Politische Mörder Rächer wollen sie seinSeite 3/3
Geheimdienstliche Beobachter und akademische Erforscher des neuen Phänomens kommen zu einem ganz anderen Ergebnis. Danach ist der islamistische Terrorismus gerade nicht in einem abgrenzbaren, mit zielgenauen Waffen angreifbaren Territorium zu Hause. Er lässt sich auch nicht auf eine Rückkehr zu einheimischen fundamentalistischen Strömungen des Islams zurückführen. Er erweist sich vielmehr als ein Ergebnis der Berührung des Islams mit dem Westen, ja der Verwestlichung des Islams – oder, um es mit den Worten von Olivier Roy (Der islamische Weg nach Westen) zu sagen, als ein Produkt der »Entterritorialisierung« des Islams. Der religiös verbrämte Nihilismus der islamistischen Terroristen ist nicht ein Kind der Prä-, sondern der Postmoderne.
Die führenden Köpfe der islamistischen Attentäter kommen – wie die der RAF und der Brigate Rosse – aus eher privilegierten Kreisen. Der amerikanische Psychiater Marc Sageman (Understanding Terror Networks) zeigt, dass unter den 400 Terroristen, deren Daten er untersuchte, kaum einer als arm oder unterprivilegiert gelten kann. Neunzig Prozent von ihnen kamen aus intakten Familien; 63 Prozent hatten Universitäten besucht; 75 Prozent waren berufstätig oder hatten Jobs; 73 Prozent waren verheiratet. Was diese jungen, in ihrer Identität verunsicherten Männer zu Terroristen machte, so Sageman, war die neue Lebensaufgabe, die spektakuläre Rolle, die ihnen Führer wie Osama bin Laden mit seinem »Heiligen Krieg« vor die Augen stellten.
Viele kluge und nicht so kluge Leute haben den Wahnsinn der RAF-Terroristen und der Brigate Rosse rational zu erklären versucht: als eine irgendwie verständliche Überreaktion auf die Verbrechen des Vietnamkriegs, als nachholende Widerstandsbewegung gegen einen neuen, vermeintlich heraufziehenden Faschismus. Was diesen Erklärungsversuchen meist fehlte, war die Einsicht in die gruppeninterne Dynamik und Pathologie dieser Bewegungen, in den Selbstlauf des Hasses und der Gewalt, der sich – mit rasant abnehmendem Bezug zur Außenwelt – am Ende nur noch aus sich selbst ernährte. Wenn man heute, aus 30-jährigem Abstand, auf die von der RAF und den Brigate Rosse selber angeführten Motive ihrer Mordtaten zurückblickt, so bleibt von diesen Gründen kaum mehr übrig als eine schreckliche Halluzination.
Man kann schwerlich bestreiten, dass der Hass der Muslime auf den Westen tiefere Wurzeln in der politischen Realität des Nahen Ostens hat als etwa der Hass der RAF und der Brigate Rosse. Aber auch die Mordserien der Islamisten folgen einer verselbstständigten, pathogenen Gruppendynamik. Wer sie als quasi logische, ja unvermeidliche Folge einer Jahrhunderte währenden Demütigung und Unterdrückung erklärt, verschafft ihnen eine falsche Legitimation und bestätigt die Anmaßung einer selbst ernannten Avantgarde, die sich mit ihrer Strategie des Massenmords als Rächer für die gekränkte Ehre aller Muslime aufspielt, ohne nach deren Zustimmung je gefragt zu haben.
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- Datum 10.03.2007 - 09:19 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 08.03.2007 Nr. 11
- Kommentare 33
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sollte diesem artikel ein zweiter folgen, in dem das handeln der jeweiligen 'gegenseite' analysiert und verglichen wird:
die geradezu hysterische staatliche überreaktion, die militarisierung der gesellschaft, die bespitzelung der 'sympathisanten', das berufsverbot, nach dem ja heute interessanterweise niemand schreit.
1990 hatte Ägypten ca 50 Mio Einwohner und jedem Ernährungsexperten war klar, dass das Niltal mehr Menschen nicht ernähren kann. Logische Konsequenz? Genau! Heute sind es 62 Mio. Menschen. Die Sprengmeister der Bevölkerungsexplosoin sind mittlerweile fast aussschlieesslich Muslime.
