Baden-Württemberg Aus der WeltSeite 2/2
Zwar bieten inzwischen viele Kabelnetzbetreiber digitale Fernsehanschlüsse an, DSL-Anschlüsse inklusive. Sie könnten eine Alternative zur Telekom sein. Doch die Hohentengener gucken auch hier in die Röhre. Denn die Mainzer Gesellschaft Primacom, die das örtliche Kabelnetz vor einigen Jahren gekauft hat, denkt nicht daran, in den Ausbau im tiefsten Südschwarzwald zu investieren.
Der Bürgermeister hat, trotz kommunaler Verschuldung, schon eine Beteiligung der Gemeinde am Ausbau in Höhe von 60.000 Euro angeboten. Er trieb zwei Schweizer Kabelbetreiber auf, die an einem Kauf des veralteten lokalen Netzes interessiert waren, schmiedete eine Nutzungsgemeinschaft mit anderen abgehängten Schweizer Gemeinden. Ohne Erfolg. Zuletzt hat die Gemeinde der Firma Primacom mit juristischen Schritten gedroht, pochte per Anwalt auf die Einhaltung eines Gestattungsvertrages, in dem die laufende Modernisierung auf neueste Technologie festgeschrieben ist. Primacom schrieb zurück, der Vertrag sei durch die mittlerweile erfolgte Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte wirkungslos geworden, und mit ihm die darin festgehaltene Versorgungspflicht. »Die wissen genau, dass bis zu einem Urteil 15 Jahre vergehen können, wenn wir klagen«, sagt Benz.
So lernen die Schüler der örtlichen Grund- und Hauptschule beim Internetsurfen bis auf Weiteres einiges über die Tugend der Geduld. Dort gibt es zwar einen neuen Computerraum mit 30 PCs, doch alle Geräte hängen über eine Kabelbündelung an einem einzigen ISDN-Anschluss alter Machart. »Man kann sich vorstellen, wie schnell das noch funktioniert«, sagt Uwe Berger, EDV-Beauftragter im örtlichen Rathaus. Kürzlich musste er bei eBay alte ISDN-Router der Marke Elsa auftreiben, um endlich den Datenfluss zwischen dem Rathaus, dem Bauhof und der Kläranlage zu ermöglichen. Berger lebt im Ort. Zum Ärger um die langen Leitungen kommt für die Hohentengener noch der Hohn am Telefon. »Was vielen bei uns wirklich sauer aufstößt«, sagt der EDV-Beauftragte, »sind die ständigen Anrufe von Hotlines, die wieder die neuesten DSL-Tarife anbieten.«
Der Bürgermeister hat inzwischen auch Ärger mit der Deutschen Post
Bürgermeister Benz will weiterkämpfen, sobald er seine dritte Amtszeit angetreten hat. Am 25. März ist Wahltag in Hohentengen. Darauf bereitet er sich vor, allerdings ohne die Mithilfe der Deutschen Post, die ihre eigene Filiale in Hohentengen längst geschlossen hat. Die Postverwaltung in Stuttgart aber weigerte sich, den Auftrag für eine Postwurfsendung mit einem Wahlaufruf anzunehmen, ohne den Text vorher einsehen zu dürfen. Benz schluckte seinen Ärger über den Bürokratismus hinunter und engagierte ein paar Schüler, um seine Zettel auszutragen. Mit dem Ergebnis war er durchaus zufrieden.
Wenigstens um seine Wiederwahl macht sich der Bürgermeister keine Sorgen. Er ist der einzige Kandidat.
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Die EU will die Deutsche Telekom zwingen, ihr Glasfasernetz für die Konkurrenz zu öffnen »
- Datum 15.03.2007 - 06:14 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 15.03.2007 Nr. 12
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Eine Lösung des hier geschilderten Problems könnte die Web-Anbindung über die Funktechnologie Wimax sein. Ähnlich wie beim Mobilfunk werden hierbei die Daten über kleine Funkstationen (ähnlich wie beim Mobilfunk) übertragen. Lizenznehmer in Deutschland sind Clearwire, Televersa und die Deutsche Breitband Dienste GmbH. Nachzulesen in der letzten Ausgabe des Magazins Capital vom 15.03.-28.03.2007, S. 116-118.
