Sachbuch Wen der Bumerang trifftSeite 2/2
Terrorgruppen lassen sich angeblich nirgendwo in »Zeit und Raum« lokalisieren. Sie scheinen sich buchstäblich aus Todesengeln zu rekrutieren. Ihre Anschläge sind »wahllos, ziellos und unberechenbar« wie die Angriffe mutierter Killerameisen in japanischen Insektenthrillern. Das widerspricht zahlreichen empirischen Befunden, aber auch der eigenen These, dass Terroristen die mediale Inszenierung der eigenen Massaker gezielt mit einkalkulieren. Beck vermeidet das klassische Vokabular der politischen Feindschaft um den Preis, bedrohliche Gruppen und ihre Praxis zu verdinglichen.
Richtig ist natürlich, dass sowohl Pestizidrückstände im Trinkwasser als auch al-Qaida Unschuldige treffen. Auch wer sich nicht in Gefahr begibt, kann in ihr umkommen. Aber Beck überzieht sein Argument, indem er ganz unterschiedliche Übel, zwischen denen keinerlei Zusammenhang besteht, in das Korsett seines Risikokonzepts zwingt. Was uns angeboten wird, ist keine Theorie, sondern eine Universalformel mit Weltbildcharakter. Anleitungen zum Handeln bleiben vage und beschränken sich auf die übliche Aufforderung zur grenzüberschreitenden Kooperation aller Verantwortlichen, die es ohnehin auf allen Ebenen gibt. Was aber nützt die beste Kooperation, wenn die Dinge auf uns zukommen wie ein Erdrutsch?
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- Datum 11.04.2007 - 04:13 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 12.04.2007 Nr. 16
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