Fernsehen Das Prinzip BlamageSeite 3/3

Raab hat das erkannt und sich gerade eine Show auf den Leib gezimmert, die die gesellschaftlichen Lüste mit seinen eigenen Leidenschaften verschmilzt: Schlag den Raab. Das Duell. Der Gladiatorenkampf. 15 Spiele, Mann gegen Mann. Curling, Shorttrack, Biathlon, Eishockey, Klettern, Kistenstapeln, Kopfrechnen, Puzzle, Kartenspiel, Wissensquiz. Es geht jedes Mal um 500000 Euro. Gewinnt Raab, geht die Summe ins nächste Spiel. Gewinnt der Kandidat, ist der mindestens halber Millionär. Dreimal hat die Show bislang stattgefunden, Samstagabend, vier Stunden lang. Zweimal hat Raab gewonnen, und die Einschaltquoten lagen bei durchschnittlich 25 Prozent. Boulevard-Beobachter prophezeien, dass Schlag den Raab Wetten, dass…? in Kürze den Rang ablaufen werde. »Mann gegen Mann ist die älteste Auseinandersetzung der Welt. Mich hat gewundert, dass das noch nie jemand gemacht hat«, sagt Raab.

Wenn die These stimmt, dass er ein durch eigene Ideen und Leistung emporgekommener Kleinbürger ist – muss er dann nicht in der ständigen Angst leben, abzustürzen? »Wenn ich nicht verlieren könnte, würde ich solche Shows nicht machen. Daran scheitern ja die meisten Kollegen. Die sagen: Nee, ich stell mich doch nicht mit meiner Plautze auf einen Dreimeterturm. Bei so was ist der Mut das Wichtigste, zu sagen: Ich stell mich heute Abend.«

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Der unschlagbarste Raab-Faktor ist die Blamage. Nichts lässt sich besser vermarkten als Blamierte und Erniedrigte aus der Privatsender-Prominenz. Stefan Raab selbst aber ist immer fein raus. Auch wenn er verliert, ist die Blamage ein Triumph – weil er sich gestellt hat. Der Eindruck, dass in diesem nie zur Ruhe kommenden Kindskopf von 41 Jahren auf tiefstem Grunde Demut waltet, ist am Ende eines langen Gesprächs nicht mehr ausgeschlossen. Der dauerfröhliche Flegel ist sozialverträglich geworden. »Demut ist ein sehr altertümlicher Begriff, das wäre zu viel des Guten«, sagt er. »Man braucht einen gesunden Blick auf das eigene Ich. Ich nehme mein Leben durchaus ernst und möchte gerne das machen, was mir Spaß macht, um mir die Zeit so angenehm wie möglich zu vertreiben.« – »Sie haben keine höheren Ziel als das?« – »Ich bin kein Typ, der von Selbstzweifeln geplagt durchs Leben geht. Sie werden mich nie meckern hören. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich das machen kann, was ich mache.«

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Leser-Kommentare
    • hagego
    • 15.03.2007 um 17:42 Uhr

    Wenn er doch nur hätte, was er vorgibt zu haben: raabenschwarzen Humor. Dieser altpubertäre Milchreisbubi der Viva-Generation. Provozieren kann er ja. Aber einstecken weit weniger. Fragen wir mal Regina Halmich...

  1. 2.

    Lieber Herr Che, Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, besseres Fernsehen gleich bessere Schulleistungen. Ich glaube da überschätzen Sie die Medien ein wenig.... Ist schon erstaunlich, dass auf einen fairen Artikel, gleich ein unfairer Kommentar geschrieben werden muss.

  2. Solange Raab und Konsorten unsere Fernsehlandschaft verseuchen, müsen wir uns nicht wundern, wenn wir in PISA-Studien auf hinteren Rängen landen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es gibt nur wenige, die soviel Herzblut in ihr Entertainment stecken, wie Stefan Raab. Hut ab. Egal ob Kindergeburtstag, Schlag den Raab oder seine Castingshows, der Mann schaft es zu polarisieren ohne wirklich jemals langweilig zu sein. Ich war lange kein Fan von ihm, aber seit USFO, der letzten Schlag-den-Raab-Sendung und der gestrigen TV-Total-Sendung bin ich es.

