Powerpaare Die Clintons hoch zweiSeite 3/3
»Ich glaube, es steht fifty-fifty, ob sie es macht oder er«, sagt der Politikanalyst Nicolás Ducoté. Schließlich habe Cristina Kirchner zuletzt nur noch Schönwetterthemen angepackt. Schließlich berichten Parlamentsjournalisten, dass man auf den Linoleumfluren des Senates mit der verschlossenen Parlamentarierin auf einmal wieder ins Plaudern kommen könne. Und schließlich die vielen Termine, die Cristina zuletzt mit weltpolitisch wichtigen Frauen vereinbart hat – Nancy Pelosi, Condoleezza Rice, Hillary Clinton, Michelle Bachelet und demnächst wohl auch mit Ségolène Royal und Angela Merkel: Das gibt tolle Handshake-Fotos für einen Wahlkampf.
»Es wäre sehr geschickt für Kirchner, nicht die direkte Wiederwahl zu suchen«, spekuliert ein erfahrener europäischer Diplomat. Mit einer Rochade »König gegen Dame« könnten beide Kirchners die von der Verfassung erlaubten zwei Amtszeiten schlichtweg verdoppeln, quasi im Reißverschlussverfahren: 2007 Cristina, 2011 dann wieder Néstor, 2015 dann wieder Cristina: ein Paar als Dynastie.
Auch wenn Frauen hier früher als anderswo auf dem Kontinent wählen durften, auch wenn es schon lange die Ehescheidung gibt und vergleichsweise liberale Abtreibungsgesetze: Argentinien ist Macho-Land. In der Familie drehen sich Freundschaften, Berufsleben und Ferienplanung in aller Regel um den Fixstern Mann. »Für viele Frauen wäre es sehr ermutigend, wenn hier einmal der Mann die Frau ans Steuer lässt – und dementsprechend hat wohl mancher Mann Angst davor«, sagt Politikanalyst Nicolás Ducoté.
In den neunziger Jahren schien der Präsident Carlos Menem das Land vom Tennisplatz, aus dem Helikopter oder von der Champagnerlounge der Pferderennbahn aus zu regieren. Mit getöntem Haar und Models im Arm. Die trauten Kirchners – ein Gegenprogramm. Sie macht Pilates und rauscht auf Rollerblades durch den präsidialen Garten, er schmeißt sonntags den Grill an und guckt mit Kumpels Fußball. In der Erziehung der Tochter Florencia (17) hat sie die Hosen an. Mitunter kommt der 30-jährige Sohn Máximo vorbei:Alles in allem eine ziemlich normale argentinische Familie.
Ob es nun aber wirklich Liebe ist, die die Kirchners zusammenhält? Oder ob es wirklich so kracht hinter den Kulissen, wie manche Journalisten immer wieder behaupten? Genaues über das Leben des argentinischen Paares wissen ganz wenige, denn die Kirchners haben sich vor allem
pinguinos
an den Hof in Buenos Aires geholt, Getreue aus patagonischen Zeiten – und die halten still. Eines, sagt Politanalyst Ducoté, stehe jedenfalls fest: »Die Kosten für eine Trennung wären mittlerweile viel zu hoch. Wenn einer der beiden Kirchners geht, macht er den anderen automatisch kaputt.«
Zum Thema
Machtwechsel bei den Clintons
-
Hillary hat Bills Karriere hinter sich. Hat er die ihre vor sich? »
Ségolène Royal und François Hollande:
Sie will Frankreichs erste Präsidentin werden. Er ist ihr Partner in der Politik und im Leben »
Von wegen Nepotismus:
Warum Paare, die gemeinsam Macht erobern, Zukunft haben »
- Datum 29.06.2009 - 07:05 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 15.03.2007 Nr. 12
- Kommentare 1
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Ich habe in der “Zeit” selten einen so schlecht recherchierten und obendrein sprachlich schnoddrigen Artikel gelesen.
Um nur zwei grobe Fehler herauszustellen:
1. „Das Politehepaar Kirchner ist Argentiniens Macht-AG. Es teilt alles, auch das Präsidentenamt. Cristina, die Senatorin, soll Néstor im März an der Staatsspitze ablösen.“
Die argentinischen Präsidentenwahlen finden im Oktober 2007 statt, also kann Cristina ihren Mann kaum im März an der Staatsspitze ablösen.
2. „Gegnerin in diesem wichtigsten Wahlkreis des Landes war
damals »Bonbon«, die Frau des Expräsidenten Eduardo Duhalde.“
Die Frau von Eduardo Duhalde heißt hier im Volksmund “Chiche” Duhalde (das weiß hier jeder, anscheinend nur der Verfasser des Artikels nicht).
Peter Schönau, z. Zt. Buenos Aires
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren