Länderspiegel Hans Schaidinger

Der Regensburger OB zieht sich aus der örtlichen CSU zurück


          Der Regensburger Oberbürgermeister
          Hans Schaidinger
          (CSU)

Der Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU)

Regensburg

Noch wird nur im Konjunktiv davon gesprochen, doch schon bei der Kommunalwahl im Mai 2008 könnte es Realität werden: Hans Schaidinger, populärer Regensburger Oberbürgermeister und einer der Erfolgsgaranten der CSU im Kampf um die Rathäuser im Freistaat, könnte dafür sorgen, dass diese in der Domstadt die Mehrheit verliert. Seit die Partei am Wochenende einen von Schaidingers erklärten Gegenspielern zum Kreisvorsitzenden machte, steht die Regensburger CSU kurz vor der Spaltung; nicht wenige meinen, Schaidinger werde mit einer eigenen Liste, die dann »Pro Regensburg« oder ähnlich heißen könnte, gegen die Parteifreunde von einst kandidieren – wahrscheinlich mit Erfolg.

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Dann aber wär’s erst mal vorbei mit der satten Stadtratsmehrheit, die den Christsozialen in der Vergangenheit so sicher war. Gerade hat Schaidinger mitgeteilt, was er vom neuen Kreisvorstand seiner Partei hält, nämlich nichts. Er werde dem neuen Vorsitzenden »nicht zur Verfügung stehen«, sagte er lapidar. Und: »Ich kann viel schlucken, aber nicht alles.«

Ein Lokalfürst also, der sich dem Votum der Parteibasis selbstherrlich widersetzt? Schaidinger hat kaum eine Wahl, und es ist ein anderer Fürst, der ihn in diese Zwangslage gebracht hat: Der Regensburger Stadtrat Thomas Fürst hat es geschafft, einen Gefolgsmann ins Amt des Kreisvorsitzenden zu befördern. Fürst wiederum wird seit Langem eine besondere Nähe zum rechtsradikalen Milieu nachgesagt. Immer wieder setzte er sich dagegen zur Wehr, auch mit juristischen Mitteln, doch die Gerüchte wollten nicht verstummen. Inzwischen sieht ihn die NPD als Gesinnungsgenossen und applaudiert ihm eifrig.

Kein sehr erfreulicher Anblick, den die CSU dieser Tage in Regensburg bietet. Die Landespartei hingegen hält zu Schaidinger. Er sei »einer der erfolgreichsten Oberbürgermeister in Bayern«, lässt CSU-Generalsekretär Söder wissen, und zudem »unser Mann«. Noch. Dietmar Bruckner

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 04.04.2007 Nr. 15
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    • Schlagworte NPD | Regensburg | CSU | Kommunalwahl | Bayern
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