ERFORSCHT UND ERFUNDEN

Heuschnupfen wird möglicherweise durch chemisch aktive, von Pollen abgegebene Stickstoffverbindungen verursacht. Britische Forscher zeigten, dass gerade jene Pollenarten, die Schleimhäute von Augen und Nase empfindlich reizen, gegenüber anderen Spezies deutlich höhere Mengen Stickstoffoxid und Nitrit freisetzen (Jahrestreffen der Society for Experimental Biology in Glasgow, 3. April 2007). Vermutlich nutzen die Pflanzensamen die Stoffe während der Reproduktion als chemisches Signal an den weiblichen Blütenteil. Unter den Folgen derartiger Pflanzenkommunikation leiden besonders in den Industrieländern alljährlich bis zu 20 Prozent der Bevölkerung.

221 Gene machen angeblich den Unterschied zwischen Rauchern, die aufhören können, und solchen, die daran scheitern (BMC Genetics, online). Die Forscher verglichen die Gene von Rauchern und Nichtrauchern. Hilfreiche Varianten der 221 Gene fanden sich nur bei den Tabakfreunden, die von der Zigarette losgekommen waren, in größerer Anzahl. 30 der Rauchergene spielen auch bei der Abhängigkeit von anderen Drogen eine Rolle. Die Untersuchung soll helfen, die Behandlung von Rauchern, die aufhören wollen, in Zukunft individueller zu gestalten.

Bakterienenzyme sollen Konserven der Blutgruppen A, B und AB in Blutgruppe 0 umwandeln, indem sie die Antigene auf ihnen ausschalten (Nature Biotechnology, Vol 25, S. 454). Rote Blutkörperchen der Gruppe 0 haben keine Antigene und sind deswegen universell bei Patienten aller Hauptblutgruppen einsetzbar. Patienten der Blutgruppe 0 vertragen nur Blutkörperchen dieses Typs. Deswegen herrscht meist Mangel an solchem Spenderblut. Unpassende Transfusionen lassen das Blut verklumpen und können tödlich enden.

Schwarmfische flüchten nach Plan, wenn Fressfeinde angreifen. Statt wild durcheinanderzuschwimmen, entfernen sie sich in geregelter Reihenfolge vom Ort der Bedrohung. Italienische Wissenschaftler vom International Marine Centre (IMC) in Sardinien hatten Vogelangriffe vorgetäuscht und die Reaktion von sieben Schwärmen von Meeräschen (Mugil cephalus) jeweils zehn Mal mit einer Hochgeschwindigkeitskamera gefilmt. Die Aufnahmen zeigen, dass bestimmte Tiere anderen Artgenossen stets den Vortritt lassen ein Hinweis, dass die Fische auch in Schrecksekunden eine zeitliche Ordnung einhalten.

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.15 vom 04.04.2007, S.39
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