Belletristik KURZ SCHMERZLOS O ja, tue ich!
Der marebuchverlag druckt jetzt, um die Arbeit der literarischen Übersetzer ins Licht zu rücken, ihren Namen vorne auf den Umschlag. Das wäre hier besser unterblieben. Was Hans-Joachim Maass mit dem Roman Fever von Sean Rowe angestellt hat, ist nicht leicht zu sagen, ins Deutsche jedenfalls hat er ihn nicht gebracht (Traumschiff, 233 S., Hamburg 2007). Der Vorteil seiner Übersetzung besteht immerhin darin, dass man das englische Original leicht rekonstruieren kann: »Er sagte: Ich denke, dass wir an dieser Stelle alle gern etwas von unserem Sicherheitsdirektor hören möchten. Ich werde mit dem anfangen, was wir wissen, begann ich.« Wenn der Erzähler einem hübschen Mädchen begegnet, heißt es: »Ich erkannte, dass sie etwas Besonderes war.« Wenn er in ein Zimmer kommt, in dem sich schon einer befindet, heißt es: »Ich entdeckte Kip, der sich kaum verändert hatte.« Und wenn ein weiterer Mann dazukommt, heißt es: »Er begab sich zum gegenüberliegenden Ende des Raums.« Das Mädchen heißt übrigens Julia und geht an Bord einer Jacht, deren Mannschaft zu einer kriminellen Transaktion unterwegs ist. Der Erzähler möchte nicht, dass Julia mitkommt, der andere Mann aber ist dafür: »Sie kommt nicht mit uns, erklärte ich. O doch, tut sie. O ja, tue ich, kam das Echo von Julia.« Der Erzähler schickt sich drein und sagt: »Ich nehme das Dingi, um in die Stadt zu kommen, verkündete ich. In Ordnung, erwiderte Fontana. Tu es nur in den nächsten zehn Minuten, denn wir müssen los.« Ich tue denken, dass wir hier eine erbärmliche Übersetzung haben und werde das am gegenüberliegenden Ende dieses Textes verkünden. Hat Maass einen guten Job getan? O nein, hat er nicht.
- Datum
- Quelle DIE ZEIT Nr.12 vom 15.03.2007, S.59
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:



