Uni-Präsident Präsident Tabula rasaSeite 3/3

Und tatsächlich, es sieht so aus, als könnte der junge Uni-Präsident mit seiner Charmeoffensive das Unwahrscheinliche schaffen: Die Stimmung auf dem Campus dreht sich. Selbst seine größten Kritiker loben die offene Gesprächskultur, die mit Spoun in die Universität eingezogen ist. Und Ralph Koglin, der bei Spouns Amtsantritt Asta-Sprecher war, sagt: »Wenn Sie jemanden suchen, der kein gutes Haar an der Reform lässt, bin ich nicht der Richtige. Statt über die schlechte Lage zu lamentieren, nimmt da einer das Heft endlich in die Hand und handelt.«

Kürzlich ist Spoun ein weiterer Coup gelungen. Er hat Daniel Libeskind, den New Yorker Stararchitekten, dazu überredet, mit Lüneburger Studenten ein Blockseminar zu veranstalten. Thema: die Neugestaltung des Campus auf dem ehemaligen Kasernengelände. »Denn ein akademischer Geist lebt auch von der Ästhetik.« Als er das sagt, steht der junge Uni-Präsident gerade auf den Stufen vor einem dieser trutzigen Backsteingebäude, in denen früher die Soldaten hausten. Er sieht auf langweilige Hauswände, auf ausgetretene Rasenflächen und planierte Wege. Das ist seine Uni. Er steht da und fängt an zu lachen. Für ein paar Momente hat er all den Ärger vergessen, all die Kämpfe und den Argwohn. »Kommen Sie in fünf Jahren wieder«, sagt er. »Sie werden sich wundern.«

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Leser-Kommentare
  1. 1.

    Erstens ist Stefan Jansen von der Zeppelin University mit aktuell 35 Jahren jünger bzw. der jüngste Universitätspräsident.
    Zweitens sind auch an der ZU ein gewisses 'Studium Generale' bzw. entsprechende alternative Studieninhalte eingepflegt und drittens gibt es auch die Alanus Hochschule, die ein sehr ähnliches Konzept betreibt. Wobei ich glaube dass auch bei der 'Leuphana' ein 'aggressives' Marketing (wie bei Alanus und der ZU) eingesetzt werden wird. Ob wirklich alles nötige Fachwissen vermittelt wird, kann zwar angezweifelt werden, aber da dies eine akkreditierte Universität sein wird, sollte bei entsprechender (guter bis sehr guter) Leistung der Studierenden denke ich hier kein Problem auftreten, wobei das natürlich auf den angestrebten Abschluss bzw. die Branche ankommt...

  2. 2.

    Unsere Uni Lüneburg heißt jetzt Leuphana College. Wir sind jetzt bordeauxrot, innovativ und Hauptfach heißt jetzt „major“.
    Dass eine inhaltliche und strukturelle Neuausrichtung des Studiums an unserer Universität in Zeiten von Bologna gut und notwendig ist, steht außer Frage. Dass Sascha Spoun und Holm Keller dafür zeitgemäße und kreative Konzepte entwickelt haben, auch.
    Über die Prioritätensetzung lässt sich dabei streiten. Ein an sich sehr schön modernisierter Campus soll – dank Libeskind – schöner werden. Ein kürzlich an der Uni entworfenes und durchdachtes Logo wird verworfen - dank Scholz&Friends werden wir zur Leuphana-Marke.
    Und was ist eigentlich gegen „Haupt- und Nebenfach“ einzuwenden?
    Übrigens: bei aller „Design“-Fragen gibt es Studenten, die ihr Studium an der Uni Lüneburg nicht abschließen können, da dringend benötigte Professorenstellen aus Geldmangel unbesetzt bleiben. Ein Ziel für eine Umstrukturierung und Neuausrichtung müsste auch darin liegen, solche Missstände zu beseitigen.
    Aber wer weiß, worauf wir uns noch freuen dürfen: vielleicht kommt ja Joschka Fischer demnächst von Princeton nach Lüneburg und lehrt am Leuphana College...

    Eva Krotoschak, Franziska Rimmele
    Studierende an der Universität Lüneburg/Leuphana College

  3. schnell fertig ist der journalist wohl mit dem worte, das schwer sich handhabt .... die 15 jahre autokratische herrschaft des vorgängers prof. donner habe ich wohl verpasst (was meint der autor, woher diese unsinnige aussage?) obwohl ich fast täglich an der universität lüneburg war, und zu dem angeblich erbärmlich finanziellen zustand hätte man doch gern belege. was ist das für ein stil, die leistung eines menschen mit einem unwahren halbsatz abzutun? lese ich die seriöse zeit oder was war das? prof. martin, universität lüneburg

    • Juhnke
    • 11.04.2007 um 17:49 Uhr

    ...und dann ist Stephan (mit ph) Jansen nicht der jüngste Universitätspräsident, denn er ist gar nicht Universitätspräsident, sondern 'nur' Präsident einer 'University'. In der Bezeichnung nur ein kleiner Unterschied (den er in der Außendarstellung auch hin und wieder mal unter den Tisch fallen lässt), aber qualitativ doch ein keinesfalls zu verachtender.

  4. ... Besserwisserische, kleinkarierte Titelhuberei! Eine der Miseren, die wirkliche Bildungsreformen in unserem Land blockieren.

  5. ... Besserwisserische, kleinkarierte Titelhuberei! Eine der Miseren, die wirkliche Bildungsreformen in unserem Land blockieren.

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