Ist im Norden alles besser? (I) Die gemütliche FestungSeite 5/5

Was muss ein Däne anstellen, damit das Glück ihn übergeht? Sanne Møller Jensen ist 22 Jahre alt, schmal und blass. Im Schnellrestaurant in Esbjerg setzt sie sich in die dunkelste Ecke. Sie gehört nicht mehr dazu. Sanne hat zwei Fehler gemacht: Sie wollte für ein Jahr sie selbst sein. Und sie hat sich dabei in den falschen Mann verliebt. Jedenfalls aus Sicht ihrer Landsleute.

Sanne erzählt, sie habe seit ihren Kindheitsurlauben für Spanisch geschwärmt, Mädchenromantik, »vor zwei Jahren, nach der Schule, bin ich deshalb nach Bolivien gegangen, in ein Heim für geistig behinderte Kinder, ehrenamtlich«. Schon das habe damals niemand in ihrer Klasse verstanden. »Meine Freundinnen haben gefragt: Sanne, wie blöd bist du denn?« Es gibt derzeit sehr schnell sehr viel Geld zu verdienen. Die Firmen suchen Mitarbeiter, der Staat fördert seine Studenten großzügig und treibt sie an mit seiner Statens Uddanelsesstøtte, einer Art geschenktem Bafög für maximal sechs Jahre, je nach Studienfach. Die Freundinnen konnten es nicht fassen: Sannes Stillstand inmitten rastloser Biografien. Sanne wiederum traf in den Vorbereitungskursen der Hilfsorganisation »viele Deutsche, Engländer, aber keinen einzigen Dänen«. Da habe sie zum ersten Mal gespürt, wie stromlinienförmig ihre Generation sei.

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In Cochabamba, einer Stadt von 700000 Menschen, sah Sanne dann zum ersten Mal in ihrem Leben Armut und Elend. Die Bolivianer fanden sie so schön, so skandinavisch bleich, dass sie Sanne für eine landesweite Kampagne von Christian Dior fotografierten. Und Sanne traf Claudio, Sohn eines reichen Zuckerfabrikanten, zwei Jahre älter als sie. Sie hat Fotos mitgebracht. Sie zeigen einen Wuschelkopf im Wollpullover, einen Faxenmacher, verlegen vor der Kamera. Sanne lacht bitter auf und sagt: »Ich habe mich lange dagegen gewehrt. Ich wusste ja, so eine Liebe ist dumm. Sie ist immer dumm, aber für eine Dänin ganz besonders.«

Sanne Møller Jensen hatte das Pech, sich zu verlieben, nachdem Dänemark beschlossen hatte, Einwanderer je nach Herkunft in nützliche und weniger nützliche einzuteilen – mit Gesetzen, die so streng sind wie kaum sonst auf der Welt. Seit 2001 ist eine konservative Minderheitsregierung an der Macht, sie wird gestützt von der Dansk Folkeparti, die mit Ressentiments gegen Zuwanderer Stimmen sammelt. So verglich die Abgeordnete Louise Frevert auf ihrer Internetseite junge Muslime mit Krebszellen, die man am besten wegschneide. Ihr Claudio ist eine Krebszelle, erfuhr Sanne.

Als sie mit Claudio aus Bolivien heimfliegen wollte, in eine gemeinsame Zukunft, gab es zwei Gesetze, die ihr eine Rückkehr verwehrten. Auch eine Hochzeit würde ihr nicht helfen. Das erste Gesetz sagt, dass Partner einer »gemischten Ehe« mindestens 24 Jahre alt sein müssen; damit sollen offiziell Zwangsehen verhindert werden. Dieses Gesetz träfe die 22-Jährige bald nicht mehr, aber dann griffe die zweite Vorschrift: Sannes und Claudios Bindung an Dänemark müsste stärker sein als die an Bolivien. Sie haben sich aber in Bolivien kennengelernt, die Bindung an Dänemark sei deshalb schwächer. Keine Chance.

Der Staat hat kein Interesse daran, die Liebe seiner Bürger zu fördern, er will sein Paradies verteidigen. So ist Dänemark zu einer Festung innerhalb der Festung Europa geworden.

