damit Nestlé auch noch am Wasser verdient

Herr Brabeck-Letmathe versucht, sich und seine Firma Nestlé als Umweltschützer auszugeben. Dass die Diskussion um die anthropogene Erderwärmung nur Hysterie sei, der Wassermangel dagegen ein echtes Problem, ist äußerst fragwürdig zumal mögliche (und offensichtliche) Zusammenhänge unerwähnt bleiben.

Richtig ist allerdings die Erkenntnis, dass angesichts weltweiter Ressourcenknappheit kein Recht auf Überfluss existiert. Umso bedauerlicher, dass er diese Erkenntnis auf das Wasser beschränkt.

Kein Wort davon, ob frisches Obst im ganzen Jahr und Fleisch jeden Tag verantwortbar sind. Stattdessen soll die Technik es ganz allein richten, allem voran die Gentechnik, deren Kritiker verunglimpft und deren soziale Folgen mit keinem Wort erwähnt wurden.

D. Bender, Hochstetten

Nicht der »Raubbau am kostbarsten Gut« der Menschheit lässt Herrn Brabeck-Letmathe sorgenvoll in die Kamera blicken. Auch nicht der Wettbewerb um Peanuts, die sich mit Flaschenwasser verdienen lassen.

Es geht ihm allein um die Tatsache, dass der Rohstoff Wasser (jenes, das massenhaft in der Landwirtschaft verbraucht wird) noch nicht weltweit in den von ihm kontrollierbaren Warenkreislauf eingegliedert werden konnte. Nicht die ungerechte Verteilung von Wasser nervt ihn, sondern dass Nestlé keinen Nutzen daraus ziehen kann. We feed the world, sagt Nestlé. Und Wasser braucht einen Preis, der sich durch Angebot und Nachfrage reguliert. Damit Nestlé daran verdient.

Enrico Stolzenburg, per E-Mail

Die Argumente pro Gentechnik am Acker folgen anscheinend dem Zeitgeist. Nach der ersten Ölkrise 1973 wurde uns als Studenten der Landwirtschaft vorgeschwärmt, wie sinnvoll es sei, die Fähigkeit von Leguminosen zur Fixierung von Luftsauerstoff mit Hilfe gentechnischer Methoden auf Getreidearten zu übertragen. Damit müsse der für den Ertrag entscheidende Stickstoffmineraldünger nicht mehr energieaufwändig synthetisiert werden. Leguminosen schaffen dieses Kunststück, indem sie an ihren Wurzeln Symbiosen mit Stickstoff sammelnden Bakterien eingehen, die dann die Pflanze und den Boden mit diesem essenziellen Element versorgen.

Doch auch nach dreißig Jahren ist es keinem geglückt, diese Eigenschaft in andere Pflanzenarten einzukreuzen. Heute wirbt Herr Brabeck für Gentechnologie mit dem Hinweis, solche Verfahren könnten die Folgen von Wasserknappheit und Klimawandel abschwächen. In einem Interview mit dem früheren Nestlé-Chef Helmut Maucher aus dem Jahre 1996 bekannte dieser: »Gentechnologie ist wichtig, dazu stehen wir.«

Da lobe ich mir doch die ZEIT, sie beschreibt in der Nr. 12/07 die Untersuchungen von Wissenschaftlern bei anderen Landbausystemen: Besonders im ökologischen Landbau ergäben sich enorme Einsparpotenziale beim Wasserverbrauch und beim Energieeinsatz, was wiederum einen verminderten Ausstoß an Treibhausgasen bedeutete.

Norbert Schott, Wiesenfelden

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.17 vom 19.04.2007, S.22
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