Bunte Plastikklötzchen, große Stars in Wachs und ein Riesenrad am Themseufer daraus ist jetzt die nach Disney weltweit zweitgrößte Gruppe von Vergnügungsparks entstanden. Merlin Entertainment, ein Unternehmen im Besitz des Finanzinvestors Blackstone, kauft die Tussauds Group für 1,03 Milliarden Pfund von Dubai International Capital. Sechs der zehn beliebtesten Touristen- und Freizeitattraktionen in Großbritannien gehören jetzt zu Merlin, darunter Legoland, das legendäre Wachsfigurenkabinett und das »London Eye« gegenüber von Big Ben. Das bedeutet 24 Millionen Besucher im Jahr. Mit der Übernahme wolle Merlin »die Positionen beider Unternehmen stärken«, erklärte Joseph Baratta von Blackstone Anfang dieser Woche.

Schon vor der Übernahme erhitzte sich Großbritannien in einer Debatte über den Nutzen von Finanzinvestoren, in deren Folge der britische Branchenverband BVCA jetzt bekannt gab, neue Offenlegungsregeln erarbeiten zu wollen. Unterstützt wird er dabei von 23 der größten Fonds Blackstone inklusive. Ob die Debatte auch dafür verantwortlich ist, dass Merlin die Eintrittspreise für seine Attraktionen nicht anheben will? Hoch genug sind sie allemal: Wer sich Madonna und Marilyn Monroe in Wachs anschauen will, muss schon jetzt 31 Pfund bezahlen. Das sind stolze 45 Euro.