Bildung »Das Megathema«

Ein Gespräch mit dem Erziehungswissenschaftler Dieter Lenzen über Wege zu mehr Gerechtigkeit im Bildungswesen – und ihre Kosten

Dieter Lenzen, Präsident der FU Berlin, ist Sprecher des Aktionsrats Bildung

DIE ZEIT: Sie fordern in Ihrem Gutachten mehr Bildungsgerechtigkeit. Originell ist das nicht. Dass unser Bildungssystem extrem ungerecht ist, hat spätestens die Pisa-Studie 2001 gezeigt: In kaum einem anderen Land ist die Schulleistung so eng an die soziale Herkunft gekoppelt wie in Deutschland.

Dieter Lenzen: Vielen ist aber nicht klar, dass Gerechtigkeit das Megathema einer nötigen Bildungsreform ist. Vor allem müssen diejenigen überzeugt werden, die glauben, ein Stück ihrer Freiheit für die Gerechtigkeit opfern zu müssen.

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ZEIT: Wer soll das sein?

Lenzen: An erster Stelle die Steuerzahler. Denn der Umbau des Bildungswesens zu einem gerechteren kostet Geld, das sie aufbringen. Aber auch die direkten Nutznießer gerechtigkeitsfördernder Maßnahmen nehmen Freiheitseinbußen in Kauf.

ZEIT: Welcher Art?

Lenzen: Sie können nicht frei über ihre Lebenszeit verfügen.

ZEIT: Weil sie nachmittags in die Schule müssen, statt vorm Fernseher zu hocken.

Lenzen: Zum Beispiel.

ZEIT: Ist es nicht übertrieben, die Freiheitseinbußen so zu betonen? Sie werden doch auch sonst akzeptiert. Steuern werden für alles Mögliche bezahlt. Und von Pflichten – von der Schulpflicht bis zur Haftpflicht – sind wir geradezu umstellt.

Lenzen: Trotzdem muss jede dieser Maßnahmen in einer Gesellschaft, in der die Freiheit oberstes Verfassungsgebot ist, gut begründet sein. Wer das ausblendet, vergeht sich – bei allem guten Willen – an den Grundlagen unseres Zusammenlebens.

Leser-Kommentare
    • keox
    • 10.03.2007 um 14:13 Uhr

    ein hübsches bild. man denke sich eine prachtgaleere, am deck wird getafelt daß sich die planken biegen, eine etage tiefer rudern die (lohn)sklaven um ihr leben, und wer das nicht mehr schafft wird über bord geworfen.

  1. Habe grad noch mal überprüft - bei mir ist keine email angekommen. Könnte allerdings sein, daß es im spamfilter hängengeblieben ist - die Einträge aus der Zeit vor dem 22.2. sind leider schon gelöscht. Muß das zeitnah überprüfen können.

    Daher: könnten Sie´es nochmal schicken und anschließend hier kurz per Kommentar mitteilen, daß es unterwegs ist? Bitte als Betreffzeile 'Demographie - siehe Zeitforum' verwenden, dann kann ich gezielt danach suchen. Vielen Dank!

    Zur Sache:

    Vielleicht habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Obwohl wir in der Unterschicht Fehlanreize setzen, wird deren Beseitigung die Geburtenrate dort allenfalls maßvoll beeinflussen, wenn überhaupt. Entscheidend ist, die Geburtenrate der Mittelschichten zu steigern.

    'Wenn sich die Kinderquoten nach Bildungschicht wieder normalisieren sollen, dann muss man mehr Chancengleichheit schaffen durch intensive Frühförderung, damit mehr Menschen aus der Unterschicht herauswachsen.'

    Demn Satz verstehe ich nicht. Wieso sollten die Mittelschichten mehr Kinder (pro Kopf) bekommen, weil die Unterschicht dünner wird? Es ist vielmehr zu beobachten, daß 'aus der Unterschicht herausgewachsene' Kinder alsbald das Gebärverhalten der vorhanden Mittelschichten annehmen. Nein: man muß die Hemmnisse beseitigen, die IN DEN MITTELSCHICHTEN Kindern entgegenstehen - und das ist m.E: vor allem der gewaltige wirtschaftliche Nachteil, den Kinder bedeuten - und der sich auf alle anderen Entscheidungen auswirkt, von der Partnerwahl (das muß schon die eierlegende Wollmilchsau sein) über das Berufsleben bis zur Entscheidung gegen das 3.Kind (hier schlagen wirtschaftliche Erwägungen meist sogar direkt durch).

