Permafrost Einsackende AltbautenSeite 3/3
Während im Westen Skeptiker der These von der menschengemachten Erderwärmung mittlerweile als Einzelgänger am Rande der wissenschaftlichen Welt wahrgenommen werden, neigen viele russische Klimaforscher der These zu, die globale Erwärmung sei eine Folge vermehrter Sonneneinstrahlung und geologischer Zyklen. Trotz und Stolz schwingen bei manchen mit, da sie amerikanische Kollegen oft als marktschreierisch empfinden und mit neu erwachtem Patriotismus unbedingt ihre inhaltliche Eigenständigkeit beweisen möchten. Andere lesen bis heute kaum die internationalen Veröffentlichungen auf Englisch. Zudem lässt man sich von starken Temperaturschwankungen und Wetterkatastrophen in Sibirien schon lange nicht mehr nervös machen. Manche Experten sehen gar goldene Zeiten auf Russland zukommen: geringere Heizkosten, leichter gewinnbare Bodenschätze im arktischen Norden und eine ganzjährig befahrbare Schiffspassage durch das Eismeer.
Ihre bisherigen Beobachtungen, versichern die Permafrostforscher in Jakutsk, gäben kaum Anlass zur Sorge. Zwar ist ein Anstieg der Jahresdurchschnittstemperatur in Ostsibirien von minus zehn auf minus acht Grad in den vergangenen 25 Jahren zu verzeichnen. »Aber das ist eine Folge der veränderten Vermischung der Luftmassen«, erklärt Balobajew. »Es kommt mehr warme Luft als früher aus dem Westen hierher.« Er warnt vor Verallgemeinerungen, da die Phänomene widersprüchlich und kompliziert seien. So falle die allgemeine Erwärmung regional sehr unterschiedlich aus: in Zentraljakutien deutlich, an der Küste schwächer. »Bei der Untersuchung der Dynamik des Ufers«, sagt Grigorjew, »haben wir bisher keinen Zusammenhang mit der Erderwärmung gefunden. Allerdings schmilzt das Packeis stärker als früher.«
In den Randgebieten Westsibiriens komme es zu leichtem Abschmelzen des Permafrostbodens, und die Oberfläche taue im Sommer tiefer auf. Doch die Jakutsker Forscher schätzen den Anteil der Treibhausgase wie Methan, die verstärkt aus dem aufgetauten Permafrostboden durch bakterielle Zersetzung von Pflanzenresten freigesetzt werden, bisher als minimal ein. Sogar die dramatischen Zahlen aus Jakutsk über Bauschäden durch Zurückweichen des Permafrosts in tiefere Bodenschichten erscheint ihnen nicht als Menetekel. Zwischen 1990 und 1999 hat die Zahl der Gebäudeschäden durch ungleiches Absinken des Fundaments um 61 Prozent zugenommen. Unterirdische Naturgefrierkammern, wie sie fast alle Haushalte in Permafrostgebieten besitzen, sind in Jakutsk mittlerweile eine Rarität. Der Boden gefriert auch in drei Meter Tiefe nicht mehr dauerhaft. »Daran ist nicht die Erderwärmung schuld, sondern Baupfusch«, erklärt Balobajew.
Forschungsartikel auf Englisch werden gar nicht gelesen
Die oberste Regel jakutischer Bauingenieure sollte lauten: Der Dauerfrost muss gewahrt bleiben, um stabil zu tragen. Deshalb stehen moderne Gebäude hochbeinig auf Betonpfeilern. Dazwischen trägt die Luft die abgestrahlte Hauswärme davon. Zudem ist der Boden unter den Häusern im Sommer vor der Sonne geschützt und im Winter schneefrei, wodurch er kälter bleibt. Sechs Meter tief ruhen die Pfeiler normalerweise in der Erde. Übliche Betonfundamente beginnen im aufgetauten Sommerboden zu schwimmen und irgendwann zu kippen, traditionelle Holzhäuser sacken in ihrer Mitte, wo die meiste Wärme herrscht, tiefer in den Boden ein.
