In der Grippesaison 2006/07 sind deutlich mehr Menschen erkrankt als im Vorjahr. An 1995/96 reicht sie aber nicht heran. Vor elf Jahren forderte die stärkste Grippewelle der jüngeren Vergangenheit rund 32.000 Tote in Deutschland. Im Durchschnitt sterben in einer Saison etwa 10.000 Menschen an Influenza.

Der Index des European Influenza Surveillance Scheme (EISS), der die Stärke einer Grippewelle misst, ist nach einem mehrwöchigen starken Anstieg in dieser Woche zum ersten Mal wieder leicht auf 73 zurückgegangen und liegt jetzt im Bereich »moderate Aktivität«. Im Süden Deutschlands gehen die Infektionszahlen bereits zurück, dem Norden steht der Scheitel der Welle aber noch bevor.

Typischerweise gibt es jedes Jahr nur eine Grippewelle, die im Schnitt rund acht Wochen dauert. Fast immer beginnt sie erst im neuen Jahr, meist Anfang bis Mitte Februar. Der Höhepunkt wird Anfang bis Mitte März erreicht. Nach einer kurzen Hochphase klingt die Grippewelle in der Regel schnell wieder ab.

In Deutschland beginnt sie üblicherweise im Südwesten und breitet sich von dort in Richtung Nordosten aus. Diese geografische Richtung schlägt die Krankheit auch auf gesamteuropäischer Ebene ein. Die ersten Fälle treten häufig auf der Iberischen Halbinsel auf. In diesem Jahr ist die Grippewelle dort schon fast vorbei.

Die Impfquote ist zuletzt stark gestiegen. Vergangenes Jahr waren 23 bis 27 Prozent der Bevölkerung gegen Grippe geimpft. In den Risikogruppen – alte oder kranke Menschen, Mediziner und Pflegepersonal, Personen mit viel Kontakt zu andern – liegt die Quote aber immer noch unter den Empfehlungen der ständigen Impfkommission.

Zum Thema:
Wettlauf mit dem Virus - Zu Besuch bei Deutschlands Grippefahndern