Wenn der Fortpflanzungsmediziner Jeffrey Steinberg meint, er würde mit seiner Arbeit in der Präimplantationsdiagnostik lediglich die Träume von kinderlosen Paaren realisieren, klingt das geradezu anrührend schön. Er kann jedoch die Verantwortung für die Selektion menschlichen Lebens, sei es aufgrund des Geschlechts oder aufgrund von Krankheiten und Behinderungen, nicht allein den Paaren und den Politikern der Herkunftsländer zuschieben. Für geschehendes Unrecht ist immer auch derjenige verantwortlich, der dafür die Mittel bereitstellt. Dieser Tatsache hat sich zu Recht schließlich auch die deutsche Chemieindustrie nach 1945 stellen müssen.

Steinbergs Arbeit ist ärgerlich und hierzulande, Gott sei Dank, untersagt.

Wolfgang Beck, Kaplan Schul- und Hochschulseelsorger Hannover