Astronomie Der MondmannSeite 3/3

Fritz Lang, der als Regisseur schon mit Metropolis eine legendäre Zukunftsvision gestaltete, drehte im Jahr 1929 den Stummfilm Frau im Mond. Zu Reklamezwecken sollte damals eine Rakete gebaut und am Premierentag gezündet werden. Es wäre einer der ersten Raketenstarts überhaupt gewesen. Das Projekt scheiterte jedoch an technischen Problemen. Neben Hermann Oberth arbeitete in dem Entwicklungsteam ein 17-jähriger Nachwuchsingenieur namens Wernher von Braun.

Von Braun war damals Mitglied im Verein für Raumschiffahrt, in dem sich deutsche Ingenieure und Techniker zusammengeschlossen hatten. Bis 1934 probten sie auf dem Raketenflugplatz Berlin. Dann wurde das Flugfeld von den Nationalsozialisten geschlossen. Das Heereswaffenamt verpflichtete einige der Berliner Raumschiffahrts-Anhänger, darunter auch von Braun. Es war das Ende der friedlichen Raketenforschung in Deutschland – und rückblickend auch der Anfang vom Ende Deutschlands als Weltraumnation.

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Die deutsche Raumfahrt war nach dem Krieg lange Zeit quasi nicht existent. Im Weltall duellierten sich Sowjets und Amerikaner, andere Nationen hatten weder das Geld noch die technischen Möglichkeiten, um jenseits des Erdballs zu forschen. In den siebziger Jahren wurde deshalb die europäische Raumfahrtbehörde Esa gegründet. Sie sollte den Wissenschaftlern in der Europäischen Gemeinschaft die nötige Infrastruktur bieten, um das All erkunden zu können: Raketen, Technologiezentren und auch einen eigenen Weltraumbahnhof in Französisch-Guyana.

Warum jetzt die Alleingänge so vieler europäischer Nationen? Gerhard Neukum spricht von einem kleinen Rennen innerhalb eines großen Ganzen: Jetzt entscheidet sich, wer bei einer späteren, gemeinsamen, Mondmission am Steuer sitzt – und wer auf der Erde bleiben muss.

Neukum will beschwichtigen, sagt, dass es kein neues Rennen zum Mond gebe. Und doch erwähnt er, dass die Italiener bereits ein Jahr Vorsprung hätten. Und dass die Franzosen viel mehr Geld zur Verfügung hätten. Es ist die Begeisterung des Forschers. Der Mond hat für Neukum noch zu viele Geheimnisse für sich behalten. Neukum sagt: »Man will verstehen, was sich da in den letzten Millionen und Milliarden Jahren getan hat. Das ist wie ein Krimi.« Und er würde ihn gern auflösen.

 
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