Geht es nach dem deutschen Staat, hat Peter Steininger leider verloren. Der Kriminalhauptkommissar aus München erhält nicht mehr Geld als ein Kollege auf dem bayerischen Land, obwohl das Leben in seiner Stadt besonders teuer ist. Geht in Ordnung, haben die Verfassungsrichter jetzt entschieden, das Leben in München hat ja auch seinen Reiz, der Staat muss ihm daher nicht mehr geben.

Hoffnung kommt da aus Preußen, genauer aus Niedersachsen. Das dortige Finanzgericht stellte nämlich gerade infrage, ob der Gesetzgeber die Pendlerpauschale für die ersten 20 Kilometer kappen darf. Nun könnte man glauben, die Preußen kritisierten die willkürliche Grenze von 20 Kilometern und die Tatsache, dass nur noch die etwas sparen, die so richtig weit draußen wohnen und die Umwelt mehr als alle anderen belasten. Ihnen geht es aber, dafür sind die Preußen auch bekannt, ums Prinzip: Wenn die Erwerbstätigen Kosten haben, sollen sie diese auch absetzen dürfen, oder?

Jetzt sind die Verfassungsrichter selbst in dieser Frage dran, nur sie können Peter Steininger sagen, ob sich der Umzug auf den Bauernhof und das Pendeln für ihn lohnt. Und da liegt das eigentliche Problem: Auf Schröder, Merkel und Co. kann man seine wirtschaftlichen Entscheidungen kaum noch gründen. Will man halbwegs sicher sein, muss man auf die obersten Juristen warten. Doch bis die so weit sind, fließt eine Menge Wasser die Isar und die Leine hinunter.