    Ihren Optimismus in Sachen Bildung vermag ich in der Frage der kognitiven Leistungsfähigkeit nicht zu teilen. Was andere Ebenen anbelangt - Sozialverhalten, Gewaltprävention etc - mag die Sache anders aussehen, darüber fehlen mir Informationen; auch mit Blick auf Ihre Beispiele von neulich kann ich mir aber durchaus vorstellen, daß da etwas zu machen ist. Und da diese Faktoren für die Zugehörigkeit zur 'Unterschicht' - nicht im materiellen Sinne, sondern im soziologischen - evtl. eine größere Rolle spielen als das kognitive Leistungsvermögen, stimme ich Ihrer Analyse durchaus zu. Gut möglich ist allerdings, daß man hier statt beim Kind vielleicht besser bei den Eltern ansetzen sollte - angefangen damit, sie in geregelte Verhältnisse zu bringen. Prof. Sinns 'aktivierende Sozialhilfe' scheint mir dazu derzeit eine höchst sinnvolle Maßnahme zu sein.

    Leider spielt der kognitive Reich trotz allem ein große Rolle, er limitiert die späteren Erfolgsaussichten der Kinder nach oben hin. Und hier ist der Einfluß aller staatlichen Naßnahmen stark eingeschränkt. Von den ca. 50% der menschlichen Intelligenz, die umweltbedingt sind, wird der ganz überwiegende Bereich von Faktoren geprägt, die außerhalb der Schule liegen. Zu einem erheblichen Anteil hängen sie wiederum von angeborenen Fähigkeiten des Kindes ab, das sich seine Umwelt (über sein Neugierdeverhalten, die Fragen, die es stellt, die Interessen, die es zeigt) in erheblichem Umfang selbst schafft. Die meisten anderen Einflußfaktoren hängen direkt oder indirekt mit dem Elternhaus zusammen, wobei die Qualität des Elternhauses natürlich wiederum zu einem erheblichen Teil erblich bedingt ist, also von der Biologie der Eltern abhängt - mithin demselben Faktor, der unmittelbar die ersten 50% der Möglichkeiten des Kindes bestimmt.

    Kindergarten und Schule haben hingegen jeweils nur relativ geringe Anteile am Gesamtergebnis - und der Unterschied, den eine gute Schule im Verhältnis zu einer schlechten ausmacht, ist nochmals geringer.

    Kennen Sie das Buch 'freaconomics'? Wenn nein, unbedingt lesen. Darin werden u.a. umfangreiche amerikanische Schuldaten ausgewertet, und zwar vorurteilsfrei (!). Ergebnis: die Schulleistungen korrelieren in hohem Maße mit bestimmten Parametern des Elternhauses, etwa mit der Anzahl der Bücher im Haushalt der Eltern (das zeigt auch PISA für alle beteiligen Staaten) oder mit dem ALter der Mutter bei der ersten Geburt. Mit anderen Faktoren korrelieren sie praktisch gar nicht, und das sind die, welche der Autor als 'parenting' beszeichnet: wie oft wird dem Kind vorgelesen, wie oft mit ihm ins Museum gegangen etc. Er faßt zusammen: es kommt nicht drauf an, was die Eltern tun, sondern was sie SIND.

    Interessant auch: Adoption - die Eigenschaft, adoptiert zu sein - korreliert ebenfalls stark mit dem Schulerfolg, und zwar negativ (weil es, so der Autor Levitt, meist sozial schwache Eltern sind, die ihre Kinder zur Adoption freigeben - dieser Faktor wirkt offenbar viel stärker als der, daß die AUFNEHMENDEN Eltern meist überdurchschnittlich sind, was Bildung, Status und Motivation als Eltern anbelangt.) Das gilt, wohlgemerkt, für die Schulleistungen. Was den späteren Lebensstandard, z.B. das erzielte Einkommen angeht, schneiden die adoptierten Kinder deutlich besser ab, der gap zu den Adoptivgeschwistern ist kleiner.

    Andere Adoptionsstudien zeigen, daß Adoptivgeschwister sich statistisch nur unwesentlich stärker ähneln als zufällig ausgewählte Kinder, während die Korrelastion mit leiblichen Geschwistern fast ebenso hoch ist, wie wenn beide im selben Elternhaus aufgewachsen wären. Umgekehrt ist die Korrelation zwischen eineiigen Zwillingen groß, und zugleich ist sie, wenn beide zusammen aufwachsen, nicht viel größer, als wenn sie früh getrennt wurden.

    Freaconomics analysiert auch einen hochinteresantes Datenpool aus Chicago. Dort hob man für über 60 highschools das Schulsprengelprinzip auf und führe eine freie Schulwahl ein. Wegen des Ansturms auf 'gute' Schulen wurde aber bei Schülern, die sich für eine andere Schule als die ihres Sprengels bewarben, ein Losverfahren praktiziert. Wissenschaftlich gesehen ein seltener Glücksfall: man hat eine Referenzgruppe bei großer Stichprobe, und die Zuordnung ist zufällig.

    Ergebnis: Schüler, die den Sprengel wechseln durften, schnitten besser ab als die übrigen. Aber Schüler, deren Antrag per Losverfahren abgeschmettert worden war, schnitten auf der ungeliebten Schule ihres Sprengels GENAUSO GUT ab! Umgekehrt verschlechterte sich die Leistung der Schüler, die ihrem Sprengel treu blieben, gegenüber der Zeit vor dem Experiment nicht, trotz vermeinlichem 'brain drain'. Allein die Tatsache, daß ein Schüler den Antrag stellte, ließ offenbar auf ein besonderes Bildungsinteresse (eigenes und/oder des Elternhauses) schließen, das ihn UNABHÄNGIG VON DER SCHULE zu guten Leistungen führte.