Doch die Erkenntnisse des Instituts scheitern häufig an der Ignoranz der Bauherren, an Sparsamkeit und schlechtem Material. »Lecks sind der Tod des Permafrosts«, sagt Balobajew. Aus maroden Kanalisationsrohren dringt Wasser, wärmt den Boden und hinterlässt beim Verdunsten Salz, das den Gefrierpunkt senkt. Wo das Wasser gefriert, dehnt es sich aus und zerstört die Stabilität des Grunds. Die Stadt versinkt langsam. »Das ist tatsächlich menschengemacht«, sagt Balobajew.
Sonst sei die Sonne klimabestimmend, und mehr noch die Ozeane, weil sie das meiste Kohlendioxid der Erde binden und bei wärmeren Temperaturen verstärkt abgeben. Hubberten kennt dieses Argument nur zu gut, und er winkt ab: »Die Meinung, die Klimaerwärmung sei natürlichen Ursprungs, ist in Russland noch verbreitet.« Es gebe in Jakutsk und in Moskau auch andere sehr fundierte Messreihen an Permafrostböden, die Balobajew ausblende. »Am anthropogenen Klimawandel gibt es keinen Zweifel.«
Doch Balobajew beharrt darauf, dass die Erwärmung in Sibirien eine natürliche Klimaschwankung sei, wie sie regelmäßig auftrete. »Wenn wir diese Periodizität auf die Zukunft projizieren, errechnen wir für 2060 eine Abkühlung der Jahresdurchschnittstemperatur um drei auf minus elf Grad«, verkündet er. In Westsibirien lasse sich bereits der Scheitelpunkt der Erwärmungskurve erkennen. Erst wenn diese Entwicklung nicht eintrifft, will auch Balobajew akzeptieren, dass die Menschheit an der Erderwärmung schuld sei. Vorerst gibt er sich zuversichtlich und prophezeit sogar: »In Wirklichkeit stehen wir am Beginn einer Kälteperiode.« So klingt der Berufsoptimismus eines Permafrostforschers.
Zum Thema
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Der Klimarat der Vereinten Nationen IPCC stellt in seinem dritten Bericht vor, wie die Erwärmung rechtzeitig aufgehalten werden soll»
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Der Schwerpunkt zur Klimaforschung»
Was kostet die Erderwärmung?Hintergründe zu den wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels»
- Datum 06.05.2007 - 12:02 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 03.05.2007 Nr. 19
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Obwohl in der Arktis kaum Menschen leben, gefährden die Menschen dennoch auch dort massiv die Tierwelt. Neben den Problemen der Überfischung des Nordatlantik wurden in den vergangenen Jahrhunderten auch viele Meeressäuger bis an den Rand der Ausrottung gejagt. Auch das durch die Klimaerwärmung schwindende Packeis erschwert den auf dem Eis lebenden Tieren zunehmend das Leben. Schlimmer jedoch als diese relativ langsame Veränderung der Umwelt ist die unmittelbare Bedrohung durch Umwletgifte. Weitere Bedrohungen für die arktische Fauna bedeuten Schiffslärm und Ölbohrungen. Insgesamt gelten zur Zeit über 40 arktische Tierarten als gefährdet.
Im Blog von Pielke jr. gab es vor einiger Zeit einen Bericht einer Forscherin, die über mehrere Jahre bei der Klimamodellierung mitgewirkt hatte. Sie führte aus, dass viele Modellierer selbst Probleme hätten, ihre eigenen Modelle zu verstehen, und dass man oft Schwierigkeiten hatte, zwischen der Realität der Natur und der virtuellen Realität der Modelle zu unterscheiden.
Noch zwei Bemerkungen :
Es gibt ein neues Papier in den Geophysical Reserch Letters : Hammel, H. B., and G. W. Lockwood, 2007. Suggestive correlations between the brightness of Neptune, solar variability, and Earth’s temperature, Geophysical Research Letters, 34, L08203, doi:10.1029/2006GL028764.
(google World Climate Report)
Die Forscher zeigen nach jahrelangen Untersuchungen einen verblüffend positiven Zusammenhang zwischen photometrischen Darstellungen der Helligkeit des Neptuns, Anomalien der Erdtemperaturen, Total Solar Irridiance, und Solar UV Flux proxy auf.
Offenbar sind die Annahmen der Klimamodellierer, die Sonne spiele keine Rolle bei der globalen Erwärmung, falsch. (Von 22 untersuchten Klimarechenmodelle berücksichtigen derzeit 20 einen Einfluss der Sonne überhaupt nicht).
