ERFORSCHT UND ERFUNDEN
Flirthilfe bekommen männliche Lanzenschwanzpipras manchmal von untergeordneten Geschlechtsgenossen. Alpha- und Betavogel führen gemeinsam einen Balztanz auf, um das Weibchen zu beeindrucken. Sind sie erfolgreich, kommt nur das Alphamännchen zum Zuge (American Naturalist, Nr. 169, S. 423). Die Betas haben keinen direkten Fortpflanzungsvorteil. Später werden sie zwar häufiger selbst Alphavögel mit eigenem Flirthelfer allerdings nie in ihrem alten Revier. Möglicherweise profitieren sie von ihrer Hilfestellung, indem sie dabei Balzfähigkeiten erlernen.
Die Kindheit und Wachstumsphase des Menschen war schon in der Steinzeit genauso lang wie heute. Dies schlossen Forscher vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie aus dem Entwicklungsstand des Gebisses eines vor 160000 Jahren verstorbenen Achtjährigen (PNAS, Early Online Edition). Das verzögerte Wachstum senkt den akuten Energiebedarf, sodass schon Steinzeiteltern viele Kinder gleichzeitig aufziehen konnten. Zudem hatten unsere Vorfahren so mehr Zeit, ihr größeres Gehirn zum Lernen zu nutzen.
Ein einzelnes Photon mehrfach zu messen, ohne es zu zerstören, ist zum ersten Mal französischen Wissenschaftlern gelungen. Sie haben ein einzelnes Lichtteilchen zwischen supraleitenden Spiegeln gefangen und es über seine komplette Lebensdauer von 0,13 Sekunden hinweg rund 100-mal mit Hilfe eines Stroms von Rubidiumatomen gemessen (Nature, Vol. 446, S. 297). Die Rubidiumatome wurden zwar durch die Anwesenheit des Photons verändert, aber ohne es zu absorbieren. Bisherige Methoden zerstören die gemessenen Photonen.
Nächtens versprühte Düfte könnten helfen, Erinnerungen im Gedächtnis zu verankern. Wer während des Tiefschlafs Gerüche wahrnimmt, die er mit Lernstoff verbindet, rekapituliert diesen später besser (Science, Bd. 315, S. 1426). Forscher der Universitäten Lübeck und Hamburg ließen 18 Testpersonen in einem Raum mit Rosenduft Memory spielen.
Einige der Probanden setzten sie nachts erneut dem Duft aus. Diese erinnerten sich tags darauf an 97 Prozent der Bilder. Die anderen Testspieler hatten sich dagegen nur 86 Prozent merken können.
- Datum
- Quelle DIE ZEIT Nr.12 vom 15.03.2007, S.44
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