Als der spanische Tänzer das Varietégirl kennenlernte, war er 18, sie 16 Jahre alt. Die Tradition seiner Familie reichte bis ins Mittelalter, sein Vater hatte schon vor Königen getanzt. Sie war von zu Hause ausgerissen, um ihrer ehrwürdigen englisch-irischen Schauspielerfamilie zu entkommen.

Die Tochter, die zwei Jahre später zur Welt kam, tanzte schon mit vier Jahren auf einer der ersten Bühnen des Landes. Mit acht trat sie regelmäßig im Familienunternehmen auf, mit 13 wurde sie Partnerin des Vaters. Da das Gesetz den Auftritt Minderjähriger an Orten, wo Alkohol ausgeschenkt wurde, nicht erlaubte, zog die Familie ins Nachbarland, wo Vergnügungsetablissements für Ausflügler blühten.

Mit gefärbten Haaren wurde das Kind eine Touristenattraktion, musste nach dem Auftritt jedoch in ihrer Garderobe bleiben, wo sie Süßigkeiten futterte und Heftromane las. An ihrem 16. Geburtstag erlaubte ihr eifersüchtiger Vater, dass sie sich mit einem Jungen verabredete, blieb aber die ganze Zeit am Nebentisch sitzen.

Begeistert war er jedoch, als sie einem Filmmenschen auffiel.

Sie war schüchtern, ihre Stimme war kaum zu hören, aber sie entwickelte »den brennenden Ehrgeiz, eine gute Schauspielerin zu werden, wie ihn nur eine dicke Siebzehnjährige haben kann«. Sie bekam Sprechunterricht und Schauspielunterricht und strampelte sich in wenigen Wochen den Babyspeck ab.

Mit 19 ging sie die Ehe mit einem Mann ein, älter als ihr Vater, der ihre Karriere in die Hand nahm: »Ich heiratete aus Liebe, er mich als Investition.« Dem Autohändler gelang es, ihr gegen einen Rabatt eine winzige Rolle zu verschaffen. Ohne zu murren, spielte sie als Statistin in B-Filmen, meist mit simuliertem exotischem Akzent. In einer schmerzhaften Prozedur veränderte sie ihren Haaransatz und färbte für eine Rolle ihre Haare um – auf diese Farbe sollte sie endgültig festgelegt bleiben.