Nun müssen sich immer mehr Dänen zwischen ihrer Liebe und ihrem Land entscheiden. Rund 3000 Dänen leben inzwischen mit ihren ausländischen Partnern in Schweden im Exil, einige Hundert in Deutschland. Dabei waren viele für Dänemark in die Welt gezogen, als Manager, Botschaftsangestellte. Aufsehen erregte der Fall eines Ingenieurs, der mit Hilfe des dänischen Außenministeriums jahrzehntelang in Vietnam Brücken baute, eine Vietnamesin heiratete, mit ihr Kinder bekam – und als Rentner nicht zurück in seine Heimat durfte, nur ohne seine Familie. Bis Zeitungen darüber berichteten.

Sanne sagt, sie werde jetzt manchmal angeblafft in Esbjerg. Sogar ihr Onkel frage sie hin und wieder: »Was willst du mit so einem Macho?« Sanne sucht jetzt eine Wohnung für sich und ihren Freund, sie sucht eine Zukunft. In Schweden. »Wir werden dort nicht warten, dass sie uns irgendwann wieder nehmen, weil wir dann dänisch genug sind oder wirtschaftlich attraktiv«, sagt sie, »jetzt verlieren sie mich für immer.« Sanne wird wegziehen, drei Brücken und 350 Kilometer weiter, nach Lund in Schweden. Sie klingt sehr entschieden. Dennoch wird sie sich fühlen wie eine Vertriebene, wenn sie das Paradies verlässt.

ZEIT-Serie: Ist im Norden alles besser?
Schweden – Warum hat ein Land ohne große Probleme so viel Angst? »

Finnland – Was ist die Schule wert? »

Diese netten Dänen – Warum wir Deutschland so gern mit kleinen Ländern vergleichen – Nachtrag zur ZEIT-Serie»

 
Leser-Kommentare
  1. Hier ist ein Fehler in der Berichterstattung der Zeit. In DK leisten die Jobcenter keine Arbeitslosenfinanzierung. Diese werden durch die A - Kassen geleistet und zwar 90% Arbeitslosengeld und das 4 Jahre lang. Diese Arbeitslosen - Kassen sind Einrichtungen der Gewerkschaften, die auch die Beiträge kassieren.

    Wer keinen Anspruch hat auf Arbeitslosengeld kann zwar zur Jobvermittlung AF gehen aber er erhält kein Geld dazu muss er zum Sozialkontor seiner Kommune gehen, dort bekommt er Geld aber gleichzeitig einen Job im offentlichen Sektor, Papieraufsammeln im Park oder so.

  2. Hier ist ein Fehler in der Berichterstattung der Zeit. In DK leisten die Jobcenter keine Arbeitslosenfinanzierung. Diese werden durch die A - Kassen geleistet und zwar 90% Arbeitslosengeld und das 4 Jahre lang. Diese Arbeitslosen - Kassen sind Einrichtungen der Gewerkschaften, die auch die Beiträge kassieren.

    Wer keinen Anspruch hat auf Arbeitslosengeld kann zwar zur Jobvermittlung AF gehen aber er erhält kein Geld dazu muss er zum Sozialkontor seiner Kommune gehen, dort bekommt er Geld aber gleichzeitig einen Job im offentlichen Sektor, Papieraufsammeln im Park oder so.

    [Wenn sich ein Fehler in der Berichterstattung eingeschlichen hat, heißt das noch lange nicht Leserbetrug - oder denken Sie, die Redakteure handeln vorsätzlich?/ Redaktion]

  3. Es ist erst eine kurze Zeit Aufschwung in Dänemark und bereits jetzt purzeln die Häuserpreise.
    Die Arbeitslosigkeit ist sogar wieder am steigen, während sie in Deutschland fällt und das Gesundheitssystem ist eines der schlechtesten in Europa.(Ich fahre inzwischen lieber nach Deutschland zum Arzt, auch wenn ich es dann selber zahle)
    Viele Patienten sterben hier, weil sie zu lange auf einen Krankenhausplatz warten müssen. Viele Krankenhäuser sind so unsauber(berichtete die Zeitung BT, nachden sie einen Hundekot Test gemacht haben), dass Menschen dort an Infektionen sterben, obwohl sie nur eine harmlose Operation hatten.
    Dänen haben eine der kürzesten Lebenszeiten in der EU.
    Die Kaufkraft eines Dänen ist die drittschlechteste in Europa. Waren sind im durchschitt 24% teuer als der EU Durchschnitt.
    Kindererziehung ist hier kein Thema mehr. Immer mehr Familien geben ihre Kinder auch in den Ferien zur Pflegestelle(oft bis zu 8h am Tag). Ob das nu so toll ist??
    Anerkannt wird man hier tatsächlich nur, wenn man die Dänen ohne Zweifel liebt.
    Ich habe jedenfalls in Deutschland genau so gut oder schlecht gelebt wie in Dänemark.
    In Deutschland durft ich jedoch jederzeit das Land kritisieren, das darf ich hier nicht. Meinungsfreiheit gilt hier nur für Dänen.

