durch die zeitgenössische südamerikanische Literatur.

    *Ich bekenne, dass ich nicht gelebt habe*

    analog zu Pablo Neruda, dem chilenischen Dichtersohn und Nobelpreisträger für Literatur: 'Ich bekenne, ich habe gelebt“.

    Meine ersten Kondore am Lago Argentino mit bald Mitte Fünfzig nach den fundamentalistisch-pietistisch -evangelikal gestellten Ehe-Weichen der Familiengefangensetzungsjahre als kinderreiche Mutter.
    Ich sehe in diesem christlichen Mainstream, der er gerne wäre, keinen Befreiungsweg für solche Frauen, die dieser Welt und Gesellschaft den Nachwuchs garantieren etwa für große Gemeinden und als Humankapital... Der christliche Überbau hat es bis heute nicht vollbracht, ihnen Gerechtigkeit und Gleichheit zu verschaffen. Genauso wenig wie jenen, die die schwerste Arbeit verrichten, am wenigsten dafür bekommen und keine Rechte haben.

    Die gefährlichste Weltanschauung soll also die sein, dass man die Welt nicht anschaut, wie einst Alexander von Humboldt über das Reisen sagte? Welche Gültigkeit kann diese Einstellung für uns heutige Entzauberte und Nichtabenteurer bedeuten?
    Immerhin ist diese Reise eine Expedition und entsprechend beschwerlich.
    Meine Mitreisenden, die Kinderlosen mit dem nötigen Kleingeld oder die barbarischen Kolonialtraveler mit ihren teuren Equipments und den neuesten Digitalkameras (2000 Bilder ohne Denken, Gestalten, nur Draufdrücken) haben bereits alles gesehen von Taj Mahal bis Ayer’s Rock. Jedoch ohne den Blick für die bittere Armut und Umstände des jeweils besuchten Landes zu vertiefen. 'Ich bin im Urlaub. Ich kann es mir leisten.“ Ob russische Geliebte oder kiloweise Goldschmuck aus Ostafrika.

    Ich kann es mir eigentlich nicht leisten, das Reisen. Von diesem Geld könnte ich ein Jahr lang leben...es geht von meinem Rentenkonto ab. Großfamilien und Mütter trifft man hier nicht. Um so mehr Alleinstehende, viele nachholbedürftige 'Ossis' und natürlich Bayern, ebenso Frührentner und überhaupt Rentner und jene Paare, die ihr Leben zu zweit genießen, statt ständig Verantwortung für Dritte zu gewährleisten.

    Eine unvorstellbare Summe überweist der Bund jeden Monat an Renten! Pensionen nicht mitgerechnet.

    Auf manchem Campingplatz residiert ein Aussteigerpaar in den Vierzigern ohne Kinder, dafür mit Hunden. Seit Jahren im eigenen LKW unterwegs, welcher über die Meere von Kontinent zu Kontinent verschifft wird. Nie mehr in den Erwerbsprozeß zurück kehrend, auf Omas Häuschen spekulierend, das zehn Jahre nach der Schenkung nicht mehr angetastet werden kann, wenn für die Pflege der alten Dame die Allgemeinheit zuständig sein wird. Also auch meine Kinder.
    Die Einen haben in diesem Lande die Lasten und Sorgen. Die Anderen das Vergnügen, den Müßiggang und wohl auch die bessere Beratung!

    Während ich diese Zeilen aufschreibe, sitze ich an einem feuerländischen Indianer-Rio. Aufgewühlt schießt das tosende Schmelzwasser aus den Bergen von rechts nach links vorbei. Und ich begegne nur mir selbst: Am gegenüberliegenden Ufer an der sandigen Böschung nichts als entwurzelte Bäume, die sich mit letzter Kraft absterbend festhalten.
    Eine Visionssuche? Eine Gottsuche? Welchen Gott? Den Gott der Amtskirchen ohne Diversivität von Biologie und Kultur?

    Den Luthergott?

    Oder die Göttin der Volksseele und Volksfrömmigkeit? Mutter Erde gleich Difunta Correra?

    Bonbons aus Hannover oder mit Wasser gefüllte Plastikflaschen am Straßenrand?

    Isabel Allende war das Glück der Gottfindung im valdivianischen kalten Regenwald beschieden, wie sie in 'Paula' beschreibt. Wasser und nochmals Wasser. Gleich Leben.

