MACHER & MÄRKTE Funkchips: Panisch

Die Bedrohung durch Spionagechips lautet in den USA der Titel eines Buches, Warum sich Christen gegen Funkchips und elektronische Überwachung wehren sollten. Das klingt nach esoterischer Panikmache, doch die Überwachungstechnik der sogenannten RFID-Chips wird tatsächlich immer leistungsfähiger. In Portugal wollen Krankenhäuser Babyentführungen verhindern, indem sie ihnen einen von der US-Firma VeriChip entwickelten Funkchip umschnallen. Mitarbeiter einer Überwachungsfirma aus Cincinnati in Ohio tragen den millimetergroßen Funkchip sogar aus Sicherheitsgründen nicht mehr auf, sondern unter der Haut.

Wie es um die Akzeptanz solcher Technik in Deutschland steht, hat der deutsche Think Tank 30 ermittelt, eine Nachwuchsgruppe des Club of Rome. Die jungen Deutschen dachten sich eine Firma namens i-chip aus und warben für deren angebliche Produkte im Internet. Hunderte Rückmeldungen kamen, darunter von Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Chips einsetzen wollten. Zum Beispiel zur »Effizienzsteigerung«, wie eine Firma schrieb. Der Wunsch nach Kontrolle über die Mitarbeiter scheint zu wachsen. Deshalb will der Think Tank 30 mit einem Aufruf eine Debatte über die Technik in Gang bringen (www.tt30.de).

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.12 vom 15.03.2007, S.32
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