    Ich könnte jetzt noch die einen ganzen Haufen gute Dinge über Dänemark erzählen, aber dafür sorgen die Dänen ja selber mehr als genug. Ich denke nur, wer das Land so stark lobt, der sollte hier ersteinmal ein paar Jahre wohnen(als Deutscher) .

    Viel Spaß

    • cegog
    • 16.04.2007 um 16:17 Uhr

    Jene Länder, die für ihren sozialen Frieden bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Prosperität so hoch gelobt werden, haben eins gemeinsam: sie sind relativ 'klein' und müssen es - vielleicht mit Ausnahme der Niederlande - nicht mit ausgeprägten regionalen, ethnischen und sozialen Unterschieden aufnehmen. 'Homogenität' ist denn auch für mich das Schlüsselwort des gesamten Artikels. In Deutschland wären aufgrund seiner Größe, seiner starken regionalen Unterschiede und seiner Geschichte solche paradiesischen (?) Verhältnisse gar nicht herstellbar. Man kann sicherlich einzelne Maßnahmen in Deutschland kopieren. Ob diesen hier in Deutschland der gleiche Erfolg beschieden wäre, bliebe abzuwarten. Ich befürchte, dass dieses dänische Modell nur in seiner Gesamtheit und auch nur in seinem dänischen Milieu funktioniert.

    • iceman
    • 15.04.2007 um 14:35 Uhr

    Für die Kinderbetreuung geben die Dänen 3,35 mal so viel aus wie die Deutschen.
    Im Falle der Arbeitslosigkeit gibt es in Dänemark volle Lohnfortzahlung.
    Das BSP der Dänen liegt pro Kopf um ein gutes Viertel höher als bei uns, Tendenz steigend.
    In Dänemark gibt es eine de facto- Vollbeschäftigung, viel höhere Löhne im unteren Lohnbereich, eine Kinderquote von fast zwei pro Frau, weniger Bürokratie, und ein leistungsfähigeres Gesundheitssystem.
    In soziologischen Feldversuchen wurden Portemonnaies auf der Strasse liegen gelassen - in Skandinavien die meisten zurück gegeben.
    Und: Die sind gut drauf!
    Wer gerade die Dänen näher kennt, der weiss, wie entspannt die miteinander umgehen, wie unverkrampft und offen die sind, wie die feiern können.
    Hanseatische Trauermienen findet man da eher selten.

    Aber das alles zählt nicht!

    Nicht in den Augen der ZEIT-Redaktion, die kaum eine Gelegenheit auslässt, um dieses Land in den Dreck zu ziehen.
    Anders kann man das nicht mehr bezeichnen.
    Ich erinnere an das Verhalten der ZEIT im Karikaturenstreit, an den Aufruf von Helmut Schmidt und vier weiteren ehemaligen EU-Regierungschefs.
    Ich erinnere an die ständigen Verzeichnungen der Dänen als rassistisch oder provinziell.
    Ich erinnere an den letztjährigen Artikel von Wolfgang Zanker (Name ist Programm) mit dem Titel: 'In der Festung Dänemark', siehe:
    http://www.zeit.de/2006/1...
    Geschmückt war dieser Beitrag damals noch von einem grossen Foto, auf dem - von hinten fotografiert - ein stiernackiger kurzhaariger (natürlich blonder) Typ zu sehen war, der wie ein Icon für bierselige Hooligans wirkte.

    Welchen Zweck soll eine solche Scheisse eigentlich erfüllen???

    Wen will man mit solchen Machwerken überzeugen???

    Glaubt die Redaktion der ZEIT tatsächlich, dass man mit solchen hässlichen Verzerrungen die Menschen der Mitte erreicht?
    Und falls ja: Für was? Wogegen?