    Weitere freaconomics-Daten lassen darauf schließen, daß am ehesten ein Einfluß der Schule im Vor- und Grundschulalter besteht. Schwarze Kinder haben demnach zu Beginn ihrer Schullaufbahn keine schlechteren Noten als weiße Kinder, wenn man Elternhäuser mit demselben sozioökonomischen Status vergleicht. Im weiteren Schulverlauf öffnet sich aber ein 'gap' - die schwarzen Kinder fallen zurück, was der Autor auf die Qualität der meist ethnisch 'schwarz' dominierten Schulen zurückführt, die diese Kinder oft besuchen, insbes. die dort anzutreffenden Probleme mit Disziplin, Schulumfeld etc - das kennen wir von Rütli.

    Fazit: der Einfluß der Schule, vor allem in den höheren Klassen, wird gemeinhin drastisch überschätzt. Wichtiger als die Unterrichtsmethode dürfte außerdem sein, Störfaktoren im Umfeld - fehlende Disziplin, Defizite im Umgang miteinander, Mobbing unter den Schülern etc - zu bekämpfen; und wichtiger als die Vermittlung von Wissen könnte die von Verhalten sein.

    Und: die Kinder der Unterschicht werden, egal wie gut sie beschult/bekindergartet werden, unser Gesellschaftssystem nicht retten können. Erreichen kann man, daß diese Kinder besser integriert werden, ein geordnetes Leben führen können, den ihnen möglichen Beitrag auch tatsächlich erbringen. Aber diese Beitrag wird, in der Summe gesehen, limitiert bleiben. Arbeitsplätze schaffen werden diese Kinder eher selten, auch in der besten aller Schul- und Kindergartenwelten. Sie können dafür sorgen, daß der Kleinwagen fahrtüchtig wird oder bleibt, aber nicht, daß ein LKW daraus wird.

  2. ... der eigentlich hier landen sollte. Sorry.

  3. Habe grad noch mal überprüft - bei mir ist keine email angekommen. Könnte allerdings sein, daß es im spamfilter hängengeblieben ist - die Einträge aus der Zeit vor dem 22.2. sind leider schon gelöscht. Muß das zeitnah überprüfen können.

    Daher: könnten Sie´es nochmal schicken und anschließend hier kurz per Kommentar mitteilen, daß es unterwegs ist? Bitte als Betreffzeile 'Demographie - siehe Zeitforum' verwenden, dann kann ich gezielt danach suchen. Vielen Dank!

    Zur Sache:

    Vielleicht habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Obwohl wir in der Unterschicht Fehlanreize setzen, wird deren Beseitigung die Geburtenrate dort allenfalls maßvoll beeinflussen, wenn überhaupt. Entscheidend ist, die Geburtenrate der Mittelschichten zu steigern.

    'Wenn sich die Kinderquoten nach Bildungschicht wieder normalisieren sollen, dann muss man mehr Chancengleichheit schaffen durch intensive Frühförderung, damit mehr Menschen aus der Unterschicht herauswachsen.'

    Demn Satz verstehe ich nicht. Wieso sollten die Mittelschichten mehr Kinder (pro Kopf) bekommen, weil die Unterschicht dünner wird? Es ist vielmehr zu beobachten, daß 'aus der Unterschicht herausgewachsene' Kinder alsbald das Gebärverhalten der vorhanden Mittelschichten annehmen. Nein: man muß die Hemmnisse beseitigen, die IN DEN MITTELSCHICHTEN Kindern entgegenstehen - und das ist m.E: vor allem der gewaltige wirtschaftliche Nachteil, den Kinder bedeuten - und der sich auf alle anderen Entscheidungen auswirkt, von der Partnerwahl (das muß schon die eierlegende Wollmilchsau sein) über das Berufsleben bis zur Entscheidung gegen das 3.Kind (hier schlagen wirtschaftliche Erwägungen meist sogar direkt durch).

    Ihren Optimismus in Sachen Bildung vermag ich in der Frage der kognitiven Leistungsfähigkeit nicht zu teilen. Was andere Ebenen anbelangt - Sozialverhalten, Gewaltprävention etc - mag die Sache anders aussehen, darüber fehlen mir Informationen; auch mit Blick auf Ihre Beispiele von neulich kann ich mir aber durchaus vorstellen, daß da etwas zu machen ist. Und da diese Faktoren für die Zugehörigkeit zur 'Unterschicht' - nicht im materiellen Sinne, sondern im soziologischen - evtl. eine größere Rolle spielen als das kognitive Leistungsvermögen, stimme ich Ihrer Analyse durchaus zu. Gut möglich ist allerdings, daß man hier statt beim Kind vielleicht besser bei den Eltern ansetzen sollte - angefangen damit, sie in geregelte Verhältnisse zu bringen. Prof. Sinns 'aktivierende Sozialhilfe' scheint mir dazu derzeit eine höchst sinnvolle Maßnahme zu sein.

