Spremberg

Die Vorräte reichten für zweieinhalb Jahrtausende, dann war Schluss.

Es lohnte einfach nicht mehr, in der einstmals größten Kupfermine Europas, östlich des Harzes im Mansfelder Land gelegen, weiter nach Erz zu schürfen. Seit 1990 gelten die deutschen Kupfervorkommen als erschöpft.

Kupfer. Kein Metall ist enger mit der Kulturgeschichte des Menschen verbunden. Die ersten Werkzeuge aus Kupfer wurden vor über 10000 Jahren geschaffen. Ohne Kupfer kein Bronze, kein Messing, keine elektrischen Leitungen und keine IT-Revolution. Etwa 400000 Tonnen Kupfer importieren die Deutschen in jedem Jahr.

Dass es so ist, darüber kann sich Jürgen Kopp so richtig aufregen.

Kopp ist Geologe, Dezernatsleiter im Brandenburger Landesamt für Bergbau. In seinem engen Büro stapeln sich alte Akten und bunte geologische Karten. » Deutschland ist kein rohstoffarmes Land«, sagt er. Kopp glaubt, das Versteck eines unermesslichen Schatzes zu kennen.

In der Lausitz, unterhalb der Kleinstadt Spremberg, sollen in einer Tiefe von 800 bis 1500 Metern in zwei Lagerstätten etwa 100 Millionen Tonnen Kupfererz lagern. Aus denen könnten 1,5 Millionen Tonnen reines Kupfer mit einem aktuellen Marktwert von etwa 7 Milliarden Euro gewonnen werden. » Mindestens«, sagt Jürgen Kopp und fügt zögernd hinzu: »Vielleicht sogar doppelt so viel.« Andere Schätzungen gehen von der drei- bis vierfachen Menge aus.