Diese Frau! Hat sie sich nicht stets als Primadonna der Prinzipientreue präsentiert? Hat Gabriele Pauli nicht monatelang verkündet, nichts, aber auch gar nichts anderes anzustreben im Leben, als immerdar das Landratsamt Fürth zu leiten bekanntermaßen eine der spannendsten Aufgaben, die die Welt bereithält? Die CSU-Rebellin, die den Sturz von Edmund Stoiber anstieß, hat seit dieser Woche ein Glaubwürdigkeitsproblem: Sie will ihr Amt bei nächster Gelegenheit, zur Wahl 2008, aufgeben. Das kann man als Wortbruch werten oder als neuen Beweis, dass diese Frau anders tickt als die Welt um sie herum.

Gabriele Paulis Tun folgt nur einem Prinzip: Paulis Gesetz.

Egal, was Unterstützer wie Kritiker heute behaupten: Schon ihr Aufstand gegen Stoiber war mit den normalen Kategorien politischer Analyse nicht zu erfassen (ZEIT Nr. 3 u. 5/07). Paulis Chancen auf Erfolg waren anfangs gleich null, der Vorwurf des Karrierismus darum zu diesem Zeitpunkt durch die Fakten nicht gedeckt. Dieselbe Verachtung für das landläufig übliche Politkalkül steckt auch in ihrer Ankündigung, den sicheren Sieg in Fürth 2008 auszuschlagen. Ohne einen neuen Job in der Tasche auf eine warme Amtsstube zu verzichten, das gehört sich nicht in der CSU. Pauli sagt, sie wolle sich nach neuen Aufgaben umschauen und das ihren Wählern rechtzeitig sagen. Klug mag das nicht sein, konsequent ist es. Und Konsequenz hat sich im Leben von Gabriele Pauli bisher immer ausgezahlt.