Fernsehen Ein ganz neuer DrehSeite 4/4
Spontaneität und Zufall, das sei sein Konzept, sagt Buschka. Er bereite sich bewusst nicht vor. Mit einem Freund fährt Buschka samstags in eine Stadt, irgendwo in Deutschland. Läuft los, befragt die Menschen, die ihm begegnen, lässt sich Geschichten erzählen. So besuchte er abends in Wanne-Eickel die Feier einer goldenen Hochzeit, redete mit Jugendlichen an einer Bushaltestelle über ihre Berufschancen und ließ eine Kioskbesitzerin ihre Sorgen beichten. In 20-Minuten-Happen landen seine etwas gewöhnungsbedürftigen Beiträge im Netz. Die Kamera wackelt, manchmal ist nichts zu verstehen, und es gibt inhaltliche Längen. Aber dennoch gibt Buschka dem Zuschauer das Gefühl, ihn bei der Erforschung eines exotischen Alltags zu begleiten.
Das neue Fernsehen hat bereits seine erste Schleichwerbungsaffäre
Anders als seine jüngeren Kollegen möchte Buschka mit seiner Arbeit möglichst bald Geld verdienen. »Wenn Videoportale mit ihren Angeboten auch auf dem normalen Fernseher im Wohnzimmer abspielbar sind, wird es interessant«, sagt er. Dann könnten Leute wie er ein Massenpublikum erreichen, statt wie bisher nur eine begrenzte technikbegeisterte Gemeinschaft. Neben öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern würden die Videoportale bald die Rolle des dritten großen Programmanbieters übernehmen. Sich selbst sähe Buschka dabei gern als Klaus Bednarz des Internetfernsehens. An die Versprechungen, im demokratisierten Web 2.0 könne praktisch jeder ein Publikum finden, glaubt er nicht. »Nur einige wenige werden sich durchsetzen.«
Über ein Problem müsse er noch reden, sagt Buschka. Es geht um die Trennung zwischen unabhängigen und gekauften Inhalten und die erste Schleichwerbungsaffäre im Internet-TV. In der Verkleidung des Lokaljournalisten Horst Schlämmer betreibt Hape Kerkeling seit Ende Januar eine eigene Website. In Drei-Minuten-Clips ist dort zu sehen, wie die Kunstfigur Schlämmer Fahrunterricht nimmt. Über eine Million Mal wurden die Videos angeklickt. Prominent im Bild und von Kerkeling ausgiebig gelobt dabei immer wieder das Auto, ein VW Golf. Der VW-Konzern gab erst Wochen später bekannt, dass es sich bei den Clips um eine gesponserte Imagekampagne handelte. Nun war zwar endlich mal Geld in das neue Medium geflossen, aber die junge Internet-TV-Szene schrie entsetzt auf. Sie sah ihre Glaubwürdigkeit in Gefahr.
Um einen Ausverkauf an die Werbeindustrie zu verhindern, müsse die Geldfrage möglichst schnell gelöst werden, sagt Buschka. Er hat versucht, eine gemeinsame Interessenvertretung der Internet-TV-Produzenten zu organisieren, um besser mit den Videoportalen verhandeln zu können. Die Resonanz war gering, kaum einer hat seine E-Mails beantwortet. Um wenigstens etwas Geld zu verdienen, plant er jetzt einen Onlineshop, in dem er T-Shirts mit dem Logo seiner Sendung verkaufen will.
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*Die Internetadressen der drei porträtierten Fernsehmacher:
www.maingold.com/tag/elsa-seefahrt »
alextv.de »
www.buschka-entdeckt.de »
- Datum 17.03.2007 - 11:40 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 15.03.2007 Nr. 12
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PRESSETEXT
Stand: 07.03.2007
doschauher.tv – mit den Terminen der Sendungen im Wintersemester
Sehr geehrte Damen und Herren,
http://www.doschauher.tv ist der erste und bis dato einzige Internetfernsehsender den eine Hochschule produziert und regelmäßig live im Internet sendet. Dabei werden alle Funktion vor und hinter der Kamera, in Redaktion und Technik von Studenten der FH Deggendorf übernommen.
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Die neuen Perspektiven von „doschauher.tv“ im Wintersemester 2006/07
Im Wintersemester 2006/07 plant die Redaktion und die Technikgruppe eine stärkere Ausrichtung im und für das Internet. So wollen wir Shooting-Stars der Szene einladen, eine Plattform für studentische Clips (auch für Handy-Clips) bieten. Eine Studiokamera, die während der Sendung von den Zuschauern über das Internet bedient werden kann, anbieten. Handy-Film-Reportagen ausprobieren und ein Netzwerk von Independ-Internet-TV-Stationen aufbauen.
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