Porträt

Deutschlands Dividendenkönigin

Die Unternehmerin aus der Quandt-Dynastie ist wegen des Verkaufs der Altana Pharma in die Kritik geraten. Während die Mitarbeiter um ihren Job bangen, kassiert sie einen Rekordgewinn.

An diesem Freitag bekommt Susanne Hanna Ursula Klatten, geborene Quandt, die größte Dividendenzahlung, die jemals in Deutschland an einen einzelnen Aktionär gezahlt wurde – zwei Milliarden und 366 Millionen Euro. Um so viel Geld anzuhäufen, müsste man fünfeinhalb Jahre lang täglich eine Million im Lotto gewinnen. Die Dividende kommt von Altana, einer Aktiengesellschaft mit Sitz in Bad Homburg vor der Höhe, die Susanne Klatten seit 25 Jahren zur Hälfte gehört.

Der Konzern schwimmt in Geld, seit er seine Pharmasparte 2006 für 4,7 Milliarden Euro an die dänische Nycomed-Gruppe verkauft hat. Das neue Management hat kurz darauf angekündigt, jeden Zehnten der weltweit 12500 Arbeitsplätze abzubauen. Allein am Stammsitz in Konstanz sollen 790 Menschen gehen.Was die Sache anstößig macht: dass es dem Konstanzer Unternehmen keineswegs schlecht geht. Von Stagnation oder gar Verlusten kann noch nicht die Rede sein. Altana hat 2006 einen Gewinn von mehr als 750 Millionen Euro eingefahren – allerdings hapert es an der Forschung und dem Nachschub an neuen Medikamenten.

Das Ganze kommt einem vor, als bestätige sich das Bild vom bösen gewissenlosen Kapitalisten: Susanne Klatten und die anderen Aktionäre der Altana genehmigen sich in ihrer Hauptversammlung am Donnerstag dieser Woche eine Gewinnausschüttung in Rekordhöhe – und diejenigen, die das Geld erarbeitet haben, müssen um ihre Jobs bangen. Der Fall erregt. Doch nicht die dänischen Investoren stehen in der Kritik, sondern die deutschen Verkäufer. Neben der Mehrheitseigentümerin ist Chefmanager Nikolaus Schweickart ins moralische Zwielicht geraten. »Klatten und Schweickart haben die Firma rechtzeitig verkauft – und sich dadurch aus der Verantwortung gestohlen«, kommentierte die Süddeutsche Zeitung. Und die Börsen-Zeitung, jeder fundamentalen Kapitalismuskritik unverdächtig, schrieb über die Großaktionärin und ihre Gehilfen, sie hätten nach dem Motto gehandelt: »Nach uns die Sintflut.«

Sie ist die reichste Frau Deutschlands und sitzt bei BMW im Aufsichtsrat

Und was sagt Frau Klatten dazu? Nichts. Wie immer sagt sie nichts. Die Unternehmerin, die vergangene Woche ihren 45. Geburtstag feierte, gibt weder persönliche Erklärungen ab noch Interviews. Sie bleibt im Hintergrund. Mag ihre Mutter alljährlich Preise an Wirtschaftsjournalisten verleihen, die »das Wirken und die Bedeutung von Unternehmerpersönlichkeiten« beschrieben haben, Susanne Klatten lässt sich ungern in die Karten schauen.

Im öffentlichen Leben der Republik spielt sie so gut wie keine Rolle. Promipartys meidet sie konsequent. Undenkbar, dass sie bei einer Bambi-Verleihung im Publikum säße. Dabei hat sie als junge Frau bei dem Verleger Hubert Burda hospitiert, der den Bambi ausrichtet. Klatten muss sich und anderen nichts beweisen, sie ist unabhängig von Quoten und Wählerstimmen.Unabhängig in jeder Beziehung. Susanne Klatten ist die mit Abstand reichste Frau Deutschlands. Außer der Mehrheit der Altana, die als Chemiefirma mit Sitz in Wesel weiterbestehen wird, gehören ihr noch 12,5 Prozent der Stammaktien von BMW. Dieses Paket hat gegenwärtig einen Wert von 3,3 Milliarden Euro. Gemeinsam mit ihrem Bruder und ihrer Mutter besitzt Klatten darüber hinaus noch die Chipkartenfirma Datacard in Minnetonka im US-Bundesstaat Minnesota sowie einen Anteil an dem Smart-Card-Hersteller Gemalto in den Niederlanden. Das US-Magazin Forbes taxierte ihr Vermögen zuletzt auf sieben Milliarden Euro.