    Psychopathologische Amokläufe, auch in Druckerschwärze gegossen und auf höherem Niveau, erwecken Widerwillen, sie stossen ab, oder - noch schlimmer - sie färben ab und machen den Leser krank!
    Über eine konservative Welle des Bürgertums braucht sich niemand zu wundern, ihr habt diese Leute vertrieben, und es ist gut möglich, dass aus diesen 'Neocons' eines Tages Wähler radikaler Parteien werden, ohne dass sie selber radikal sind.
    Wer das nicht haben will, der sollte sich als Journalist neu aufstellen, an seiner Psychohygiene arbeiten.

    War der Artikel von Sussebach und Willeke nun besser?
    Nein, das war er nicht!
    Jeder regelmässige Leser erfährt mit der Zeit, dass die 'message' immer an den Schluss gestellt wird, die frohe Botschaft am Ende.
    Und da haben wir es wieder, das alte Spiel:
    Vom guten dänischen Modell bleiben uns künftig die Einzelfälle (angeblich) diskriminierter Menschen in Erinnerung, die gerne nach Dänemark einwandern wollen, aber es nicht dürfen.
    Oder anders: Die Diskriminierung liegt angeblich bereits im Anspruch der Dänen auf Souveränität!
    Machen wir uns doch nichts vor, verdammt nochmal.
    Es sind doch nicht die reichen 'bolivianischen Zuckerfabrikanten', die nach Europa einwandern wollen, und es sind auch nicht die vietnamesischen Ehefrauen europäischer Diplomaten mit vier Kindern.
    Was ihr hier verbreitet, ist zwar als solches nicht die Unwahrheit, aber im grösseren Kontext ein Haufen bullshit.
    Der Vorteil des dänischen Modells liegt - gerade im Vergleich mit dem deutschen - in einer sehr viel niedrigeren Migrantenquote, und die möchten die Dänen aus verständlichen Gründen gerne behalten.
    Trotz der wenigen Migranten gehen in dänischen Grossstädten über die Hälfte der Vergewaltigungen auf das Konto meist muslimischer Zuwanderer, und der grösste Imam des Landes, Abu Laban in Kopenhagen, verbreitet seit Jahren eine einzigartige Hetzpropaganda.
    Individuelle Ungerechtigkeiten gibt es in jedem System, die lassen sich nicht vermeiden, aber bei uns in Deutschland sind die Ungerechtigkeiten, entstanden durch naiven Multikulturalismus, viel grösser.
    Man sollte wenigstens in der Lage sein, Existenzielles von Nebensächlichem zu unterscheiden, die Verfassung einer ganzen Volksgemeinschaft von extremen Ausnahmefällen.
    Die ZEIT und ihre Redaktion kann das nicht, und das lässt sie als sehr dumm erscheinen.
    Jedenfalls ist das mein Eindruck, als Leser.
    Die ZEIT hat das skandinavische Modell verraten, und das schon vor sehr langer Zeit, und das kann und werde ich ihr niemals verzeihen.
    Die linksliberale Ideologie war wichtiger als jeder Pragmatismus, das mulitkulturell Bunte wichtiger als jede Qualität, und der stilisierten Opferhaltung von integrationsresistenten Migranten wurde Vorschub geleistet, wurden Alibis verschafft, es wurde argumentativ aufmunitioniert.
    Mit nationalem Selbsthass wurde als Antriebskraft wurde das Asoziale kultiviert, meist nur in unscheinbaren - aber nichts desto trotz prägenden - Nebensätzen oder Randbemerkungen (darin ist man geübt), wie zum Beispiel bei Robert Leicht in einem Artikel zum Thema Schuluniformen ('...mehr Gemeinsinn - wenn wir ihn denn brauchen').
    Nö, Herr Leicht, Gemeinsinn brauchen wir nicht, wir Menschen sind bloss raffigierige Tiere und leiden nur unter zuviel Staat, und irgendwie regelt sich schon alles von alleine.
    Ehrlichkeit ist nicht wichtig, wir haben ja die Gesetze, nicht wahr?
    Nur zu dumm, dass die wieder störend wirken, wenn es zuviele werden!
    Vielleicht einfach nochmal nachdenken, ganz in Ruhe, ja?
    Ansonsten entsteht nämlich schnell der Eindruck des religiösen Eifers.
    Eher soll die Welt um einen herum in Stücke zerfallen, als dass man auch nur ein Jota an der eigenen Anschauung verändert.

