Der erste Bericht geht an den Papst. Der baskische Priester Alberto de Onainda schreibt ihn, zwanzig Amtsbrüder unterzeichnen: "Es war ein wunderbarer Tag, der Himmel weich und klar. Wir kamen in den Vororten von Guernica gegen 17 Uhr an. In den Straßen war viel Betrieb, denn es war Markttag. Plötzlich hörten wir die Sirene, und wir bekamen Angst.

Die Leute liefen in alle Richtungen davon und ließen alles stehen und liegen, um Schutz zu suchen, manche rannten auch in die Berge. Bald erschien ein feindliches Flugzeug über Guernica. [] Direkt über dem Zentrum warf es drei Bomben ab. Kurz darauf sah ich sieben Flugzeuge, auf die sechs weitere folgten, dann kamen noch einmal fünf. Alles Junkers-Maschinen. [] Frauen und Kinder und alte Männer stürzten getroffen nieder, wie Fliegen, überall waren große Pfützen von Blut.

Ich sah einen alten Bauern, der allein auf dem Feld stand: Eine Maschinengewehrgarbe tötete ihn. [] Die zweite Welle warf Brandbomben auf unsere gemarterte Stadt. [] Es reichte hin, um den ganzen Ort in einen gewaltigen Feuerofen zu verwandeln."

Der zweite Bericht erscheint am 28. April 1937 in der Londoner Times.

Deren Korrespondent George L. Steer hat erst in der Nacht nach dem Angriff den brennenden Ort erreicht - durch Gespräche mit Augenzeugen verschafft er sich einen Überblick: "Guernica, die älteste Stadt der Basken und das Zentrum ihrer kulturellen Tradition, wurde gestern durch einen Luftangriff der Aufständischen völlig zerstört. [] In der Art und Weise der Ausführung, in dem Ausmaß der Zerstörung wie auch in der Wahl der Mittel ist der Überfall auf Guernica ohne Beispiel in der Militärgeschichte. Guernica war kein militärisches Objekt. [] Die Stadt lag weit hinter der Front. Der Zweck des Bombardements war anscheinend die Demoralisierung der Zivilbevölkerung und die Vernichtung der Wiege des baskischen Volkes." Mehrere Stunden habe der Angriff gedauert, an Intensität immer weiter zunehmend. " Er ließ erst nach bei Einbruch der Dunkelheit um 19.45 Uhr. Die ganze Stadt von 7000 Einwohnern sowie 3000 Flüchtlingen wurde langsam und systematisch in Stücke geschlagen."

Spricht der Priester im Namen der Opfer und appelliert an die Moral, so hat der Reporter das Völkerrecht im Auge. Er markiert den Rechtsbruch, die historische Zäsur.

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