    Es gibt nur wenige, die soviel Herzblut in ihr Entertainment stecken, wie Stefan Raab. Hut ab. Egal ob Kindergeburtstag, Schlag den Raab oder seine Castingshows, der Mann schaft es zu polarisieren ohne wirklich jemals langweilig zu sein. Ich war lange kein Fan von ihm, aber seit USFO, der letzten Schlag-den-Raab-Sendung und der gestrigen TV-Total-Sendung bin ich es.

  3. Auch als 'alter Europäer' muss ich anerkennen, dass S.Raab ein genialer Vertreter des Amerikanismus in Deutschland ist.
    Wie kaum ein anderer verkörpert er, dass es keinerlei Skrupel gibt, wenn es ums Geld geht - der höchsten Gottheit des Westens .
    Weiter vorwärts mit SAT, RTL, USA usw.
    Nieder mit der alten europäischen Kultur!

  4. sie ist also endlich in der 'zeit'-redaktion angekommen, die generation teletubbies, die sich und die seifenblasen, auf denen sie sich zu immer neuen 'höhen' schwingt, einfach klasse findet.

    raab ist auch als fernsehmoderator nur ein metzger - dem etwas revolutionäres oder gar erneuerndes abgewinnen zu wollen, heißt den verstand an der kasse abzugeben.

    nüchtern betrachtet taumeln die privaten sender [man muss sich nur die programmpolitik angucken, die zunehmend aus dem plündern der kronjuwelen der kleineren sender in der familie, siehe CSI von VOX nach RTL oder criminal intent von kabel1 zu sat1] der _pleite_ entgegen,.

    eine veranstaltung, bei der drittklassige 'stars' mit einer schüssel unter'm a**** einen hügel runterrutschen oder bei kaminfeuer 'mau mau' spielen, kann man nur als erneuerung feiern, wenn man wirklich kein geld mehr hat, um einen halbwegs vernünftigen film zu bezahlen.

    raab ist nicht der 'erneuerer', als der er hier gefeiert wird, er ist schlicht der konkursverwalter des privaten fernsehens. den job macht er allerdings gut, wenn man selbst in der 'zeit' nicht bemerkt, daß das privatfernsehen am abgrund steht - und offensichtlich nicht sieht, wohind er 'schritt nach vorne' führt.

    • 4tune
    • 13.03.2010 um 0:21 Uhr

    Ich habe mich über den Artikel gefreut und bin über manchen Kommentar verwundert. Raab ist kreativ, schlau, selbstbewußt, nicht oberflächlich und immer wieder überraschend witzig.

    Unser Star für Oslo war erfrischend. Gute Kandidaten, meist klasse Jury, faire Kommentare - entspannte Unterhaltung. Raab ist ein guter Beobachter und bei aller TV-Professionalität menschlich. Zudem ist er der legitime Frankie Nachfolger. Schlag den Raab ist DAS orginäre TV Format nach Wetten Dass. Internationaler Vertriebserfolg gibt ihm recht. Raab macht einfach einen guten Job und ist - im übrigen typisch kölsch - in keinster Weise abgehoben.

    Er feiert Kindergeburtstag und alle Kinder kommen gerne.

  5. Es gibt nur wenige, die soviel Herzblut in ihr Entertainment stecken, wie Stefan Raab. Hut ab. Egal ob Kindergeburtstag, Schlag den Raab oder seine Castingshows, der Mann schaft es zu polarisieren ohne wirklich jemals langweilig zu sein. Ich war lange kein Fan von ihm, aber seit USFO, der letzten Schlag-den-Raab-Sendung und der gestrigen TV-Total-Sendung bin ich es.

    Antwort auf "Raab und der Erfolg"
  6. ich fand raab schon immer unglaublich platt und unlustig. man kann auch spaß mit intelligenter unterhaltung haben, aber das ist eben nicht jedem gegönnt.

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