Kicken mit dem Minister

Der Abgeordnete Müller-Emmert (SPD) hat als Mitglied des Bundestages von 1961 bis 1987 viele wichtige Reden gehalten. Sein meistzitierter Satz findet sich aber in keinem Sitzungsprotokoll. » Fußball ist die einzige Freude, die wir in Bonn haben«, erklärte Müller-Emmert 1967 zur Gründung des FC Bundestag, der Fußballmannschaft des Parlamentes, die dieser Tage ihren 40. Geburtstag feiert. Doch nutzte die Truppe auch manche Gelegenheit, die freudlose Heimat zu verlassen zu Auswärtsspielen, unter anderem in Namibia und Italien. Gleich 1990 wurde man von der demokratisierten Volkskammer mit dem damaligen Leistungsträger Rainer Eppelmann herausgefordert. Man begegnete sich auf Augenhöhe, das Spiel endete 2:2.

Wie bei Real Madrid konnten große Namen Niederlagen nicht immer verhindern: Waigel, Fischer, Struck, Töpfer, Lafontaine, Lammert um nur einige zu nennen. Heute ist Verteidigungsminister Jung ranghöchster Stammspieler. Gespielt wird in den Sitzungswochen, der Kader umfasst etwa 35 aktive Akteure, es gilt das Solidaritätsprinzip.

»Alle, die kommen, spielen auch«, sagt Klaus Riegert (CDU), Rekordtorschütze (222 Treffer in 15 Jahren), Trainer und Manager der Mannschaft. Am kommenden Dienstag, 18 Uhr, wird die Saison im Berliner Jahn-Sportpark eröffnet. Erster, unbequemer Gegner ist der hauseigene Fahrdienst. Zuletzt, im Mai 2006, trennte man sich 2:2.

Leistungsgerecht, wie es heißt.

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.12 vom 15.03.2007, S.66
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