    Wahrscheinlich bleibt diese Reise meine einzige Reise.

    Das südliche Südamerika im Dreieck Santiago de Chile, Buenos Aires, Ushuaia (Kap Hoorn) sind zwei Länder der Superlative in Bezug auf die Naturschönheiten. Unverbrauchte Schöfungslandschaften in menschenleeren Weiten. Rauher Wind, eigenwillige Fauna und Flora Patagoniens. Wer nur eine einzige Reise unternimmt, sollte vielleicht gleich hier her kommen.

    Freie Sicht auf den Fitz Roy und ungewöhnlich warmes Wetter im Paine Nationalpark. Chile und Argentinien: zwei lange Befreiungswege ihrer Bewohner von Unterdrückung und Ausbeutung. Letzteres auch angeschürt von christlicher Sieger-und Bezwingermentalität.Einverleib ung älterer entwickelter Kultur, welche Mutter Erde nichts zuleide tat.
    Im Panentheismus der Urbevölkerung ist ein Berggipfel heilig. Kein Ehrgeiz, ihn besteigen zu müssen. Sondern Respekt, Demut und Wissen um Menschengemäßes und Heiliges.
    Es gibt sie noch in verschiedenen Gegenden der Welt, diese herrschaftsfreien Gesellschaften des Friedens und der Balance. Unterdrücken eines Geschlechtes und Konkurrenz sind ihnen fremd. Dafür streben sie nach Verbundenheit, nach gegenseitiger Unterstüzung.

    Es heißt (jungianisch), jeder Mensch hätte eine besondere Affinität zu einem Land, einem Kontinent dieser Erde.
    Parallel zum langen Verlauf der Anden lege ich die letzten christlich-fundamentalistische n Kettenglieder auf dieser Reise ab und wasche mich davon rein in den spektakulären Gletscherwelten am südlichen Ende der Welt. Unterwerfung und Abhängigmachung weiblicher Ressource, Domestizierung und Schuldzuweisung, Rollenfestlegung und Selbstentfaltungsverhinderung.
    'Du glaubst nicht richtig.“ 'Du bist voller Sünde.“ 'Du musst dich bekehren.“ 'Wann lässt du dich endlich taufen!“

    Es war wohl das Allerschlimmste, was mir in meinem Leben passiert ist: die große Kinderschar einschließlich eines schwerbehinderten Kindes ohne soziale Netze großzuziehen. Manche Ehe ist darüber brüchig geworden. Man hatte die Pflicht zusammen. Die Kür, wenn überhaupt, musste jeder für sich allein zelebrieren.
    Und welcher Mann ist heute dauerhaft begeistert von jenem Lebensentwurf, in den auch er geraten kann, alleinverdienend fast einer halben Fußballmannschaft bis 30 das Studium zu finanzieren?! Exodus der Mittelschicht und Leistungsträger!

    'Der große Gesang' (Pablo Neruda) am Gletscher des Perito Moreno. Tränen über das Versäumte sind zu beinahe ewigen Eisblöcken erstarrt. Kalben oder Sterben? Sie schmelzen wieder. Sie lösen sich auf im großen Meer und verdunsten und fallen wieder herab auf die Erde. 'Der Aufenthalt auf der Erde' (P.Neruda)

    Ende der Reise.
    Ende des Reisens.
    Am Ende der Welt.

    Hier trennen sich nun unsere Wege wieder in die verschiedenen Welten. Kinderreiche und Kinderarme haben nicht viel gemeinsam.
    Absolut nichts gemeinsam habe ich mit ach so netten Cliquen.
    Die Vielreisenden haben bereits ihr nächstes Ziel vor Augen: Tauchen in Thailand. ..Und so leisten sich diese Paare alle halbe Jahre zusammen für ca. 7000 Euro einen solchen Tripp (incl. Ausstattung, Essengehen und Taschengeld....)

    Stimmun g. 'Kollegen“ an Bord des Jumbos auf dem Heimweg über Sao Paulo. Ein Trupp von Antarktis-Kreuzfahrern (die 'wahren Geldsäcke' aber nicht zwangsläufig edler, ethischer und niveauvoller) hätte fast den Anschlussflug von Ushuaia nach Buenos Aires verpasst. Kenne ich nicht einige dieser feisten Gesichter aus einem früher abgelaufenen Film?
    'All Pessiingiärs' schnallen sich ab. Denn sie sind wieder gelandet auf dem Boden ihrer selbstverordneten kleinlichen Vorschriften und Elitenschonung. Kaugummi kauende aufgeblähte Zollbeamte blicken mit Stechblick herab auf nicht kompatible Freigeister. Länder zum Reisen. Länder zum Leben? Oder möchte ich, dass mein Töchterchen nach abgeschlossenem naturwissenschaftlichem Studium in einem Callcenter in B.A., dieser dekadenten Stadt, endet?