In einem Interview mit Dr. Syun-Ichi Akasofu, former Director of the
International Arctic Research Center, dem wichtigsten Arktischen Forschungsinstiut, sieht der Interviewte derzeit keine Anomalien in der Arktis im Vergleich zu früheren Zuständen der Arktis. Dr. Akasofu hat an mehr als 400 wissenschaftlichen Untersuchungen mitgewirkt oder sie verantwortlich geleitet.
Dies bestärkt die Aussagen der russischen Forscher, die sich von der allgemeinen Panikmache nicht irritieren lassen und vor allem die Sonne als Hauptverursacher von Klimaveränderungen sehen.
Die russischen Forscher verfügen über eine Menge Daten, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, die aber trotzdem, oder gerade deswegen, von immenser Wichtigkeit sind.
Zusätzlich sind sie nicht in den angeblichen Konsens des von den westlichen Staaten finanzierten Wissenschaftsbetrieb eingebunden, wo abweichende Standpunkte sehr schnell zu Verlusten von Forschungsgeldern oder auch von Betätigungsfeldern bis hin zu Entlassungen führen.
Vor allem sind sie nicht davon überzeugt, wie es das IPCC und die Klimamodellierer behaupten, dass die Sonne bei globalen Temperaturveränderungen keine Rolle spielt.
Im Gegenteil, die Sonne spielt eine ausschlaggebende Rolle und wird das Klima in den kommenden Jahrzehnten wesentlich beeinflussen.
Die russischen Forscher, wie hier im Beitrag von Voswinkel beschrieben, sind offensichtlich der Meinung von Absudamatov. Selbst die NASA geht von einer Veränderung der Sonnenaktivität in den kommenden Jahrzehnten aus.
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Der Prozess der globalen Abkühlung beginnt, und zur Mitte des 21. Jahrhunderts werden wir geringere Temperaturen zu verzeichnen haben. Dies sagt Khabibulo Absudamatov, Direktor des „Russian Sciences Academy Observatory „.
Die Begründung der globalen Abkühlung liegt in einer Abnahme der Sonneneinstrahlung.
Wir hatten schon einmal eine Abkühlung gleichen Ausmaßes von 1645 bis 1705, als Grönland aufgegeben werden musste.
Analysen der Veränderungen der Sonneneinstrahlung, die das globale Klima beeinflussen zeigen, dass die Erde derzeit auf dem Gipfel einer natürlichen Erwärmungsprozesses sich befindet, mit der Abnahme der Sonnenstrahlung beginnen auch die globalen Temperaturen zu sinken.
Globalen Erwärmung, wie auch globale Abkühlung, ist keineswegs eine Anomalie, sondern ein natürlicher Prozesse.
Nach Angaben von Absudamatov wird die globale Abkühlung 2012 oder 2013 beginnen. Die Sonneneinstrahlung wird um das Jahr 2035 ihren Tiefpunkt erreichen, und 15 Jahre später ist eine tiefe Abkühlung der globalen Temperaturen zu erwarten.
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Eine solche Meinung oder sogar Äußerung könnte sich kein Forscher erlauben, der von der Finanzierung seiner Tätigkeit durch westliche staatliche Stellen abhängig ist.
Von daher sollten die Verhältnisse in Russland zumindest teilweise ein Maßstab sein.
Aber, wie Von Storch in einem Beitrag ausführt für ESPACE, einer Publikation der Berner Zeitung unter dem Titel :
Gekidnappt von der Politik
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Klimaforscher halten uns mit Klimaberichten in Atem und fordern zum Handeln auf
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Politisierte Wissenschaft
Die Öffentlichkeit hat den Eindruck, einer einhelligen Wissenschaft gegenüber zu stehen, die Aktion fordert – nicht nur von der Politik, sondern von jedem einzelnen. So scheint es. Aber es ist gar nicht «die Wissenschaft», die hier einfordert. Vielmehr rollt ein politischer Prozess ab – in dem Wissenschaftler allerdings wichtige Akteure sind. Denn wissenschaftliche Einsichten werden nicht nur präsentiert, sondern für Ziele eingesetzt
Unter den «Regierungsvertretern» (IPCC) waren politisch ausgewählte Wissenschaftler.
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Es hat ganz den Anschein, dass die russischen Forscher da größere Freiheiten haben und sich eine unabhängigere Meinung leisten können.
