Roman Fortpflanzung in the City
Früher Punkrocker, heute Frauenversteher: Tony Parsons ist der Bestsellerautor für alle, die mit ihrer Musik alt und konservativ geworden sind.
Mit Punks kennt sich Tony Parsons gut aus. »Ich war ein wütendes Arbeiterkind, das ein Leben, Aufruhr und eine Karriere suchte.« 1976 ging er auf ein Konzert der Sex Pistols, da wusste er: Das ist es.
Was aber passiert, wenn Punker Papa werden? Wenn sie Tony Parsons heißen, schreiben sie Romane und verdienen gutes Geld damit.
Karriere machte Parsons als Journalist. Er arbeitete beim New Musical Express (NME), dieser für Generationen stilprägenden Zeitschrift, die auf der Suche war nach den wütenden Jugendlichen, die den Punkrock beschreiben konnten – junge Schreiber, die nicht auf Sex-Pistols-Konzerte gingen, um darüber zu berichten; sondern um mit den Musikern Drogen zu nehmen.
Parsons’ Zeit beim NME ist Popgeschichte. Er heiratete die Kollegin Julie Burchill, die beiden bekamen einen Sohn, sie verließen den NME, und Burchill verließ Parsons wegen einer Studentin. Sie waren so berühmt, dass sie über sich schreiben und daran gut verdienen konnten. Man and a Boy nannte Parsons den Roman, in dem er von seinem Leben als alleinerziehender Vater erzählt. Das Buch verkaufte sich millionenfach. Jetzt hat Parsons in Als wir unsterblich waren seine Zeit beim NME verarbeitet.
Die drei Helden Terry, Leon und Ray arbeiten in der Redaktion einer Musikzeitschrift. Terry kommt, wie Parsons, aus einer Arbeiterfamilie, hat in einer Gin-Fabrik gearbeitet und ist mit der Kollegin Misty zusammen. Er trägt Doc Martens, ein CBGB-T-Shirt unter dem Secondhandjackett und schwarz gefärbte Stachelhaare zum blassen Gesicht: »Er schrieb darüber, wie sich alles gerade veränderte. Von den Frisuren bis zu den Hosen und allem, was dazwischen lag.«
- Datum 15.03.2007 - 11:55 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 15.03.2007 Nr. 12
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