Austen-Perle

Zu ihren Dichtern haben die Briten ein inniges Verhältnis. Entsprechend begeistert reagieren dort die Sammler, wenn Devotionalien ihrer Poeten angeboten werden. Und entsprechend hoch steigen jedes Mal die Gebote: Als im Mai 2004 135 Stücke aus dem Nachlass von Sir Arthur Conan Doyle versteigert wurden, waren die Briefe, Tagebücher und Medaillen des Sherlock-Holmes-Erfinders seinen Verehrern rund eine Million Pfund wert. Allein für drei Kladden mit Notizen zahlte ein Fan 140000 Pfund. Und als im vergangenen Juli zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder ein Exemplar von Shakespeares legendärem First Folio, der 1623 gedruckten Erstausgabe seiner gesammelten Theaterstücke, auf den Markt kam, endeten die Gebote erst bei 2,8 Millionen Pfund! Am 19. April wird Christies erstaunlicherweise in New York eines der berühmtesten Gemälde der britischen Literaturgeschichte versteigern. Das betulich brave Porträt, das der englische Gesellschaftsmaler Ozias Humphry um 1788 von Jane Austen malte, zierte 1884 das Frontispiz der Erstausgabe ihrer Briefe. In den 1930ern versuchte der damalige Direktor der National Portrait Gallery in London vergeblich, der Austen-Familie das Bild abzukaufen. Jetzt hat sein Nachfolger die Möglichkeit dazu. Es könnte allerdings teuer werden: Die obere Taxe liegt bei 800000 Dollar.

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.15 vom 04.04.2007, S.50
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