Die Plage, sie wird kommen. Für die Bauern, die in Südspanien Paprika anbauen, ist das so sicher wie das Amen in der Kirche. Doch beten hilft nicht, und nicht einmal auf das Gift ist noch Verlass.

Irgendwann werden sie wieder einmal wie Fusseln durch die Luft wirbeln. Bemisia tabaci und Frankliniella occidentalis, zum Beispiel.

Die Weiße Fliege und Thripse, die zwei schlimmsten Feinde der Paprikabauern. Es sind lautlose Schädlinge. Sie summen nicht, sie saugen. Dafür hat sie die Evolution perfekt ausgestattet. Die Thripse sind besonders gefürchtet. Mit Saugnäpfen an den Füßen kleben sie an den Blättern, hauen ihre Stechborsten hinein in die Pflanzenzellen und schlürfen sie aus wie einen Cocktail.

Machen sie das mit Paprika, bleiben am Ende silbrige Flecken auf den Früchten. » Im Geschmack merken Sie das nicht, aber es mindert den Verkaufspreis«, sagt der Biologe Jan van der Blom.

Seit 1993 arbeitet der Niederländer bei Almera in der Schädlingsbekämpfung. Als van der Blom kam, erlebte die wüstenhafte Region, die noch vor 30 Jahren als das Armenhaus Spaniens bezeichnet wurde, einen rasanten wirtschaftlichen Aufstieg. Gewächshäuser wurden aus dem Boden gestampft, bis fast keine nackte Erde mehr übrig blieb.

Heute ist beinahe der gesamte Küstenstreifen der Provinz mit Plastikplanen zugepflastert.

2,6 Millionen Tonnen Gemüse werden in der Provinz Almera jährlich produziert, 60 Prozent gehen in den Export, vor allem nach Deutschland, Frankreich, Großbritannien und in die Niederlande. Alle großen Supermärkte kaufen hier ein: Aldi, Lidl, Rewe, Tesco, Carrefour. Die deutschen Ketten jedoch machen neuerdings Ärger. Denn in deren Gemüse fand Greenpeace im Februar erneut zahlreiche Pestizide. Das verschreckte die Kunden und alarmierte die Einkäufer der Supermärkte, die solchen Imageschaden künftig vermeiden wollen.