Terrorismus Im Kopf legt sich plötzlich ein Schalter um (I)Seite 2/2
Der vielleicht allzu verständliche Realismus dieses arabischen Bestsellers korrespondiert mit den nur allzu verständlichen elenden Existenzbedingungen, die er lebendig werden lässt. Taha nimmt als Student an einer Demonstration gegen den Golfkrieg teil (der sei »Mord an den muslimischen Brüdern und Schwestern im Irak«), wird verhaftet und grausam gefoltert. Der Schalter, der sich in seinem Kopf umlegt, hört auf den Namen Rache. Er stirbt bei seinem ersten terroristischen Einsatz, weil er vor seinem Opfer zu lange stehen bleibt, um es »verenden zu sehen«.
Das Problem islamischer Gesellschaften, das suggeriert der Roman, ist nicht der religiöse Fanatismus. Das Problem sind die Ursachen, die ihn konditionieren. Wer den Terror zur anthropologischen Konstante erklärt, kann ihn nur noch militärisch bekämpfen oder resignieren. Wer wie al-Aswani versucht, im terroristischen Täter auch das Opfer zu sehen, hat Hoffnung.
Zum Thema
Im Kopf legt sich plötzlich ein Schalter um (II)
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Wie der Wohlstand einen Fundamentalisten gebiert: Mohsin Hamid erzählt von einem Pakistaner, der es in die New Yorker Upperclass schaffte.
- Datum 12.03.2007 - 09:25 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 08.03.2007 Nr. 11
- Kommentare 8
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Der Mann wird von der ägyptischen Gesellschaft 'verarscht' und gedemütigt und wird aus diesem Grund Terrorist, also jemand, der die westlichen Gesellschaften bekämpft. Normalerweise zahle ich erlittenes Unrecht meinen Unterdrückern heim und nicht Leuten, mit denen ich nichts zu schaffen habe. Wo issen da die Logik?
Immerhin ist beruhigend zu sehen, daß immer weniger Menschen auf diese Ammenmärchen 'vom Elend das den Terror gebiert' glauben.
Es gibt auch genug wissenschaftliche Untersuchungen, die genau belegen, welche geistesgeschichtlichen Ursachen zur Faschisierung des Islam, und damit auch zum islamischen Terrorismus führten. Materielles Elend ist dafür überhaupt kein Grund. Wie meine Vorkommentatoren völlig richtig bemerkten: der islamische Terrorist kommt nicht aus der Unterschicht, er ist entweder Angehöriger der Eliten, oder mehr noch: der aufsteigenden Mittelklasse, in der Regel akademisch gebildet, oft im Westen, oder zumindest nach (pseudo-)westlichem Muster sozialisiert.
Es ist genau dasselbe Sozialprofil, das auch schon die europäischen Faschisten aufwiesen: akademischer Mittelstand, vor allem in staats- bzw. staatsnahen Berufen tätig - ein irregegangener Liberalismus, der sich pseudo-konservativ wendete....
'...den männlichen Vorgesetzten in jedem Vor- oder Hinterzimmer im Rahmen ISLAMISCHER Gepflogenheiten zu Willen zu sein und die Flecken im Kleid danach unauffällig zu entfernen.'
Propaganda wo immer moeglich heisst wohl die Devise. So kann man natuerlich auch auf der Welle mitsurfen, nicht wahr, Frau Radisch!?!
Ein wenig Bildung und solche primitiven, aber dennoch subtilen und meinungsbildenden Aussagen blieben dem Leser erspart.
Lieder ist es unmöglich gegen das primitive Klischee vom armen Terroristen anzukommen. J.S.
ihr beitrag strotzt nur so vor ideologisch verblendetem mangel an raffinesse und ausgerechnet sie werfen der frau radisch primitivität vor ?
worin besteht denn IHRE so tolle bildung ? was macht sie so sicher dass ausgerechnet sie die weisheit mit dem löffel gefressen haben und alle anderen dummschwätzer sind ?
das leben ist keine geo reportage und der islam ist nicht religion in dem sinn wie wir das christentum in europa wahrnehmen.
nachdenken dann reden, auch dann wenn man nur nachredet ;)
Und Atta hatte sicher niemals Mangel an Schuhen! J.S.
weltweiter Terrorismus gerechtfertigt? Was sich so mancher Schreiberling aus den Finger saugt ist schon erstaunlich.
Man muss sich wundern, dass er (zuerst?) in Deutschland herausgegeben wird. Dort wo man ihn nicht immer als ein Maerchen lesen wird.
Wir vermuten, der Kauf wird gut gehen, da sich viele Leser mit dem 'Helden' indentifizieren koennten..... Nein?
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