Am 25. März 1957 legten die Vereinbarungen zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und zur Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) den Grundstein für das moderne Europa. Doch das moderne Europa von damals ist zum 50. Geburtstag erschreckend alt geworden, der Wirtschaftsverbund zwischenzeitlich zum Subventionsverband verkommen. Und auch das Wort »Atom« wirkt heute mehr spaltend als vereinend.

Nun sollen es die Forscher richten. Ihre Experimente, Ideen und Patente sollen Europa zum weltweit führenden Wirtschafts- und Wissenschaftsraum machen. Die jüngsten Zahlen und Nachrichten machen Mut:

54,4 Milliarden Euro stellt die EU in den kommenden sieben Jahren für die Wissenschaft zur Verfügung. Das ist ein neuer Weltrekord der Forschungsförderung.

Der soeben begründete Europäische Forschungsrat darf pro Jahr 200 höchst talentierte Jungforscher und bis zu 500 Projekte fördern, die nach nur einem Kriterium ausgewählt werden: ihrer wissenschaftlichen Exzellenz.

Ein European Institute of Technology soll Prestigeeinrichtungen in anderen Teilen der Welt Konkurrenz machen.

Die großen Themen des kommenden EU-Gipfels Klima und Energie könnten, wenn der Kontinent angesichts der viel beschworenen Gefahren nicht in Schreckstarre verfällt, zu den Treibern der Innovation werden.

Damit aus den Ideen der Gegenwart in Zukunft Erfolge werden, müssen die Politiker in Europa der Wissenschaft jedoch mehr Freiraum verschaffen. Wenn Forschungsmilliarden nach anderen Regeln als Exzellenz vergeben werden, fördert das Programm oft nur Mittelmaß.