MACHER & MÄRKTE Pestizide: Verbessert

Der Chemieexperte von Greenpeace, Manfred Krautter, hat es schon immer geahnt: »Wenn sie nur wollen, können die Handelsketten sehr schnell auf bessere Ware umstellen.« Die Vermutung bestätigte jetzt der Metro-Konzern, der neue Obergrenzen für die Pestizidbelastung in Lebensmitteln festlegte und mit einem Programm zur Reduktion von Gift auf Obst und Gemüse startet. Zuvor hatten schon Lidl, Aldi und Rewe auf Greenpeace-Kampagnen mit entsprechenden Initiativen reagiert.

Die Umweltorganisation prüft seit 2005, wie stark Obst und Gemüse belastet sind. In ihrem jüngsten Test vom Februar, in dem fast 600 Proben auf 250 Pestizide untersucht wurden, schnitt rund jedes vierte Produkt mit »nicht empfehlenswert« ab. Vor allem in Trauben und Kopfsalat steckten manchmal so hohe Belastungen, dass ihr Verzehr die Gesundheit von Kleinkindern gefährden könne, hieß es. Im Supermarkt-Vergleich bildeten Edeka und Kaisers Tengelmann die Schlusslichter. Bei ihnen fehlten bis heute noch immer vergleichbare Programme, bemängelt Greenpeace. Ein Sprecher von Edeka weist darauf hin, dass man schon seit 1997 ein »ausgetüfteltes Qualitätsmanagement« habe. Man arbeite aber daran, »noch striktere Qualitätsmaßnahmen einzuziehen«. Von Kaisers Tengelmann war am Wochenbeginn zu diesem Thema keine Stellungnahme zu erhalten.

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.15 vom 04.04.2007, S.34
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