Ihren Reichtum verdankt sie ihrem Vater Herbert Quandt, der Ende der fünfziger Jahre BMW vor der Pleite gerettet und in den sechziger Jahren für den Wiederaufstieg des weißblauen Autoherstellers gesorgt hat. Und ihrem Großvater Günther Quandt – denn der hatte die Vorläuferfirma der Altana während der Nazizeit seinem Industrieimperium einverleibt. Die genauen Umstände der Übernahme sind nicht geklärt. Es handelte sich um eine Firma, die sich lange Zeit in jüdischem Besitz befunden hatte, sie war aber vermutlich schon »arisiert« – also enteignet – worden, bevor Quandt die Firma übernahm. Die entscheidende Sitzung über den Einstieg des Industriellen fand im Reichswirtschaftsministerium statt.

Susanne Klatten hat den Großvater nicht gekannt. Er ist schon acht Jahre tot, als sie 1962 geboren wird. Ihre Mutter war früher die Sekretärin Herbert Quandts und seit 1960 dessen dritte Ehefrau. Susanne wächst in einer Villa auf der Ellerhöhe oberhalb von Bad Homburg auf. Der Butler trägt weiße Handschuhe. Als 1971 der Handelsunternehmer Theo Albrecht entführt wird, gelten auch die Quandts als gefährdet – neben den Flicks sind sie damals die Reichsten in Deutschland. Susanne und ihr jüngerer Bruder werden von einem Fahrer zur Schule gebracht.

Die Sorge der Eltern um ihre Kinder ist nicht übertrieben. 1978 verhindert die Polizei nach einem Tipp aus der Unterwelt, dass eines der Quandt-Kinder entführt wird. Drei Männer hatten das Verbrechen vorbereitet, die Kripo findet in einer Wohnung Waffen, Betäubungsmittel und Fesseln. Herbert Quandt fürchtet sich aber nicht nur vor Entführern, sondern auch vor den Terroristen der RAF. Im Juli 1977 erschießt Christian Klar im nahen Oberursel den Chef der Dresdner Bank, Jürgen Ponto, mit dem Quandt auch privat verbunden ist.

Sie stellt sich ihrem gewaltigen Erbe, ein Jetset-Leben reizt sie nicht

Unbeschwerte Zeiten erlebt das Mädchen Susanne, wenn die Familie am Wochenende auf ihrem Reiterhof in Nordhessen ist. Die Sommerferien verbringen die Quandts auf ihrer Jacht Seebär, meist im Mittelmeer oder vor den Küsten Dänemarks. Ihr Vater ist seit früher Jugend halb blind, es fällt ihm schwer, mit den Kindern zu spielen.

Als Herbert Quandt überraschend mit 71 Jahren stirbt, ist Susanne Klatten 20 und in der Lehre. Sie erbt ein großes Vermögen, aber sie muss sich nicht darum kümmern. Der Vater hat alles genau vorbereitet und Testamentvollstrecker bestimmt. Quandt hatte hingenommen, dass Susanne ihre Lehre lieber in einer Frankfurter Werbeagentur machen wollte als in einer Bank, wie er es lieber gesehen hätte. Später studiert sie dann doch noch Betriebswirtschaft. Natürlich weiß sie, dass sie nie wird arbeiten müssen wie ihre Kommilitonen. Aber ein Jetset-Leben reizt sie nicht. Sie will sich dem Erbe stellen und bereitet sich sorgfältig darauf vor. Ihre Mutter ist ihr ein Vorbild. Johanna Quandt ist nach dem Tod ihres Mannes in den Aufsichtsrat von BMW und Altana eingezogen, statt sich völlig auf Vertraute und Berater zu verlassen.

Mit 31 Jahren zieht Klatten 1993 in den Aufsichtsrat von Altana ein. Damals hört sie zum ersten Mal von »Panto«, Pantoprazol, einem Magenmittel, das die Forscher in Konstanz entwickelt haben und das ein großer Wurf zu sein scheint. 1994 kommt es auf den Markt – und übertrifft alle Erwartungen. Altana verdient klotzig, der Kurs der Aktie steigt und steigt. Die Firma stellt laufend neue Mitarbeiter für Vertrieb und Forschung ein.

