Klimawandel Die Klima-KriegeSeite 4/4

Kann man Getreide gegen Sonnenenergie tauschen?

Zusammen mit Großbritannien will Deutschland nun eine Vorreiterrolle übernehmen, um die Weltgemeinschaft für die sicherheitspolitischen Risiken des Klimawandels zu sensibilisieren. Das heiße zunächst einmal, so Fachleute aus dem Auswärtigen Amt, die afrikanischen Staaten davon zu überzeugen, dass es überhaupt um ein sicherheitspolitisches Thema gehe, das »gemeinsamer Präventionsmaßnahmen« bedürfe. Doch wie sollen die aussehen? Schulterzucken bei den Diplomaten. Gedanklich, heißt es, stehe man noch ganz am Anfang.

In einer durchaus weitsichtigen Studie spielte das Bundesumweltministerium vor fünf Jahren mit der Idee eines »Überlebenspakts« zwischen Nord und Süd: Europa könnte womöglich überschüssiges Getreide an Afrika liefern, Afrika im Gegenzug Sonnenenergie nach Norden fließen lassen, möglicherweise gespeichert in Form von Wasserstoff. Etwas zu konkrete Pläne für die gegenwärtige Phase vielleicht. »Was wir jetzt brauchen, sind Frühwarnsysteme, die uns anzeigen, wo sich welche Konflikte entwickeln«, heißt es vorsichtiger aus dem Auswärtigen Amt. Dies betreffe vor allem den Nahen Osten, wo die Wasserfrage schon bald zum politischen Streitfall werden könnte. Die Weltbank schätzt, dass das Trinkwasservolumen pro Kopf bis 2050 im Krisenbogen des Nahen und Mittleren Ostens um 50 Prozent zurückgehen wird.

Militärs beschwören derweil gern den Modebegriff der »vernetzten Sicherheit«, sprich: Soldaten, Entwicklungshelfer, Polizisten und THW-Ingenieure müssten zur Lösung derart vielschichtiger Konflikte an einem Strang ziehen – eine schöne Theorie, wo doch Geld, Mensch und Material bei den Streitkräften, vor allem bei der Bundeswehr, knapp sind.

Im Dezember will Außenminister Steinmeier in Berlin ein G8-Gipfeltreffen unter der Überschrift »Klimawandel und Sicherheit« organisieren. Eingeladen sind dazu auch Brasilien, Indien, Südafrika, Mexiko und China. Gerade Peking gilt als Problemkandidat im Bemühen um Klimasicherheit, und zwar nicht nur wegen des wachsenden CO₂-Ausstoßes des Riesenreiches und seines mangelnden Bewusstseins für die strategischen Rückkopplungen.

China spielt derzeit keine besonders rühmliche Rolle bei den internationalen Anstrengungen, in Afrika für mehr Good Governance, also effiziente Regierungen und Stabilität, zu sorgen. Angesichts seines rapide steigenden Bedarfs an Öl und Rohstoffen schert sich Peking nicht um Art und Qualität der Staatschefs, mit denen es Geschäfte macht. Diplomaten sprechen höflich von einer »Systemkonkurrenz in der Entwicklungspolitik«. Man könnte es auch anders nennen: ein Weltregierungskonflikt. Auch der dürfte sich weiter erhitzen.

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- Jochen Bittner bloggt über Terrorismus und Geheimdienste. »

 
Leser-Kommentare
  1. sind Trolle....

    • Anonym
    • 08.05.2007 um 19:02 Uhr

    Leute, das darf euch aber nicht passieren!

    '....und den Gletschern des Himalaya. Letztere sind so etwas wie der Wasserspeicher Asiens. Sie machen 15 Prozent der globalen Eismasse aus...'

    wohl eher 15% der Masse der Hochgebirgsgletscher.
    99% des eises befinden sich in antarktis und grönland.

  2. Beim Kippen des Klimas in eine Warmzeit - die letzte, das Tertiär, endete vor 2.5 Mio Jahren - würde sich das Problem der Megacities durch Überflutung von alleine lösen. Beim Abschmelzen aller Eismassen steigt der Meeresspiegel um 200 m und die Durchschnittstemperatur steigt um 20 Grad. Erdgeschichtlich gesehen sind Zeiten mit vereisten Polen die Ausnahme. Das Warten darauf könnte sich schon ein paar hundert Millionen Jahre hinziehen.

  3. Kampf um Lebensraum, hatte man das nichtschonmal, und was wird mit den Völkern die bei der Beherschung der Räume hinderlich sind, wie steht es um die gottgegebenen unveräusserlichen Rechte dieser Menschen, wie das Recht auf das Sein, und die Daseinserhaltung. Oder sind das dann alles Terroristen ?

    Und schon sind wir bei der aktuellen westlichen Politik.

  4. Die Nord-Afrikaner können sich die teuren Solarenergieanlagen gar nicht leisten. Und wenn wir die Anlagen bezahlen, werden die Nordafrikaner uns bald enteignen. Das wird genauso laufen wie bei den Öl-Förderanlagen. Allerdings waren die Öl-Förderanlagen im Vergleich zu Solarenergieanlagen extrem billig. Zudem werden islamische Terroristen die teuren und empfindlichen Anlagen bei jeder Gelegenheit zerstören. Solarenergie aus der Wüste, ist nur eine Idee für die USA, Indien und China, denn die haben eigene Wüsten. J.S.

  5. bald haben wir genug Wüste selbst, denn alle Wüsten sind das Ergebnis der Konfrontation von Zivilisationen die auf Ausbeutung und Gewalt Monokultur und Einfalt gegründet waren mit der Schöpung.

  6. und fragt: 'Wie geht es Dir?'. Gaia: 'Ich habe Mensch, aber Gott sei Dank bekomme ich schon Fieber, dann werde ich das Problem sicher bald los sein.'
    Betrachtet man die Erde als einen Superorganismus, dann sind menschen nichts weiter als eine Parasitose, derer sich dieser Organismus wehrt.
    Soll es zu einem symbiontischen Mitaeinander kommen, dann darf Mensch seinen Wirt erde nicht vernichten, sondern muss ihn hegen und pflegen.
    Welche Banalität.

  7. Bittner weiss es nun auch (endlich!): Zuviele Menschen. Und immer mehr jedes Jahr.

    Ihm ist es klar: Ausser zu verzweifeln kann Deutschland viel tun:
    1. Eine Konferenz organisieren. So dass allen nochmal erklaert wird, was sie schon allle wissen.
    2. Die Chinesen und Amerikanern zu ueberzeugen, was sie machen sollen.
    3. Klagen, dass alles zu wenig ist.

    Und was soll Deutschland wirklich selbst unternehemen? Oder Europa?
    Kommt das in dem naechsten Beitrag des Herrn Bittner?

    Die EU und Deutschland sind doch letzten Endes sehr klug und geben beinah nichts aus fuer das Militaer. Was sie hier sparen, wie werden sie dieses Geld anlegen?

    Oder soll man nur auf die Amerikaner warten, ehe man sich solche Gedanken macht?

    Und was wird, wenn die Amerikaner zum Herzen nehmen, dass der Kapitalismus, der den heutzutagigen Wohlstand uns beschert hat, sogar dort verschwunden ist, wie soviele ZEIT Redakteure und Leser es vorschlagen und sich wuenschen?

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