    Nur die innere Reise schult den Blick des Künstlers. Ich bin nun wieder die, die euch die Kinder großzog. Aber ihr wollt sie gar nicht. Ihr schickt sie fort für die billigen Jobs, während ihr meint, mit Recht euer 'Eigentum“ raushauen zu dürfen.

    Sendepause der familären Hiobsbotschaften beendet.

    Rites des Passages ohne Kick. So wie in 'Der unerträgliche Goucho“ (Roberto Bolano). Geschichten von einsamen Helden. Ein Buch über das Fortgehen und Abschiednehmen.

    Remmidemmi is nich.

    Vielleicht gehen manche Alte etwas lauter fort.

    Selbstverständlich sind wir den verschiedenen Göttern und Göttinnen begegnet, jenen, die uns helfen wollten, unsere Träume auf dieser Erde zu verwirklichen, jenen, die uns abgebracht haben von beruflicher 'Karriere' und die uns überlistet haben, in Bezogenheit zu leben und Kinder zu gebären und schließlich jenen, die uns noch einmal woanders hinziehen, haben wir ihnen in bestimmten Phasen nicht genug Beachtung geschenkt. Das Aus-dem-Weg-räumen von Hindernissen gehört selbstverständlich dazu. Aber mindestens jetzt sind die meisten Kontrahenten erledigt...als psychische Instanz allemal. Auf der gesellschaftlichen Ebene spielen sie noch eine Rolle. Der momentane Überbau des kapitalistischen Patriarchats ist immer noch MÄCHTIG! Auf der Geschlechterebene könnte es vielleicht heißen: zurück zu Metis? Zumindest haben Heldinnen erkannt, dass ihnen die großen beiden gängigen Linien weiblicher Selbstverwirklichung nur ein schlechtes Angebot machten!

    Angesichts der Kämpfe, die wir hier in der BRD, in Europa und der sich verändernden Welt um die Existenz der Familie auszutragen haben, würde ich doch die Vermessenheit besitzen, von einer HeldInnenreise zu sprechen. Vielleicht relativiert auf Helden-Abschnitts-Reise. Streckenheldin/Held sozusagen. Derer gibt es Unzählige. Und sei es nur, im mütterlichen Alltag der vielfältigen Gewalt zu begegnen, mit Armut zurecht zu kommen, verdurstende Kinder zu begraben...Es ist auch schon 'heroisch' für sich, dem üblichen Vorwurf zu widerstehen, man würde jammern! Eine Meute lauert unbarmherzig mit Schmäh und Lust am Schaden anderer.
    Das Leben geht weiter. Trotz der Blessuren. Die Abenteuer auch. Die Erfahrungen des Mangels (soziale Isolation) und schicksalhafte Herausforderungen hatten ihren Sinn. Alles zusammen wird sich zu einer neuen Ordnung fügen? Hier und da flammt ein Muster auf, vernetzt über den Planeten. Unser kollektiver 'Krieg' ist lang nicht beendet. Aber es stehen immer wieder Einzelne auf, um ein Stück zu siegen, sich selbst zu besiegen, und sich zu wandeln. Nein, eine Thea Dorn (die neue F-Klasse) ist nichtmal ein Held-chen!

    Rebellion in einer Kultur ohne Übergänge und Initiationen sollte erlaubt sein!

  3. Kaum sagt der Dozent vorne was, meldet sich schon eine und sagt: 'Das war aber ganz anders!'

    Vielleicht doch eher Rosinante?

  4. Dieser Artikel ist eigentlich viel zu schlecht geschrieben, um ihn zu kommentieren.

    Er dokumentiert zweierlei: 1. Eine naive, undifferenzierte Weltsicht der Autorin, die dem Modethema 'Alter' offensichtlich nicht gewachsen ist. 2. Die Bereitschaft der veröffentlichenden Zeitung, mißratene Artikel aufzunehmen, wenn sie nur aus der richtigen Feder stammen.