»Ich habe mich irrsinnig wohlgefühlt in dem Unternehmen«, sagt Betriebsratschef Rolf Benz, der seit 30 Jahren dabei ist. In den besten Zeiten gab es alle paar Wochen Einführungen für die neuen Mitarbeiter, jedes Mal waren es 80 bis 100 Leute. »Bis Ende 2005 waren wir alle auf Wolke sieben.« Doch dann muss der Konzern den Antrag auf Zulassung des neuen Medikaments Daxas zurückziehen, die klinischen Daten genügten nicht. Das ist fatal. Auf diesem Mittel gegen Atemwegserkrankungen hatten alle Hoffnungen geruht. Es sollte die Lücke füllen, wenn der Patentschutz für Pantoprazol 2009/2010 ausläuft.

Susanne Klatten steht vor der Entscheidung: noch mehr Geld in Forschung oder Lizenzen investieren oder aussteigen? Sie entscheidet sich für den Rückzug. Altana beauftragt die Investmentbank Goldman Sachs, einen Partner oder Käufer für die Pharmasparte zu suchen. 2006 wird die Firma an die viel kleinere Nycomed verkauft, die die Übernahme mit Schulden finanziert.

»Jetzt müssen wir unseren eigenen Verkauf finanzieren«, klagt Betriebsratschef Benz. »Das ist pervers.« Das neue Management will das Personal so schnell wie möglich verringern. Benz ist sicher, dass es das mit der früheren Großaktionärin nicht gegeben hätte. Aber genau deswegen habe die sich wohl auch verabschiedet. »Die Frau Klatten möchte nicht mit den Grausamkeiten verbunden werden«, sagt er. Der Arbeitnehmervertreter glaubt aber auch, dass ihr die Entscheidung zum Verkauf der Altana Pharma schwergefallen ist.

Susanne Klatten ist eine ernsthafte, nachdenkliche Person. »Sie macht es sich niemals leicht«, sagt eine, die sie schon sehr lange kennt. In der legendären Aufsichtsratssitzung von BMW im Februar 1999, in der Bernd Pischetsrieder als Konzernchef wegen des Rover-Debakels abgelöst wurde, kämpfte Klatten nach dem Bericht von Augenzeugen zeitweilig mit den Tränen. Bei Altana passierte ihr das jetzt wieder.

Wem sich eine der seltenen Gelegenheit bietet, Susanne Klatten persönlich zu treffen, der erlebt eine scheue, fast misstrauische Person, die sich in ihrer Haut nicht recht wohlzufühlen scheint. Sie verneint die Frage, ob sie ihr Erbe als Belastung empfunden habe (»Ich habe nie in dem Gefühl gelebt, da wartet ein Schuh auf mich, in den ich irgendwann hineinschlüpfen muss«), bekennt aber zugleich, eine »Verbundenheit mit der Geschichte der Familie« zu empfinden.

Seit 1996 ist sie die stellvertretende Vorsitzende des Altana-Aufsichtsrats. Aber als der damalige Chef des Gremiums einmal verhindert ist, überlässt sie einem Vertreter der Arbeitnehmer die Sitzungsleitung. Ergreift sie das Wort, geht es ihr schon mal darum, ob neue Medikamente wirklich sicher seien. Interesse zeigt sie außerdem für Personalfragen.

Susanne Klatten tritt bescheiden auf. Während die Vorstandsherren alle im Siebener-BMW fuhren, begnügte sich die Großaktionärin ostentativ mit einem Dreier. Bis auf Ohrclips und den Ehering trägt sie keinen Schmuck. Ihre ganze Haltung verrät Disziplin. Sie sieht sich als Unternehmerin in der vierten Generation und im Dienste einer großen Sache. Über das Engagement der Familie bei BMW sagte sie einmal: »Wir halten die Beteiligung nicht aus Ego-Gründen. Wir schaffen dort Ruhe, das wird geschätzt.«

Sie ist keine kalte Kapitalistin, aber will das Geld auch nicht teilen

Die Unternehmerin versteuert ihr Einkommen in Deutschland, aber sie nutzt die Gestaltungsmöglichkeiten. Oder besser: lässt nutzen. Um die Steuern auf die Rekorddividende zu minimieren, hat sie ihre Altana-Aktien kurzfristig in eine Kapitalgesellschaft eingebracht, die Skion GmbH.

