MACHER & MÄRKTE Oppenheim: Verlagert

Das schnieke Bankhaus Sal. Oppenheim kappt seine Wurzeln. Nach zwei Jahrhunderten im Rheinland, im Jahr der Französischen Revolution in Bonn gegründet und seit 1798 in Köln ansässig, flaggt die Privatbank im Großherzogtum Luxemburg neu aus. Dorthin soll der Hauptsitz verlegt werden samt einer etwa 30 Mann starken Truppe, die für die Konzernsteuerung der Bank zuständig ist. Das ist ein schwerer Schlag für den Finanzstandort Deutschland. Die in siebter Generation Oppenheim-geführte Bank gilt als eine der wenigen Erfolgsgeschichten jüngeren Datums im heimischen Bankgewerbe. Nach dem Kauf der Frankfurter BHF-Bank ist Sal. Oppenheim zur größten Privatbank Europas aufgestiegen.

Der offizielle Grund für die Flucht: Die internationale Expansion solle vorangetrieben werden. Steuerliche Gründe, woran jeder sofort beim Thema Luxemburg denkt, hätten keine Rolle gespielt. Was dann?

»Regulierungsabitrage«, sagt Sven Zeller, Partner bei der internationalen Anwaltskanzlei Clifford Chance. Die Luxemburger Finanzaufsicht mache den Banken das Leben leichter, sei kooperativer, schneller und liberaler als die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin). Luxemburg lasse dem Geschäftssinn mehr Raum, die BaFin betrachte sich vorrangig als Schutzschild für deutsche Kunden, sagt Zeller. Im Umfeld der Bank wird auch auf das striktere Bankgeheimnis in Luxemburg hingewiesen. In der gehobenen Vermögensverwaltung sei das ein »wichtiges Argument«.

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.15 vom 04.04.2007, S.34
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