...erinnert sich noch jemand an den Witz aus der Zeit der angehenden Post-Privatisierung?
'Was macht Minister Schwarz-Schilling eigentlich den ganzen Tag in seinem Büro?'
'Er erledigt die Post!'
Früher galt in Deutschland für die öffentlichen Unternehmen der 'Infrastrukturauftrag' - da wurden die kleinen Dörfer ans Schienen-, Strom, Telefon- oder sonstige Netze angeschlossen, auch wenn es mal etwas teurer wurde.
Darauf pfeift das allein dem Profit der Kapitalisten verpflichtete Privatunternehmen Telekom natürlich.
Also, Herr CDU-Bürgermeister von Hohentengen: was soll das dämliche Herumjammern? Bei jemandem wie Ihnen sollte man ja wohl voraussetzen, daß er weiß, wie Kapitalismus funktioniert, oder? Die einzigen, bei denen Sie sich für die gegenwärtige Situation bedanken dürfen, sind Ihre neobliberalen Parteifreunde in Berlin.
Seien Sie froh, solang Sie überhaupt noch Strom und Gas bekommen in ihrem Kaff. Da wird der Preis wahrscheinlich demnächst auch nach Leitungsweg abgerechnet, warten Sie mal ab, was den Monopolisten noch einfällt.
Was sollen denn erst die Berliner sagen die ohne DSL dastehen? Hier scheitert die Telekom in diversen Stadtteilen auch schon seit 10 Jahren am Ausbau...
Eine Lösung des hier geschilderten Problems könnte die Web-Anbindung über die Funktechnologie Wimax sein. Ähnlich wie beim Mobilfunk werden hierbei die Daten über kleine Funkstationen (ähnlich wie beim Mobilfunk) übertragen. Lizenznehmer in Deutschland sind Clearwire, Televersa und die Deutsche Breitband Dienste GmbH. Nachzulesen in der letzten Ausgabe des Magazins Capital vom 15.03.-28.03.2007, S. 116-118.
Eine Lösung des hier geschilderten Problems könnte die Web-Anbindung über die Funktechnologie Wimax sein. Ähnlich wie beim Mobilfunk werden hierbei die Daten über kleine Funkstationen (ähnlich wie beim Mobilfunk) übertragen. Lizenznehmer in Deutschland sind Clearwire, Televersa und die Deutsche Breitband Dienste GmbH. Nachzulesen in der letzten Ausgabe des Magazins Capital vom 15.03.-28.03.2007, S. 116-118.
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Hohentengen liegt zwar nicht sehr weit vom Südschwarzwald entfernt (Ca. 20 km), es liegt aber am Hochrhein und die Gegend die angrenzt wird als Klettgau bezeichnet.
Mit dem Schwarzwald hat das aber rein gar nichts zu tun.
'warten Sie mal ab, was den Monopolisten noch einfällt'
Die Monopolisten sind m. E. in Fragen der Grundversorgung (Post, Telefon, Verkehrsbetriebe, Energie) gerade nicht das Problem. Ein Monopol ermöglicht es ja, Verluste 'in der Fläche' mit Gewinnen aus Ballungsgebieten zu verrechnen. Nicht die Privatisierung öffentlicher Unternehmen, sondern die Liberalisierung der Märkte war/ist das eigentliche Problem. Seitdem jeder Anbieter um die Rosinen des Marktes konkurrieren darf, sind die Kosten für die Anbindung ländlicher Regionen nicht mehr zu finanzieren, sprich: irgendwie wird die Allgemeinheit darauf sitzen bleiben.
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