Eine kalte Kapitalistin ist Klatten nicht. Die Unternehmerin engagiert sich seit Jahren in einer Stiftung, die den Namen ihres Vaters trägt und deren Kapital sie aufgestockt hat. Die Frage, wohin das Gemeinwesen steuert, beschäftigt sie. Ende April saß sie in Bad Homburg zwei Tage lang mit Wissenschaftlern wie Paul Nolte und Stefan Hradil zusammen, es ging um »Die Mitte als Motor der Gesellschaft«. Eine denkwürdige Veranstaltung. Denn während Klatten und Co über die Nöte der gesellschaftlichen Mitte im Allgemeinen diskutierten, erleben die Pharmaforscher in Konstanz die Bedrohung ganz konkret. Noch steht nicht fest, wer von dem Arbeitsplatzabbau betroffen sein wird. Also sind erst einmal alle verunsichert. »Die Leute wollen wissen: Kann ich bleiben, oder muss ich gehen?«, sagt Benz.

Vor Weihnachten lasen die Altana-Mitarbeiter in der Zeitung, was sich im rheinischen Monheim ereignet hatte. Die Familie Schwarz-Schütte hatte ihre Mehrheit an Schwarz Pharma für 1,4 Milliarden Euro an einen belgischen Konzern verkauft – und ließ die Mitarbeiter an dem Geldsegen teilhaben. Jeder der 4.500 Beschäftigten sollte als Dankeschön 10.000 Euro bekommen. In Konstanz fragen sich die Altana-Beschäftigten, ob sie nicht auch eine solche Erfolgsprämie verdient hätten. Betriebsrat Benz schreibt Susanne Klatten einen Brief. Ihr Referent meldet sich kurz darauf und vereinbart einen Telefontermin. »Da hat sie mir dann erklärt, dass die Belegschaft nichts bekommt«, berichtet Benz. Klatten habe das damit begründet, dass die Mitarbeiter in den vergangenen Jahren üppige Gewinnbeteiligungen erhalten hätten und dass sie mit dem Geld aus dem Verkauf unternehmerisch tätig bleibe. Wenn sie jetzt zahlen würde, erläuterte Susanne Klatten dem Betriebsrat dann noch, sähe das so aus, als habe sie »ein schlechtes Gewissen« bei dem Verkauf. Und das habe sie nicht.

Erbin aus der Quandt-Dynastie
Susanne Klatten wurde 1962 in Bad Homburg als Tochter des Industriellen Herbert Quandt und seiner dritten Ehefrau Johanna geboren. Als ihr Vater 1982 starb, erbte sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder Stefan Quandt die Kontrollmehrheit an BMW. Sie erhielt dabei weniger Aktien als ihr Bruder, bekam aber zum Ausgleich allein die Mehrheit an der Altana AG, einem Pharma- und Chemiekonzern, der 1982 aus einer weiteren Quandt-Firma, der Varta AG, herausgelöst worden war. Die Aktien des Batterieherstellers erbten Klattens ältere Halbgeschwister, die drei Kinder aus der zweiten Ehe Herbert Quandts. Nach dem Abitur 1981 lernte Susanne Klatten den Beruf der Werbekauffrau und studierte Betriebswirtschaftslehre an der University of Buckingham. Am International Management Development Institute in Lausanne machte sie 1988 einen MBA. Mit 31 Jahren zog sie 1993 in den Altana-Aufsichtsrat ein, seit 1997 gehört sie auch dem Aufsichtsrat von BMW an. Mit ihrem Ehemann Jan Klatten, einem Halbbruder des EM.TV-Chefs Werner Klatten, hat sie drei Kinder.

