ZEIT: Russland ist Partnerland der Cebit 2007 und präsentiert sich unter dem Motto »The Innovation Nation«. Stellt sich da einer der künftigen Weltführer in der IT-Branche vor?

Georgij Patschikow: Wissen Sie, ein Land, das reich an Ressourcen ist, entwickelt sich langsam. Russland ist sehr reich und wunderschön. Man könnte aus dem Kaukasus ein gefragtes Touristenziel machen aber es passiert nicht, da es nicht nötig ist. Öl und Gas füllen die Staatskasse.

ZEIT: Der neue Reichtum Russlands müsste doch auch bei den IT-Firmen ankommen?

Patschikow: Ja, aber mit Verzögerung, und es kommt viel weniger an, als nötig wäre. Westliche Investoren wollen lieber in Energiequellen investieren. Und der Staat unterstützt unsere Branche nicht. Vor vier Jahren hat sich Putin mit bedeutenden Vertretern der IT-Industrie getroffen. Ich war auch eingeladen. Wir haben unseren Hauptwunsch vorgetragen: Der Staat möge unsere Entwicklung zumindest nicht stören.

Ich wollte den Leuten im Kreml beibringen, dass sie über unser Wissenschaftlerpotenzial sprechen statt über Öl und Gas.

ZEIT: Und, hat sich im Kreml viel verändert?

Patschikow: Ich weiß es nicht.