MACHER & MÄRKTE Starbucks: Folgenlos

Eine eigenartige PR-Aktion bei der Kaffeehauskette Starbucks: Die Firma versucht, von ihrem Chef abzulenken. Seit Tagen pumpt die Pressestelle fröhlich Schlagzeilen heraus: dass die Firma unter dem Label Hear Music noch mehr selbst produzierte CDs unter die Kaffeetrinker bringen will, dass sich zu den bestehenden 13000 Cafés in den kommenden Jahren noch 40000 neue gesellen könnten und so weiter. Doch Anleger und Börsenspekulanten interessieren sich im Augenblick mehr für den Firmengründer und Chairman Howard Schultz, der Mitte Februar ein harsch formuliertes Memo an sein Management verschickt hatte. Ins »Massengeschäft« sei man abgerutscht, hieß es darin, ein Starbucks-Besuch habe nichts mehr mit dem »romantischen« Erlebnis in einem Kaffeehaus zu tun, und das müsse überdacht werden.

Die Aktie, ohnehin schon auf Talfahrt und heute 20 Prozent unter ihrem Vorjahreshoch, hat seither umso schneller an Wert verloren. So ließ die Geschäftsführung offenbar bei Analysten verbreiten, das Memo von Schultz werde »nichts bewirken«, und am Wochenende sagte Starbucks-Entwicklungschefin Michelle Gass das Gleiche: »Das Memo bewirkt keine Veränderungen unserer Pläne.« Immerhin: Die Starbucks-Aktie hat sich seither leicht erholt.

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.12 vom 15.03.2007, S.32
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