    Leider spielt der kognitive Reich trotz allem ein große Rolle, er limitiert die späteren Erfolgsaussichten der Kinder nach oben hin. Und hier ist der Einfluß aller staatlichen Naßnahmen stark eingeschränkt. Von den ca. 50% der menschlichen Intelligenz, die umweltbedingt sind, wird der ganz überwiegende Bereich von Faktoren geprägt, die außerhalb der Schule liegen. Zu einem erheblichen Anteil hängen sie wiederum von angeborenen Fähigkeiten des Kindes ab, das sich seine Umwelt (über sein Neugierdeverhalten, die Fragen, die es stellt, die Interessen, die es zeigt) in erheblichem Umfang selbst schafft. Die meisten anderen Einflußfaktoren hängen direkt oder indirekt mit dem Elternhaus zusammen, wobei die Qualität des Elternhauses natürlich wiederum zu einem erheblichen Teil erblich bedingt ist, also von der Biologie der Eltern abhängt - mithin demselben Faktor, der unmittelbar die ersten 50% der Möglichkeiten des Kindes bestimmt.

    Kindergarten und Schule haben hingegen jeweils nur relativ geringe Anteile am Gesamtergebnis - und der Unterschied, den eine gute Schule im Verhältnis zu einer schlechten ausmacht, ist nochmals geringer.

    Kennen Sie das Buch 'freaconomics'? Wenn nein, unbedingt lesen. Darin werden u.a. umfangreiche amerikanische Schuldaten ausgewertet, und zwar vorurteilsfrei (!). Ergebnis: die Schulleistungen korrelieren in hohem Maße mit bestimmten Parametern des Elternhauses, etwa mit der Anzahl der Bücher im Haushalt der Eltern (das zeigt auch PISA für alle beteiligen Staaten) oder mit dem ALter der Mutter bei der ersten Geburt. Mit anderen Faktoren korrelieren sie praktisch gar nicht, und das sind die, welche der Autor als 'parenting' beszeichnet: wie oft wird dem Kind vorgelesen, wie oft mit ihm ins Museum gegangen etc. Er faßt zusammen: es kommt nicht drauf an, was die Eltern tun, sondern was sie SIND.

    Interessant auch: Adoption - die Eigenschaft, adoptiert zu sein - korreliert ebenfalls stark mit dem Schulerfolg, und zwar negativ (weil es, so der Autor Levitt, meist sozial schwache Eltern sind, die ihre Kinder zur Adoption freigeben - dieser Faktor wirkt offenbar viel stärker als der, daß die AUFNEHMENDEN Eltern meist überdurchschnittlich sind, was Bildung, Status und Motivation als Eltern anbelangt.) Das gilt, wohlgemerkt, für die Schulleistungen. Was den späteren Lebensstandard, z.B. das erzielte Einkommen angeht, schneiden die adoptierten Kinder deutlich besser ab, der gap zu den Adoptivgeschwistern ist kleiner.

    Andere Adoptionsstudien zeigen, daß Adoptivgeschwister sich statistisch nur unwesentlich stärker ähneln als zufällig ausgewählte Kinder, während die Korrelastion mit leiblichen Geschwistern fast ebenso hoch ist, wie wenn beide im selben Elternhaus aufgewachsen wären. Umgekehrt ist die Korrelation zwischen eineiigen Zwillingen groß, und zugleich ist sie, wenn beide zusammen aufwachsen, nicht viel größer, als wenn sie früh getrennt wurden.

    Freaconomics analysiert auch einen hochinteresantes Datenpool aus Chicago. Dort hob man für über 60 highschools das Schulsprengelprinzip auf und führe eine freie Schulwahl ein. Wegen des Ansturms auf 'gute' Schulen wurde aber bei Schülern, die sich für eine andere Schule als die ihres Sprengels bewarben, ein Losverfahren praktiziert. Wissenschaftlich gesehen ein seltener Glücksfall: man hat eine Referenzgruppe bei großer Stichprobe, und die Zuordnung ist zufällig.

    Ergebnis: Schüler, die den Sprengel wechseln durften, schnitten besser ab als die übrigen. Aber Schüler, deren Antrag per Losverfahren abgeschmettert worden war, schnitten auf der ungeliebten Schule ihres Sprengels GENAUSO GUT ab! Umgekehrt verschlechterte sich die Leistung der Schüler, die ihrem Sprengel treu blieben, gegenüber der Zeit vor dem Experiment nicht, trotz vermeinlichem 'brain drain'. Allein die Tatsache, daß ein Schüler den Antrag stellte, ließ offenbar auf ein besonderes Bildungsinteresse (eigenes und/oder des Elternhauses) schließen, das ihn UNABHÄNGIG VON DER SCHULE zu guten Leistungen führte.

    Weitere freaconomics-Daten lassen darauf schließen, daß am ehesten ein Einfluß der Schule im Vor- und Grundschulalter besteht. Schwarze Kinder haben demnach zu Beginn ihrer Schullaufbahn keine schlechteren Noten als weiße Kinder, wenn man Elternhäuser mit demselben sozioökonomischen Status vergleicht. Im weiteren Schulverlauf öffnet sich aber ein 'gap' - die schwarzen Kinder fallen zurück, was der Autor auf die Qualität der meist ethnisch 'schwarz' dominierten Schulen zurückführt, die diese Kinder oft besuchen, insbes. die dort anzutreffenden Probleme mit Disziplin, Schulumfeld etc - das kennen wir von Rütli.

    Fazit: der Einfluß der Schule, vor allem in den höheren Klassen, wird gemeinhin drastisch überschätzt. Wichtiger als die Unterrichtsmethode dürfte außerdem sein, Störfaktoren im Umfeld - fehlende Disziplin, Defizite im Umgang miteinander, Mobbing unter den Schülern etc - zu bekämpfen; und wichtiger als die Vermittlung von Wissen könnte die von Verhalten sein.

    Und: die Kinder der Unterschicht werden, egal wie gut sie beschult/bekindergartet werden, unser Gesellschaftssystem nicht retten können. Erreichen kann man, daß diese Kinder besser integriert werden, ein geordnetes Leben führen können, den ihnen möglichen Beitrag auch tatsächlich erbringen. Aber diese Beitrag wird, in der Summe gesehen, limitiert bleiben. Arbeitsplätze schaffen werden diese Kinder eher selten, auch in der besten aller Schul- und Kindergartenwelten. Sie können dafür sorgen, daß der Kleinwagen fahrtüchtig wird oder bleibt, aber nicht, daß ein LKW daraus wird.

  4. Es ist richtig, gute Ganztagesschulen zu verlangen, und es spricht auch manches für den Wettbewerb der Schulen. Ebenfalls richtig ist, daß wir viel mehr Geld in die Hand nehmen müssen für die Bildung. Aber viel zu wenig wird betont, daß die beste Bildungsreform grundlegende Probleme nicht beseitigen kann.

    Das Zusammenlegen von Haupt - und Realschule kann man nur dann vertreten, wenn man - wie in allen Ländern mit erfolgreichen Einheitsschulen üblich - den Schulsprengelzwang aufhebt - - - was der Wettbewerbsgedanke zwar ohnehin impliziert, was aber viel stärker betont gehört, da Politiker Kozepte mitunter nur zur Hälfte umsetzen. ALLE erfolgreichen Einheitsschulsysteme stellen nämlich die ach so geschmähte Einheitlichkeit der Leistungsniveaus über die freie Schulwahl her - zwischen den Schulen gibt es etwa in Finnland extreme Unterschiede.

    Ohne diese Möglichkeit würde die Einheitsschule aus Real- und Hauptschule ein viel zu großes Spektrum erfassen, um vernünftig zu funktionieren. Man müßte wie beim Gesamtschulkonzept wieder innerhalb der Schule Kurse auf unterschiedlichem Leistungsniveau anbieten - und das funktioniert, wie auch das US-Schulsystem zeigt, nur sehr mäßig. Überhaupt sollte dieses US-System mehr Aufmerksamkeit finden: es ist nämlich ein durchaus gut ausgestattetes Ganztages- UND Gesamtschulsystem, also das Ideal vieler Leute, die heute unser BIldungsniveau verbessern wollen. Und trotzdem ist die soziale Ungleichheit dort ähnlich groß wie bei uns, und das Abschneiden bei PISA noch bescheidener.

    Der Erfolg skandinavischer Länder beruht auf anderen Faktoren, als (vor allem) linke Bildungsreformer wahrhaben wollen. Finnland ist das beste Beispiel. Neben der freien Schulwahl ist einer dieser Faktoren, daß das Land kaum Einwanderer hat, insbes. aus bildungsfernen Schichten und Kulturkreisen. Ja, ja, ich weiß: auch wenn man nur die 'einheimische' Bevölkerung betrachtet, schneiden sozial schwache Schüler bei uns schlechter ab als in Finnland. Aber der Unterschied schrumpft dann schlagartig auf weniger als die Hälte zusammen.

    Und auch Rest? Hier spielen weitere Faktoren eine Rolle. Finnland ist sozial bemerkenswert homogen, die sozialen Unterschiede bei den ERWACHSENEN (auch zwischen Putzfrau und Professor) sind deutlich geringer als in Deutschland - somit auch der Nachteil, den ein finnisches Arbeiterkind gegenüber einem Professorenkind kompensieren muß. Fernsehen läuft fast ausschließlich in englischer Sprache mit finnischen Untertiteln, so daß gerade Glotzenhockerkinder viel früher (und bereitwilliger!) lesen lernen und sich Fremdsprachenkenntnisse aneignen. Darüber hinaus hat Skandinavien, das Land der langen Winter und einsamen Gehöfte, eine sehr ausgeprägte Lesekultur.

