Ökologische Geldanlage Darlehen für den Kuhstall

Deutschlands größte Ökobank vergibt Kredite nach eigenen Kriterien. Manche Kunden beschenkt sie sogar. Ein Blick hinter den Bankschalter.

Mit einer Sparkasse hat dieser Ort wenig gemein. Keine hellen Fensterflächen, der Altbau ist rostrot gestrichen. Den Innenraum dominiert ein schmaler Granitfelsen. Er überragt vier Stockwerke, Wasser läuft am Stein hinab, mündet in einem kleinen grünen Teich mitten in der Eingangshalle, davor Holzbänke. Ein Idyll inmitten dieses ungewöhnlichen Kreditinstituts mit ebenso ungewöhnlichem Namen: GLS – »Gemeinschaft, Leihen, Schenken«. Wörter, die selten geworden sind in einer Branche, die von Hedgefonds und Private-Equity-Häusern auf Erfolg (Rendite, Rendite, Rendite) getrimmt wird.

Die GLS Gemeinschaftsbank in Bochum trotzt der Gewinnsucht. Sie ist die größte und älteste von drei Banken in Deutschland, die sich ausschließlich ethischen Prinzipien unterordnen. »Wir arbeiten mit Menschen und Organisationen zusammen, die ebenso wie wir gesellschaftlich aktiv sind und für sich und andere, unabhängig von Herkunft und Weltanschauung, Verantwortung übernehmen«, heißt es im Leitbild der Bank. Nur die »Guten« bekommen Kredite. Und wer gut ist, darüber entscheidet die Bank.

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In einer Zeit, in der die Autoindustrie Hybridfahrzeuge produziert, die Solarindustrie Börsenliebling ist und selbst bei Aldi Biomöhren zu kaufen sind, scheint die GLS Bank en vogue.

Doch das Geldhaus ist einzigartig. Seit 1974 gibt es die Bank, die nach eigenen Angaben weltweit noch keine einzige Panzerfaust finanziert hat: weder deren Bau noch deren Vertrieb oder Einsatz. Dafür hat das Bochumer Finanzhaus aber Mitte der achtziger Jahre den ersten Windparkfonds in Deutschland aufgelegt, die ersten Bioläden finanziert und Ökobauern unter die Arme gegriffen. Ursprünglich war die GLS Bank eine anthroposophische Einrichtung. Und noch immer steht sie der Waldorfpädagogik näher als der Lehre an einer Business-School, sorgt sich um das Geistige in einer kapitalistischen Welt.

Heute ist die Bank für alle Menschen offen, die umweltbewusst und ethisch-moralisch vertretbar Geldgeschäfte machen wollen. Die GLS bietet ihren über 50000 Kunden Girokonten an, sie organisiert den Handel mit Wertpapieren und Rentenversicherungen oder unterstützt Existenzgründer. Doch bei jedem Schritt achtet die Bank darauf, dass alles, was sie tut, auch ihrem Selbstverständnis entspricht. »Wir halten keine Sonntagsreden über gute Taten. Für uns stehen soziale Verantwortung und gesellschaftliches Engagement im Zentrum der Geschäftpolitik«, sagt Vorstandssprecher Thomas Jorberg.

Leser-Kommentare
  1. (entfernt. Bitte verzichten Sie auf Schleichwerbung. Die Redaktion/jk)

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