Zum Thema:
Personalabbau "nicht unethisch" - Der scheidende Chef der Altana AG, Nikolaus Schweickart, hält Personalanpassungen für einen normalen Bestandteil der Marktwirtschaft»

Ein Konzern wird zerlegt - Das Pharma- und Chemieunternehmen Altana sucht einen Partner für seine Pillensparte. Schwierig, wenn bald das wichtigste Patent ausläuft. Muss die Mehrheitseignerin aussteigen? (DIE ZEIT 21/2006) »

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Leser-Kommentare

    • 04.05.2007 um 14:18 Uhr

    2,366 Mrd. Euro sind aktuell 3,12 Promille des in Deutschland vorhandenen Giralgeldes im Sinne von M1. Die Geldmenge M1 in Deutschland teilen sich über 82 Millionen Menschen, und eine Susanne Klatten kassiert davon jetzt ganz alleine über 3 Promille. Millionen von Menschen in Deuschland knappsen Monat für Monat an ein paar Hundert Euro. Und die Politiker wundern sich, dass die Binnenkonjunktur immer mehr lahmt. Denn eine Susanne Klatten kann und wird das Geld nicht so ausgeben, dass es wieder in die Breite der Volkswirtschaft fließt.

    Rechnerisch verfügt in dieser Sekunde jeder Haushalt in Deutschland über 23.347 Euro (statistisch gesehen - also im Durchschnitt). Susanne Klatten vereinigt also mit ihrer Dividendenzahlung das Geld von über 100.000 Haushalten in ihrer eigenen Schatulle. Im klassischen Feudalismus sah das ganz ähnlich aus. Nur den modernen Feudalismus, den begreift bisher noch kaum einer.

    • 04.05.2007 um 20:10 Uhr
    • makus

    nennt mich neidig

    ich wünsche dieser frau den größt möglichen elend und schmerz denn es gibt.
    ich hoffe sie stirbt qualvoll

    solche menschen sind die wahren asozialen und nicht die hartz IV menschen die nicht arbeiten wollen.
    diese frau hat noch nie in ihren leben gearbeitet und weiß nicht was es heißt zu arbeiten oder sorgen, stress und kummer zu haben.

    ihre einzige qualifikation ist es die tocher quandt zu sein, sie kann nichts und sie weiß nichts

  1. Eine Entführung eines der Familienmitglieder würde sich bei dieser Familie echt lohnen. Die Mittel für ein üppiges Lösegeld sind überreichlich vorhanden. Dagegen sind Oetkers ja arme Leute. Also Leute: ran an den Speck!

    • 05.05.2007 um 1:51 Uhr
    • makus
    4. \N

    ich würde mich wirklich freuen wenn jemand aus ihrer familie entführt werden würde
    aber ob es sich für die entführer lohnen würde wage ich zu bezweifelen

    bei den aldi-gebrüdern mit 68Mrd EUR besitz hat man sich das auch gedacht letztendlich hat der entführer nichts gezahlt weil der alid bruder zu geizig und gerissen war

    • 05.05.2007 um 10:29 Uhr
    • jaso

    Wie so oft, staune ich über die Kommentare. Was hat die Frau falsch gemacht? Ihr wird Entführung, Tod usw. gewünscht: unglaublich.

    Dem Unternehmen ging es lange Zeit ausgezeichnet. Die Arbeiter hatten nicht nur eine Arbeit, sie wurden mit Gewinnausschüttungen beschenkt. Ein Unternehmen stellt Mitarbeiter ein, weil Bedarf besteht; es wirf Sonderprämien ab, wenn es dem Unternehmen am besten geht. Aber dieses Unternehmen dort kränkelt der Zeit und wird es noch eine ganze Weile. Entlassungen waren offensichtlich, da viele der Mitarbeiter zur Hochkonjunktur eingestellt wurden.

    Entlassungen, weil Teilbereiches der Unternehmens saniert werden müssen, weil das angestrebte Medikament unbrauchbar geworden ist.

    Dass sie geht und ihrem Anteil entsprechend eine Auszahlung haben möchte, ist nach so langer Zeit allzu verständlich. Wie geschrieben steht, hat ihr das Unternehmen zum Teil gehört.

    Die hier aktivierten Moralaposteln finde ich unheimlich. Jener Moralkapitalismus, der Mal um Mal in die eine Richtung schlägt, ist mir äußerst suspekt. Jene Gutmenschen machen es sich sehr einfach und verlieren, im internationalen oder historischen Vergleich. Die oft zitierten Vergleiche Reich-Arm, Essensschlacht-HungerInAfrika usw.