1990 hatte Ägypten ca 50 Mio Einwohner und jedem Ernährungsexperten war klar, dass das Niltal mehr Menschen nicht ernähren kann. Logische Konsequenz? Genau! Heute sind es 62 Mio. Menschen. Die Sprengmeister der Bevölkerungsexplosoin sind mittlerweile fast aussschlieesslich Muslime.
Terror kann man nicht definieren, es ist einfach Standpunktsache. Ich finde den Anspruch des Artikels nicht sehr gut, weil für mich war der 22 März 2003 nauch ein Tag des Terrors, übrigens der 11 September 1973 in Chile auch.
Terror kann man nicht definieren, er ist allgegenwertig, es ist das was der Mensch verspürt, zB der ohne Papiere in Europa unterwegs ist und von den vielen Grenz und sonstigen Polizisten gesucht wird, auf Geheiss unserer Macht.
Terror ist auch was ein Kind verspürt wenn sein Vater sich als Diktatot entpuppt und es spüren lässt und fühlen,das gilt auch für die Frau die vergewaltigt wird.
Es ist einheikles Thema, es wäre ratsamer die Quellen des Terrors zu untersuchen, vielleicht sollten wir uns trotzalledem die Forbesliste der Superreichen mal in gemütlicher Ruhe durch dn Kopf gehen lassen, und das Resultat.
Hätte man den Palästineser damals 1948 eine Villa mit Schwimmbad gegeben, jeder Familie, wäre kaum ein Problem gewesen, was hat also den Terror bewirkt: die Frust !
Ich glaube kaum dass die RAF am Anfang ihres Tuns geziehlt räuberisch veranlagt war, es ist aber so dass Blut, einfach Blut ruft, denn wir sind Tiere. Es ist zu einfach die Baader Meinhoff Bande abzustempeln oder einen Klar, dieses obliegt Gott,so hat Jesus das überliefert.
Dass die Habenden es als Terror ansehen wenn Minderbemittelte an ihr Vermögen wollen ist verständlch es ist ja schlimm das Wort 'Haben' und das Wort 'Besitz' anzugreifen!
Deshalb sind es ja meist Habenichts die das machen, oder die hinter die Kulissen sahen. Ich hatte eine Freundin die war Übersetzerin bei der UNO, die Kuhhändel hinter den Kulissen hat sie verrückt gemacht, sie war ja nur eine stille Übersetzerin. Sie wurde nicht zur Terroristin, nein sie wurde extrem Depressiv, das ist ja auch ein Vergehen, Krank zu werden , also neuerdings !
Nun weitet sich das Wort Haben auch noch aus, und Monsanto versucht das Lebendige zu patentieren, zB Rind ! Und Pflanzen die seit Jahrmillionen auf Erden gemütlich wachsen heissen jetzt Monsanto Patenting.
Jeder kannes sehen wie er will, aber einaml wird auch das zu Terror führen. Terror ist eine Art von Ventil, nicht das Beste, aber ein Verständliches. Auch wennich eher Gandhi Anhänger bin, aber er war ja auch Terrorist,er hat sogar mit einem Griff ins Meer,nach Salz, ein ganzes Empire niedergestreckt, also ein Ultraterrorist der übelsten Sorte im heutigen Sinn, im Sinne des Herrn Bush.
Dessen Nation kennt sich auch aus in Sachen Terrorismus, oder sind Kollateralschäden kein blinder Terrorismus.
Sollten wir nicht eher teilen, wäre dies nicht billiger, schlussendlich ! Wetten der Terror würde verschwinden, aber dann würde ja der Internationale Waffenhandel zusammenbrechen, der aber blüht seit Bush und 2001 unheimlich.
er Wandel lässt sich nicht aufhalten, deshalb wird unser größtes Problem sein in Würde abzutreten, ohne die Welt in einen Strudel der Gewalt zu ziehen.
'Darum muss man nicht herum reden.', sagt er und redet darum herum. Atemberaubend!
v.
'Osama bin Ladens Terroristen und die RAF haben vieles gemeinsam' ist schon lange meine These.
... also 'unsere kinder' hat (glücklicherweise??) ein anderes motto, hier schön definiert von den kanadischen hip hoppern 'the coup':
'laugh, love, fuck & drink liquor
and help the damn revolution come quicker'
also kein grund, die knüppel rauszuholen und unsere polzei auf sie schiessen zu lassen ;-)
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