    Trotzdem in kürze einige wahllos formulierte Einwürfe:

    1. Nicht die 'aktiven Alten' sind das Problem unserer Gesellschaft sondern die Gewährleistung der menschenwürdigen Pflege der 'kranken Alten'. Wenn Frau Mayer einen alten Menschen pflegen müßte, wäre sie über jeden agilen alten Menschen, der durch ihr Zugabteil hüpft, überglücklich.
    2. Alt ist ein sehr relativer Begriff. Für viele Unternehmen ist ein 45-jähriger heute schon zualt. Mit Betriebszugehörigkeiten von 3 - 5 Jahren gehören Beschäftigte heute schon zu den 'Alten Hasen'
    3. Das Argument 'Kinderreichtum' = 'Bestandssicherung' wird nicht richtiger, wenn Frau Mayer es beständig wiederholt.
    3.a. Ein großer Anteil der klimatischen Veränderungen ist dem Bevölkerungswachstum geschuldet.
    3.b. Die junge 'Generation Hoffnung' wird von Weiterschulung und Praktikum von einer Zwischenlösung zur nächsten vertröstet, statt eines existenzsichernden Arbeitsplatzes habhaft werden zu können. In vielen Familien herrscht die paradoxe Situation, daß die sparsamen Rentner von ihrer Alterssicherung die arbeitslosen Jungen miternähren.
    3.c. Viele Menschen in diesem Land 'genießen' inzwischen die zweifelhaften Vorzüge der Teilzeit und Kurzzeitbeschäftigung oder sind quasi arbeitslos. Frau Mayer, wir haben in diesem Land ca. 8 Mio Arbeitslose!!!
    4. Die Differenzierung in 'Alte' und 'Junge' führt in eine gesellschaftliche Diskussion, die nur zu einem ergebnislosen Gezerre um das Volksvermögen führen kann.
    5. Letztlich erinnern Diskussionsbeiträge wie der vorliegende beklemmend an die Tierfilme aus der afrikanischen Savanne. Wenn Tiere zu alt werden, werden sie sich selbst überlassen oder von Raubtieren gefressen. Wenn Raubtiere zu alt werden, werden sie von der Gruppe ausgestoßen.
    6. Es wird interessant sein, Frau Mayers Diskussionsbeiträge in 30 Jahren zu lesen, wenn sie die Interessen ihrer Generation gegen die Übergriffe der Jüngeren verteidigt, denn
    7. Generationenegosmus ist altersunabhängig

    korfstroem

    • Anonym
    • 04.03.2007 um 13:07 Uhr

    Ihre erste Zeile drückt treffend aus, daß im Grunde die Zeit zu schade ist, den Artikel zu kommentieren. Daran will ich mich als sogenannter 'Hochbetagter' (im Alter von 78 Jahren) auch halten. Ich habe deshalb auch darauf verzichtet, den 'unendlichen' Artikel bis zum Ende zu lesen.

  5. Wer aus welchen Gründen auch immer vom wirtschaftlichen Wettbewerb ausgegrenzt ist wird zunehmend als überflüssig dargestellt. Die gesetzlich verordnete materielle Verarmung dieser Menschen hat einen versteckten Drang nach Euthanasie als Hintergrund, spätestens dann wenn menschen pflegebedürfig werden zeigt sich das offen, in der Schlechtestversorgung bettlägriger patienten. Eienm chronisch Kranken oder Behinderten sieht man ein Handicap nicht auf Anhieb an, selbst diese können nochmal fröhlich sein, und unterwegs in Gruppen. Dieser Artikel hat einen destruktiven, die Gesellschaft spaltenen Aspekt, er ist ein arbeitsteiliger Akt an der Entmenschlichung unserer Gesellschafft. Alte, Schwache, Kinder , oder von Heuschrecken aus dem Wettbewerb ausgegrenzte sind hinderlich, und das spüren sie jeden Tag im umgang mit den gesellschaftlichen institutionen und in den Wirtschaftssparten der medien. kinder und Alte und Schwache haben es eben schwer ihr momentanes oekonomisches Daseinsrecht gegenüber den Dämonen und Schranzen des Kapitals nachzuweisen.

    Was hilft ist der Übertritt zum Islam, und sein gottgegebenes Recht auf das Sein und die Daseinserhaltung in Würde zu erkämpfen, wenn Grundgesetz, Gewerkschaften, christliche Kirchen, Parteien und Wirtschaft hier versagen.

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