Menschen ohne Furcht
Vor fünf Jahren am 11. März 2002 ist Marion Gräfin Dönhoff gestorben. Um das Andenken an die frühere Chefredakteurin und langjährige Herausgeberin der ZEIT wachzuhalten, haben die ZEIT, die ZEIT-Stiftung und die Marion Dönhoff Stiftung den Marion Dönhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung gestiftet. Er wird jährlich verliehen.
Der Preis geht an »Menschen, die wissen, worum es geht« so der Titel eines sehr erfolgreichen Buches der Gräfin, das sie vor 30 Jahren schrieb. Darin schilderte sie Menschen, die auf sie Eindruck gemacht haben. » Sie haben alle eins gemeinsam«, schrieb sie im Vorwort: »Sie sind ganz echt sie lassen sich nicht vom Zeitgeist oder von Werbeagenturen stilisieren. Sie machen keine Konzessionen an Publikum, Mode, Karriere. Sie sind ohne Furcht. Sie folgen ihren eigenen Maßstäben und ihrer Intuition.«
Für die Jury des Dönhoff-Preises hat die Gräfin damit verbindliche Maßstäbe festgelegt. Zu den Juroren zählen Vertreter der ZEIT und der beiden Stiftungen, daneben einige langjährige Weggefährten: der Soziologe Lord Dahrendorf, der in Breslau geborene amerikanische Historiker Fritz Stern, Bundeskanzler a. D. und ZEIT-Mitherausgeber Helmut Schmidt, Bundespräsident a. D. Richard von Weizsäcker und Janusz Reiter, Polens Botschafter in Washington (und einst Hospitant in der ZEIT-Redaktion).
Im Jahre 2003 ging der mit 20000 Euro dotierte Hauptpreis an Rupert Neudeck, den Gründer und Vorsitzenden der Hilfsorganisation Cap Anamur. 2004 erhielt den Preis Gesine Schwan, 2005 die Ärztin Ruth Pfau, 2006 der polnische Politiker Bronisaw Geremek. Mit dem Förderpreis in Höhe von 10000 Euro werden Aktionen und Projekte ausgezeichnet, die der Versöhnung zwischen den Völkern dienen. Er ging 2003 an den Verein Heimstatt Tschernobyl - 2004 an das Maximilian-Kolbe-Werk für sein Engagement im Bereich der Verständigung zwischen Polen und Deutschen - 2005 an das Junge Klangforum Mitte Europa, 2006 an die Kinderhilfe Afghanistan.
Nun werden die Preisträger des Jahres 2007 gesucht. Wiederum bitten wir die ZEIT-Leser, uns »Menschen, die wissen, worum es geht« für den Dönhoff-Preis vorzuschlagen. Zugleich können sie Projekte nennen, die im Sinne der Namenspatronin förderungswürdig sind.
Die Preise werden am Geburtstag der Gräfin, dem 2. Dezember 2007, im Deutschen Schauspielhaus Hamburg verliehen. Wir bitten Sie, Ihre Vorschläge bis zum 31. Mai 2007 zu schicken an: DIE ZEIT, Presse-
& - Öffentlichkeitsarbeit, Stichwort »Marion Dönhoff Preis«, Speersort 1, 20095 Hamburg oder per E-Mail an Marion-Doenhoff-Preis@zeit.de
- Datum
- Quelle DIE ZEIT Nr.12 vom 15.03.2007, S.4
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