    Gewiß: unsere Schulstrukturen gehören überholt. Aber man erwarte keine Wunder. In ALLEN Pisa-Ländern korrelieren die PISA-Ergebnisse der Schüler zu fast 100% mit der Anzahl der Bücher im Haushalt der Eltern, das wiederum ein Indikator für deren Bildungs- und Interessenniveau ist. Der Hauptunterschied ist, daß sozial schwache Schüler in Finnland besser abschneiden - nicht katastrophal wie bei uns, aber weiterhin unterdurchschnittlich wie überall sonst auch.

    Ein Land, in dem die Unterschicht fast doppelt soviele Kinder pro Kopf hervorbringt wie die obere Mittelschicht, wird durch kein noch so großartiges Schulsystem das Bildungsversagen weiter Bevölkerungskreise verhindern können. Nur abmildern läßt es sich - das ist schon etwas, aber nicht genug.

    WIr brauchen daher endlich eine mittelstandsorientierte Bevölkerungspolitik und den Mut, auch Kinderlose voll mit den Kosten der Nachwuchspflege zu belasten.

  5. Es ist richtig, gute Ganztagesschulen zu verlangen, und es spricht auch manches für den Wettbewerb der Schulen. Ebenfalls richtig ist, daß wir viel mehr Geld in die Hand nehmen müssen für die Bildung. Aber viel zu wenig wird betont, daß die beste Bildungsreform grundlegende Probleme nicht beseitigen kann.

    Das Zusammenlegen von Haupt - und Realschule kann man nur dann vertreten, wenn man - wie in allen Ländern mit erfolgreichen Einheitsschulen üblich - den Schulsprengelzwang aufhebt - - - was der Wettbewerbsgedanke zwar ohnehin impliziert, was aber viel stärker betont gehört, da Politiker Kozepte mitunter nur zur Hälfte umsetzen. ALLE erfolgreichen Einheitsschulsysteme stellen nämlich die ach so geschmähte Einheitlichkeit der Leistungsniveaus über die freie Schulwahl her - zwischen den Schulen gibt es etwa in Finnland extreme Unterschiede.

    Ohne diese Möglichkeit würde die Einheitsschule aus Real- und Hauptschule ein viel zu großes Spektrum erfassen, um vernünftig zu funktionieren. Man müßte wie beim Gesamtschulkonzept wieder innerhalb der Schule Kurse auf unterschiedlichem Leistungsniveau anbieten - und das funktioniert, wie auch das US-Schulsystem zeigt, nur sehr mäßig. Überhaupt sollte dieses US-System mehr Aufmerksamkeit finden: es ist nämlich ein durchaus gut ausgestattetes Ganztages- UND Gesamtschulsystem, also das Ideal vieler Leute, die heute unser BIldungsniveau verbessern wollen. Und trotzdem ist die soziale Ungleichheit dort ähnlich groß wie bei uns, und das Abschneiden bei PISA noch bescheidener.

    Der Erfolg skandinavischer Länder beruht auf anderen Faktoren, als (vor allem) linke Bildungsreformer wahrhaben wollen. Finnland ist das beste Beispiel. Neben der freien Schulwahl ist einer dieser Faktoren, daß das Land kaum Einwanderer hat, insbes. aus bildungsfernen Schichten und Kulturkreisen. Ja, ja, ich weiß: auch wenn man nur die 'einheimische' Bevölkerung betrachtet, schneiden sozial schwache Schüler bei uns schlechter ab als in Finnland. Aber der Unterschied schrumpft dann schlagartig auf weniger als die Hälte zusammen.

    Und auch Rest? Hier spielen weitere Faktoren eine Rolle. Finnland ist sozial bemerkenswert homogen, die sozialen Unterschiede bei den ERWACHSENEN (auch zwischen Putzfrau und Professor) sind deutlich geringer als in Deutschland - somit auch der Nachteil, den ein finnisches Arbeiterkind gegenüber einem Professorenkind kompensieren muß. Fernsehen läuft fast ausschließlich in englischer Sprache mit finnischen Untertiteln, so daß gerade Glotzenhockerkinder viel früher (und bereitwilliger!) lesen lernen und sich Fremdsprachenkenntnisse aneignen. Darüber hinaus hat Skandinavien, das Land der langen Winter und einsamen Gehöfte, eine sehr ausgeprägte Lesekultur.

    Gewiß: unsere Schulstrukturen gehören überholt. Aber man erwarte keine Wunder. In ALLEN Pisa-Ländern korrelieren die PISA-Ergebnisse der Schüler zu fast 100% mit der Anzahl der Bücher im Haushalt der Eltern, das wiederum ein Indikator für deren Bildungs- und Interessenniveau ist. Der Hauptunterschied ist, daß sozial schwache Schüler in Finnland besser abschneiden - nicht katastrophal wie bei uns, aber weiterhin unterdurchschnittlich wie überall sonst auch.

