Kino Jüdin mit blondiertem SchamhaarSeite 2/2

Die jüdische Swingsängerin Rachel (Clarice van Houten) stakst makellos gestylt durch den Film. Verhoevens antipsychologische Trauma-Logik verwandelt sie in die furchtlose Action-Heldin Ellis. Frisur und Schamhaar frisch blondiert (was der Film als fröhliche Kosmetikprozedur ausstellt), macht sie sich für ihre Gruppe an den örtlichen Nazi-SD-Chef heran. Sebastian Koch mit seinen herzförmigen Lippen mimt ihn als friedvollen Briefmarkensammler, der die Agentin in seinem Bett enttarnt und doch an der Liebe zu ihr festhält. Kochs Figur des »guten Nazis«, der Erschießungen verhindert und am Ende von einem Filbinger-ähnlichen General erschossen wird, sorgte in den Niederlanden für Erregung.

Vollends zwischen die Fronten geraten, wird Rachel für eine misslungene Befreiung von Widerständlern verantwortlich gemacht und wegen eines Notizbuchs, das die Kollaborateure enttarnt, erneut zur Flucht gezwungen. Nicht ohne morbide Komik die Szene, in der sie am Ende den wahren Bösen ausgerechnet unter einem Sargkreuz bezwingt. Hitler und Jesus sind Verhoevens kreative Reizfiguren. Als nächstes Projekt hat er einen Film über Christus angedroht.

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 14.05.2007 um 2:47 Uhr

    Schön geschrieben, doch mir fehlt das Kritische. Die Inhaltsbeschreibung muss gar nicht kürzer sein, aber ich hätte mir mehr Einordnung und Bewertung, kurz: mehr Kritik gewünscht.

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