Bioenergie Klimaschutz aus der LeitungSeite 4/4
Das ist Zukunftsmusik. Denn noch vereitelt die Ökonomie, dass die Ökovision Wirklichkeit wird. Obwohl der an den Ölpreis gekoppelte Gaspreis in den vergangenen Jahren bereits kräftig gestiegen ist, kostet Biomethan etwa doppelt so viel wie herkömmliches Erdgas. Allerdings arbeitet die Zeit für das Konkurrenzprodukt vom Lande. Die fossile Energie dürfte teurer werden, während technischer Fortschritt die Herstellung von biologischem Erdgas langsam billiger macht.
Deutsche Produzenten sind schon heute nahe an der Rentabilitätsschwelle – dank staatlich verordneter Förderung durch die Verbraucher: Per Umlage zahlen sie für jede aus Biogas hergestellte Kilowattstunde Strom bis zu 21,5 Cent. Das Biogas aufzubereiten und ins Gasnetz einzuspeisen verursacht zwar zusätzliche Kosten, verspricht aber auch neue Erlöse durch den damit ermöglichten Wärmeverkauf. Der Aachener Stadtwerkechef Attig hofft deshalb schon kurzfristig wenigstens auf »eine schwarze Null«, will aber den Bau seiner Straelener Biomethananlage vor allem als »Investition in die Zukunft« verstanden wissen.
Das Geschäft lockt inzwischen auch die Konzerne. Mit seinem Anfang des Jahres gegründeten Tochterunternehmen E.on Bioerdgas GmbH will der Platzhirsch unter den Versorgern groß in das Geschäft mit der Energie vom Bauern einsteigen. Daran, sagt Friedrich Wolf, Geschäftsführer des Unternehmens, komme man »einfach nicht vorbei«. Tatsächlich wollen die Versorger die Nutzung einer vielversprechenden Technologie nicht verpassen. Die Produktion von Windstrom überließen sie in den vergangenen Jahren Newcomern, die nun bereits einen Marktanteil von immerhin fünf Prozent erobert haben. Diese Erfahrung, heißt es in der Branche, wolle man »nicht noch einmal machen«.
Der Kampf um das Geschäft mit dem Bioerdgas ist deshalb längst entbrannt und hat das politische Berlin ereilt. Das Problem: Den Zugang zum Gasnetz kontrollieren Ruhrgas und Co., woran sich nach Ansicht der Gasversorger in Zukunft nichts ändern soll. Sie wollen auch das Bioerdgas unter ihrer Kontrolle halten – wogegen sich die Biogaspioniere naturgemäß wehren. Um einen sicheren Zugang zum Netz zu bekommen, fordern sie eine gesetzliche Regelung nach dem Vorbild des Erneuerbare-Energien-Gesetzes – inklusive Bestimmungen für die Vergütung des eingespeisten Gases.
Unterstützung erhalten die mittelständischen Biogasproduzenten von den Grünen, aber auch von Landwirtschaftsminister Horst Seehofer, dem Schutzpatron der Bauern. Der CSU-Politiker sprach sich neulich unmissverständlich gegen eine »Oligopolisierung oder gar Monopolisierung« des Geschäfts mit dem »Bestseller« Biogas aus und lässt gerade prüfen, wie er der Branche helfen kann. Leichtfallen dürfte ihm das nicht. Denn offiziell plant die Bundesregierung »kein Biogaseinspeisegesetz«, wie sie Anfang des Jahres in der Antwort auf eine Bundestagsanfrage der FDP verlauten ließ.
Michael Glos, dessen Sohn selbst Biogas produziert, hat in dem sich anbahnenden Streit übrigens noch nicht Stellung bezogen.
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Die Welt hat Hunger.
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Aber die Ressourcen sind begrenzt, ihr Verbrauch schadet dem Klima. Ein Schwerpunkt »
- Datum 23.04.2007 - 11:28 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.04.2007 Nr. 17
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CO2-frei autofahren mit regional aus Energiepflanzen erzeugtem und veredeltem BioGas (Methangehalt > 95 % = Erdgasqualität 'H') ist bereits möglich: In Jameln, Wendland, Landkreis Lüchow-Dannenberg, betreibt die Raiffeisen Warengenossenschaft Jameln (RWG Jameln) seit Juni 2006 die Erste Biogastankstelle Deutschlands. Schade, daß dieser deutschlandweite Vorreiterprojekt in dem Artikel nicht erwähnt ist, aber vielleicht beim nächsten Mal ...
mehr dazu z.B. unter: www.biogastankstelle.de
Seit Eröffnung der Wendländer BioGasTankstelle sind über 80 PKW für den Kraftstoff Erd-/BioGas im Landkreis Lüchow-Dannenberg zugelassen worden. Das entspricht 12 % der Neuzulassungen (Bundesdurchschnitt 0,01 %) und zeigt, wie überaus gut das Pilotprojekt Wendländer BioGasTankstelle von der Bevölkerung angenommen wird. Gleichzeitig ist dieser Erfolg Ausdruck der kooperativen Zusammenarbeit des Betreibers RWG Jameln mit Partnern und Verbrauchern in der Region, die das Projekt unterstützen und davon profitieren.
Wendländer BioGasTankstelle
Die erste Biogastankstelle Deutschlands ist das Ergebnis der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der Raiffeisen Warengenossenschaft eG Jameln, als Investor und Betreiber der Anlage, und Region Aktiv Wendland-Elbetal, dem Verein für zukunftsweisende Regionalentwicklung, als Initiator. Gefördert mit Mitteln des BMELV.
Das Wendland gilt deutschlandweit als Kompetenzregion für BioEnergie.
In zahlreichen Projekten beschäftigen sich hiesige Akteure bereits seit 2002 mit dem Thema Biogas: Sie haben dabei fundiertes Wissen, viel Erfahrung und gründliche Sachkenntnis erworben und sind als Experten in Fachkreisen anerkannt und geschätzt. Mit Eröffnung der 1. BioGasTankstelle Deutschlands hat die Region ihre Vorreiterrolle weiter ausgebaut.
Herzliche Grüße,
angelikaS
Biogas ist zu recht als eine der vorrangigsten zu nutzenden heimischen Energiequellen, sowie als beste Option zu Biosprit genannt worden.
Der übliche Fehler liegt wie immer in der absurden Potentialbemessung der Technik im CO2-Maßstab. Der Wahnsinn hat Methode, im Radio kann man Spots hören: 'Retten Sie die Welt, kaufen Sie die Klima-Vignette, für Ihre Kinder und Enkel'.
Das CO2-Thema ist endgültig auf billigsten Niveau angekommen, ein Geschäft, das auf Emotionen setzt und vielen nach Sinn suchenden in dieser Zeit eine Ersatzreligion bietet. Deshalb ist es auch müssig immer wieder zu erwähnen wieviele Wissenschaftler (jaja, alle von Exxon geschmiert, die anderen aber nicht von Atom + Co...) es für ABSOLUTEN SCHWACHSINN halten, was der Menschheit hier aufgebunden wird.
Viel Spaß beim Ablasshandel, dem gekauften angeblich guten Gewissen, und den weltweiten guten Folgen für die Umwelt!
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