    Ein Land, in dem die Unterschicht fast doppelt soviele Kinder pro Kopf hervorbringt wie die obere Mittelschicht, wird durch kein noch so großartiges Schulsystem das Bildungsversagen weiter Bevölkerungskreise verhindern können. Nur abmildern läßt es sich - das ist schon etwas, aber nicht genug.

    WIr brauchen daher endlich eine mittelstandsorientierte Bevölkerungspolitik und den Mut, auch Kinderlose voll mit den Kosten der Nachwuchspflege zu belasten.

  6. Ist Schule wirklich dafür geeignet privatisiert zu werden? Schule ist eine staatliche Leistung, die grundsätzlich nicht gewinnorientiert ist. Warum soll da irgendjemand jetzt Gewinne abgreifen. Die Vorstellung, dass ein Privatunternehmen zwangsläufig besser funktioniert als eine Behörde, ist absurd, wenn es um Bereiche geht, in denen Gewinnmaximierung nicht das Ziel sein kann.
    Die Behauptung, dass es schlechte Lehrer gibt, die man nun nicht mehr herauswerfen kann, ist auch ein Scheinargument. Klar gibt es weniger Geeignete. Aber haben nicht gerade die Länder in ihren Kürzungsanstrengungen dafür gesorgt, dass qualifizierte Lehrer nicht eingestellt wurden, weil die zu 'teuer' waren. Ist es einem Unternehmen nicht zuzumuten, sich bereits bei der Anstellung über die Qualifzierung, spätestens aber nach Ablauf der Probezeit Gedanken zu machen. Wenn diese Prüfungszeiten offenbar keinen Erfolg bringen, liegt das Problem woanders.
    Leute in befristete Verträge zu zwingen, bei denen sie ständig um ihre Existenz und Beliebtheit fürchten müssen, macht wenig Sinn. Wir wollen etwas für Kinder und Familien tuen, aber die Eltern, die Lehrer sind, die werden dann einfach mal so nicht mehr beschäftigt.
    Was ist denn das für eine Gesellschaft?
    Wir haben heute genug Möglichkeiten auf Fehlentwicklungen zu reagieren. Es würde völlig ausreichen, diese Mittel konsequent einzusetzen. Eine Umkremplung des Systems von staatlicher Schule zur Privatschule halte ich nicht für sinnvoll.
    Schon die Idee zeigt den Widerspruch. Experten schlagen das System vor. In diesem System bestimmen aber Eltern und Schüler, welche Schule sie für gut halten, also doch Leute, die nichts davon verstehen, sonst müsste uns doch ein Experte nicht sagen, wo es lang gehen muss.
    Wie suchen wir uns eigentlich Ärzte, Rechtsanwälte oder Physiotherapeuten usw. aus. Na klar, indem wir - weil wir ja alle so viel Ahnung von den Sachen haben und sie eigentlich gar nicht brauchen - selbst deren Fachkenntnisse beurteilen?
    Schade ist es schon, dass einige wenige Lehrer zu bleibenden Negativerinnerungen von Schüler werden, weil sie wenig pädagogisch sind (mit Schlüsseln werfen, ungerecht sind, weil sie eigene Fehler nicht eingestehen wollen usw.).
    Aber das System als solches madig zu machen, wenn wir uns über Schülerfrequenzen in Klassen von rund 30 unterhalten, halte ich für falsch. Das Problem liegt an fehlenden Investitionen.
    Die Menschen - ja das sind auch Lehrer - ändern sich doch nicht dadurch, dass sie bei einem privaten Träger angestellt sind. Es gibt bereits jetzt Privatschulen, wie ist deren Erfolgsquote und liegt die daran, dass deren Lehrer nur befristet und nach Leistung (eigener oder der der Schüler?) angestellt werden.
    Ach ja und die Behauptung, dass im öffentlichen Dienst Angestellte oder Beamte nicht nach Leistung bezahlt werden, ist auch nur populistischer Blödsinn und wird durch Wiederholung auch nicht wahr.
    Faule gibt es überall. Es gibt auch ungerechte Vorgesetzte oder Chefs, die einfach mal so eine schlechte Beurteilung geben, weil sie schlechte Laune haben. Davon hängt dann die Lebensgrundlage von Lehrern ab?
    Die Durchstrukturierung unserer Gesellschaft nur nach Effizienzgesichtspunkten finde ich nicht gut. Wir sind doch keine Maschinen.