    Denn es wird leicht vergessen, dass diese Frau etwas leistete, was man anderen Vorständen nicht anrechnen kann. Sie war ja anscheinend für die Menschen da und hat sich um wichtige strategische Belange gekümmert. Das, obwohl sie anscheinend kein richtiges Interesse am Wirtschaftsmagnatdasein hatte oder hat. Sie war sehr lange Teil eines Unternehmens, das Menschen unterstützte. Dass sie irgendwann gehen mag, ist doch unvermeidlich.
    Mit Sicherheit wird ihr so genanntes Kapital wo anders Eingang finden. Menschen wie sie sitzen doch nicht auf ihren Gewinnen.

    Die Argumentation der anderen finde ich äußerst schwach.

  2. Immense Transaktionen machen deutlich, dass Arbeitnehmer nur ein Spielball sind. Sie haben diese riesigen Vermögen geschaffen, ihre Pflicht getan. Nun können sie gehen.
    Es geht nicht um diesen einen Verkauf. Wissen, das über Jahrzehnte in Deutschland teuer erworben wurde und in Produkte einfloss, wird einfach - weiss Gott wohin - verscherbelt, wodurch die Konkurrenzfähigkeit der Deutschen abnimmt. Die Fördergelder, Steuern, sind für die Katz. Die Frage ist, wie kann sich die Gemeinschaft dagegen wehren? Ist unsere Demokratie noch imstande, diese Auswüchse zu stoppen?

  3. ... auch wenn einige Kommentare ihr anderes unterstellen. Danke an jaso!!!

    Einige andere Kommentatoren lassen erkennen, dass diese vom Geldkreislauf nichts verstehen. Jaso hat völlig recht:

    1. Sie wird ihr Geld woanders reinvestieren, so dass es der gesamten Volkswirtschaft zur Verfügung steht (oder glaubt hier jemand noch an Dagobert Ducks Geldspeicher?)

    2. Natürlich könnte sie alles auf der Bank liegen lassen. Dann würde die Bank es als Kredit verleihen (Häuslebauer, Existenzgründer, etc.) Und diese Banken verleihen das Geld auch gerne an Heuschrecken (Raider)! Was Frau Klatten eben nicht ist!

    3. Oder unser Staat erhält alles und subventioniert weiter fröhlich ihre Lobbyisten, was den Standort Deutschland und unserer Wettbewerbsfähigkeit keinen deut weiterbringt (ganz im Gegenteil)

    4. Frau Klatten investiert (wie ihr Bruder auch) ihr Geld zum größten Teil in Deutschland, in Forschung und Entwicklung und genau das ist das entscheidend positive!

    5. Und wenn das Geld in den Händen einiger Kommentatoren hier liegen würde (die ihr so locker Tod und Entführung wünschen), möchte ich mir nicht vorstellen, zu welch weitere unmenschliche Handlungen diese Leute fähig sind.

    Dann doch viel lieber: Frau Klatten, übernehmen sie weiter!

    mfg bv

    • 05.05.2007 um 13:51 Uhr
    • Ruhrpottler

    Ich habe auch nichts gegen Frau Klatten oder gegen die Tatsache, dass eine Person ueber 7 Milliarden Euro verfuegt.
    Aber mit einigen Ihrer Aussagen kann ich mich nicht identifizieren.

    Zitat:'4. Frau Klatten investiert (wie ihr Bruder auch) ihr Geld zum größten Teil in Deutschland, in Forschung und Entwicklung und genau das ist das entscheidend positive!'

    Aha. Und warum hat sie dann Altana-Pharma verkauft ?
    Weil die hauseigene Pharma Forschung nicht mehr genuegend neue Produkte
    auf Lager hat.

    UND

    Zitat:' Dann doch viel lieber: Frau Klatten, übernehmen sie weiter!'

    Ich glaube, Sie sind vom Vermoegen der Frau Klatten geblendet, fast hin bis zur Anbetung.
    Wenn eine wichtige Medikamentenneuheit es nicht bis zur Zulassung schafft und ALTANA-Pharma daraufhin besser verkauft werden soll, dann ist das doch mangelnde Produktrisiko-Diversifikation seitens der Geschaeftsfuehrung inkl. Vorstand/Eigentuemer.

    Laufen Sie ruhig Frau Klatten und den sogenannten Spitzenmanagern
    ( Hartz,Pierer, Kleinfeld) hinterher, ich fuehre mein eigenes Leben.

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  • Von Rüdiger Jungbluth
  • Datum 9.3.2009 - 11:21 Uhr
  • Quelle DIE ZEIT, 03.05.2007 Nr. 19
  • Kommentare 25
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