Stavros Dimas ist Umweltkommissar der EU in Brüssel. Und er ist Grieche. Diese beiden Punkte zumindest sind unstrittig. Aber der Rest?

»Selbst in kleinen Runden ist er dialogunfähig«, sagt einer über ihn.

»In Diskussionen ist er hartnäckig«, behauptet ein anderer. » Der liest nur ab, was ihm sein Team zusammengestellt hat«, lästern manche. » Der kennt die Details genau«, kann man aber auch hören. Die Meinungen über den Kommissar gehen auseinander. Aber welche kommt der Wahrheit am nächsten?

Dimas war 24 Jahre lang konservativer Politiker im Athener Parlament, unter anderem Minister für Handel, Landwirtschaft und Industrie. Nach Brüssel zog er 2004. Er ging nicht auf eigenen Wunsch, sondern wäre lieber in Athen geblieben, so heißt es jedenfalls. Aber er musste wohl, weil seine Partei, die Neue Demokratie, daheim wieder an die Regierung gekommen war und der neue Premier Konstantinos Karamanlis ihn nach Brüssel schickte.

Seitdem hat sich der Grieche mit Europa arrangiert. Mit der Stadt Brüssel, mit den vielen Bürokraten, Journalisten, Lobbyisten und Parlamentariern und mit dem Thema Umwelt. Arrangiert. Das passt natürlich zu dem Bild eines Kommissars, der nur als Sprachrohr seines Kabinetts fungiert und an sich von seiner Heimat träumt. » Zu Hause in seinem Haus am Meer blüht er auf«, sagt eine Kollegin in der Kommission. Dimas vergöttere seine Kinder und liebe seine Hunde, zwei Labradore und einen Mischling, und »wenn er da ist, kommen immer Nachbarn und Freunde zu Besuch«.

In Griechenland bester Laune, in Brüssel ein trockener Technokrat?

Oder ist es doch ganz anders? Der Europaparlamentarier Karl-Heinz Florenz sagt beispielsweise: »Dimas hat mittlerweile Spaß an seinem Thema. Der ist heute hoch motiviert.«