  7. 1. Entbeamtete Lehrer sind Angestellte und dürfen streiken. Das Streikrecht für Beamte in Deutschland wurde schon mehrfach von Brüssel angemahnt, bislang aber hierzulande schlicht ignoriert.
    2. Angestellte Lehrer können wechseln, wie es sich ergibt.
    3. Wie sollen wir mit Schulen in der Pampa umgehen, wo niemand mehr hinwill? Bislang sorgte die zentrale Verteilung von Lehrkräften dafür, dass in Flächenstaaten alle schulen in etwas gleich chancen hatten, gutes Personal zu bekommen.
    4. Das offensichtlich völlig realitätsferne 'revolutionäre' Konzept übersieht, dass gerade Mangelfächer-Lehrer alle register ziehen werden, um sich optimale Verhältnisse zu verschaffen, da kann dann einer mit Mathe, Physik, Religion oder Musik glatt doppeltes Gehalt verlangen - wohl wissend, dass er jederzeit woanders mit offenen Armen empfangen wird. Klappt etwas nicht so, wie er es möchte, droht der Mangelfächler eben mit Weggang - möglichst mitten im laufenden Abitur.
    Dazu sei bemerkt, dass viele Vertretungs-Pools leer sind, dass schon Englisch-Lehrer/-innen händeringend gesucht werden.
    5. Wie stellen sich die Experten den Umzug eines Schülers von Kiel nach München vor, wenn bis auf Rahmenpläne jede Schule macht, was sie will?
    6. Wer will die Leistungen überprüfen? Wie stellt man sich die kollegiale Zusammenarbeit vor, wenn jede Fachkonferenz zu einer vierstündigen Schlacht um das eigene 'Profil' - vor Eltern und Schulleiter - wird? - Wie soll das gehen, wenn in einem Kollegium 60 Leute mit 60 unterschiedlichen Verträgen und Gehältern sitzen?
    7. Auf die Arbeitsgerichte wird eine Klagewelle zurollen, wenn gegen jedes Gutachten unter '2' geklagt wird, gegen jede Entlassung.
    8. Wer wird dann noch Lehrer werden wollen? Illusionisten, Loser, in der Wirtschaft Ausgebrannte - gerade dieser Personenkreis hat an Schulen nichts verloren...?
    9. Das gesamte Konzept wie auch das jetzt gerade laufende Dauer-Lehrer-Bashing (mit dem Ziel, den Beruf so zu entwerten, dass man die Gehälter noch mehr kürzen kann als jetzt schon geschehen) steht und fällt mit der Höhe der Arbeitslosenzahlen. Sollten diese in Deutschland jemals auf 3,5 bis 3 MIO dauerhaft absinken, wird die Frage des Lehrernachwuchses zu einem Riesenproblem; Norwegen, Schweden, Japan usw. sind auch schöne Länder... In dem Moment, in dem 'Studierte' mit Mathe, Physik, Chemie usw. in der 'freien Wirtschaft' mit Kusshand genommen werden
    10. Angestellte Lehrer haben Anspruch auf eine dezidierte Arbeitsplatzbeschreibung. Eine solche ist bi s heute für den Lehrerberuf wohlweislich nicht erstellt worden, es müssten in diesem Fall mindestens 2000-3000 Lehrkräfte neu eingestellt werden.
    11. Wer zahlt die immensen Neukosten von 30-40 MRD Euro? RV, KV, PflegeV, AloV?
    12. Was wird aus den meist weiblichen Teilzeitkräften - glaubt jemand ernsthaft, diese Frauen kommen noch zur Arbeit in die Schule, wenn sie finanziell gesichert sind, und unterwerfen sich neben dem schulüblichen Stress und (elterlich erzeugtem) Horror auch noch der Angst, womöglich gefeuert zu werden?
    13. Wie soll ein Schulleiter jemals jemanden 'feuern', wenn er diesen Schlawiner dringend braucht, um seine Stundenstatistik nicht abstürzen zu lassen oder um überhaupt Mathe und Physik anbieten zu können? Der Gefeuerte klagt dann auf Wiedereinstellung, bekommt Recht! Was dann?
    14. Ein 'Guter', der wechseln will, einigt sich unter der Hand mit dem Chef seiner Wunschschule, provoziert den Reisschmiss und fängt am nächsten Morgen in seiner 'Wunschschule' an. Oder er spielt mehrere Schulen gegeneinander aus - das wird ja heute schon von Mangelfächlern eifrig betrieben.
    14. Entscheidend: Für die Schüler kommt bei diesem Konzept NICHTS heraus. Was aber ankommen wird, ist der Druck, der auf den 'Kündbaren' lastet. Wenn Schulen miteinander konkurrieren sollen - warum überhaupt - wird doch dieser Konkurrenzdruck letztlich bei den Kids ankommen.

    Wir Lehrer sind u.a. Beamte, damit wir ohne Angst vor Arbeitsplatzverlust widersprechen können, u.a. um Schaden von den 'Zöglingen' abzuwenden.

    Gegenforderung: Endlich eine Allgemeine Honorarordnung für Lehrer (AHL), ähnlich der für Ärzte: 30 Minuten Telefongespräch mit beratungsresistenten, pöbelnden Eltern, anschließend Protokollschreiben, Aktennotiz, Vor- und Nachbereitung, Klärungsgespräch mit KollegInnen.... macht pauschal 40 € x Faktor 2,3 wegen erschwerter Umstände...

    ... und dies war nur ein kleiner Ausschnitt aus der überbordenden Fülle denkbarer Gegenargumente...

    Mit herzlichen Grüßen!

    Ulrich Schmitz

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