Gekidnappt von der Politik
Klimaforscher halten uns mit Klimaberichten in Atem und fordern zum Handeln auf. In einem Exklusivtext beschreibt der deutsche Klimaforscher Hans von Storch, wie weit die politische Instrumentalisierung schon gediehen und was dagegen zu tun ist.
werden von tierischen Lebewesen verursacht, in hohem Maße von Bodenbakterien. Nur 1,1 % sind 'menschengemacht'. Ergo sei es völlig wirrsinnig wenn Weltuntergangsproheten uns nun zur Reduzierung dieses Minianteils der „Treibhausgase' um 20% aufrufen. Selbst tausende von Wissenschaftlern hängen mit ihren Aussagen an einigen wenigen hochkomplexen Computerprogrammen, welche die Zukunftsprognosen errechen und die außer eine Handvoll Fachleute niemand versteht.
Diese (nicht verifizierte) These habe ich einmal in einem anderen Blog gelesen. Ich weiß nicht ob das stimmt, aber ich könnte es mir gut vorstellen. Die Aussage im Artikel, es gäbe 'westliche Modewellen', an denen neben dem Zeitgeist auch politische und wirtschaftliche Interessen sowie Forschungsgelder hängen, ist nicht von der Hand zu weisen. Man denke nur an all die verblichenen Weltuntergangsprohezeiungen, über die kaum noch jemand spricht wie Waldsterben, Ozonloch, Atomtod, Abbruch des Golfstroms, etc.
Vielleicht ist ein halb oder vollreligiös inspiriertes Weltengericht, welches uns in die Dunkelheit wirft und was wir uns allein durch unsere heutigen Sünden selbst zuzuschreiben haben, am Ende doch ein unbedingter Teil der menschlichen Psyche. Nur das Gewand der Hohepriester dieses Untergangs ist stets ein anderes...
Wer guten Willens ist und sich fundiert über die Kontroverse der wenigen CO2-Leugner mit dem Mainstream der Wissenschaft informieren will, sucht bei Wikipedia nach CO2, dann gibt es bei den Klimawirkungen einen Link zu 'Kontroverse'.
Die Russen haben keinen Grund zur Panik. Im Gegenteil: Der Lebensraum der Zukunft ist der Bereich des (aufgetauten) Permafrostbodens. Leider werden möglicherweise auch wir dort unseren neuen 'Lebensraum im Osten' finden, den unser Führer uns seinerzeit versprochen hat. Und unsere Landsleute aus Kasachstan, die Stalin dorthin verfrachtet hat, können uns von unserer zukünftigen Heimat schon mal berichten...
Den Kohlenstoffkreislauf nimmt man doch dachte ich in der Grundschule durch. Der Unterschied zwischen den 98,9% (woher die Zahl auch stammt) und dem Rest ist der, daß der erste in einen kurzfristigen Kreislauf eingebunden ist: Tiere atmen nur aus, was Pflanzen vorher assimiliert haben. Und der zweite nicht, weil er aus fossilen Quellen stammt und sich deshalb in der Atmosphäre ansammelt.
Waldsterben: Findet weiterhin statt. Wobei die politische Diskussion zu einer Reduktion der Schwefelemissionen geführt hat. Außerdem sind Teile der empfindlichen Baumarten bereits weggestorben.
Ozonloch: Hat dank der durch die politische Diskussion verbotenen FCKWs nichtmehr ganz seine Rekordgröße, ist aber auf einige Jahrzehnte immernoch zu groß.
Atomtod: Fahren Sie nach Tschernobyl und andere Unglücksorte und denken Sie dort über die Frage nach. Wie lange sind Sie geneigt sich dort freiwillig aufzuhalten?
Golfstrom: War immer mit einem Fragezeichen versehen, und das ist er auch heute noch.
Forschungsgelder: Für Forschung und Bildung müssen wir ganz offensichtlich mehr und nicht weniger ausgeben. Was mißfällt Ihnen daran?
Ich denke, hier spielt die Psyche einen Streich: Die Themen wurden nicht mehr so breit getreten. Das heißt nicht, daß sie verschwunden sind. Es heißt auch nicht, daß Sie es nicht hätten herausfinden können, wenn Sie nicht nur die Schlagzeilen gelesen hätten?
FR
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