    • Anonym
    • 17.04.2007 um 12:02 Uhr

    ...wie ist es sonst erklärbar, daß im 'eigentlich kranken' Deutschland die Mehrzahl der Arbeitnehmer - wenn auch immer mehr nicht - in absolut paradiesischen Zuständen lebt, während andere Menschen völlig ausgegrenzt werden.
    Letzteres liegt wohl daran, daß D´land unter dicken 'kulturellen Problemen' leidet.
    Mein 'Informant' - ein gebürtiger Schwede, der den Großteil seines Lebens in Dänemark verbrachte - jedenfall versicherte mir oft, daß Dänemark unter sehr ähnlichen 'kulturellen Problemen' leidet.
    Er selbst lebt+arbeitet als Hochqualifizierter (im IT-Bereich) mittlerweile zufrieden in den Niederlanden, da man ihm in DK nicht die geringste Perspektive bot, da irgendwelche lebenslauftechnischen Details den Personalentscheidern nicht passen (->D´land läßt grüssen!!! :-) ).

    Eigentlich paßt das zum Inhalt des Artikels:
    er klingt für mich so, als hätte sich da ein Land extrem abgeschottet (die Dame mit dem Latino mag zu keiner Mehrzahl gehören, aber der Fall grenzt doch sehr an Menschenverachtung), um - so wie im 70er-Jahre-D´land - geringqualifizierten Fließband-Arbeitern wahnsinnig gute Job-Bedingungen bieten zu können, während - s. mein 'Informant' - so mancher Fähige vertrieben wird.
    Das einzige, was er aus DK immer bei sich trägt, ist eine Krankenversich.-Karte - da einmal längere Zeit dort regulär ansässig, kann er auf ewig hinaus relativ luxuriöse gratis medizinische Leistungen in Anspruch nehmen.
    Für mich klingt das ganze nach dem Modell einer völlig abgeschlossenen Paradies-Insel, aus der jeder (->die Dame aus dem Schlußteil d. Artikels; mein 'Informant'), der nicht ganz ins Konzept paßt, brutal rausgeschmissen wird.
    Ist das gut? Und zukunftsfähig?
    Das lasse ich als offene Fragen hier so stehen...

  4. 7.

    nunja
    dazu hätte man auch blos nach südbayern schauen müssen. die herzlichkeit ist ja auch teil unserer mentalität die im norden sonst so gern belächelt wird. nur bei den dänen ists natürlich toll, weil das sind ja ausländer ;-) wir haben übrigens großen fachkräftemangel hier unten, also liebe nordlichter kommts zu uns! gutes essen, gutes wetter und schöne landschaft ;-)

    • benboe
    • 15.04.2007 um 14:39 Uhr

    'Dänemark hat staatliche Gesetze gekippt und sich den Gesetzen des Marktes unterworfen. Das funktioniert so lange, wie die Konjunktur mitspielt – oder spielt die Konjunktur gerade deshalb mit in Dänemark? »Jedenfalls hält unser Modell die Sache am Laufen«, sagt ein Berater des Arbeitsministers.'

    Den Satz und die darauffolgende Theorie halte ich persönlich für falsch. Ja, Dänemakrt zeichnet sich durch ein relativ flexibles System aus - aber das Hauptaugenmerk liegt auf der Verständigung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Jeder weiß das er vom anderen abhängig ist, und jeder behandelt den anderen mit Respekt.

    Das galt auch einmal in Deutschland. Es galt. Heute, wo nur noch Shareholder Value gilt, wo Mitarbeiter nur noch Kostenfaktoren sind, würde ein Systemwechsel wie in Dänemark nicht funktionieren. Dafür sind die wirtschaftsverbände in Deutschland viel zu verwöhnt - arbeitnehmer haben halt einzustecken ...

    Ich selbst habe erleben dürfen wie Chefs in diesem Land das große Katzenjkammern bekamen, tortz voller Bücher, trotz fantastischer Gewinne. Aber sobald es darum ging Mitarbeitern Ihren 'gerechten Lohn' auszuzahlen, waren sie alle ganz ganz arme Schlucker.

    soetwa wäre in Dänemark kaum möglich. Und dieser kleine Unterschied macht das skandinavische System dort möglich und hier nicht.

    Leider.

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