Wo vor anderthalb Jahren noch Kreuze aus Aluminium standen, radeln jetzt wieder Arbeiter in Blaumännern vorbei. In die riesigen Hallen des Aluminiumwerkes in Hamburg-Finkenwerder kehrt das Leben zurück.

»Es geht weiter. Danke!«, prangt in dicken Buchstaben auf einem Schild, das über der angrenzenden Schnellstraße hängt.

Als einer der Ersten kehrte Ralf Plagge nach Finkenwerder zurück. Der 41-jährige Schichtführer war einer der wenigen, die nach der Schließung des Werks im Sommer 2005 einen neuen Arbeitsplatz gefunden hatten. Noch dazu einen gut bezahlten, bei Airbus. Dennoch habe er keine Sekunde gezögert, als er hörte, es gehe wieder los, sagt Plagge.

Schließlich hat er hier praktisch sein gesamtes Berufsleben verbracht, direkt nach dem Wehrdienst fing er als Hilfsarbeiter an und arbeitete sich in den folgenden Jahren Schritt für Schritt hoch. » Jetzt bist du wieder der alte Papa«, hat seine 15-jährige Tochter gesagt, als sie davon hörte. » Es war, als ob jemand den Vorhang weggezogen hätte und wieder Licht hereinließ«, sagt Plagge selbst.

Dieser jemand heißt Heinz-Peter Schlüter. Der 57-jährige Chef des Aluminiumunternehmens Trimet kaufte im vergangenen November die Hamburger Hütte, die die vorigen Eigner Norsk Hydro, Alcoa und Amag ein Jahr zuvor wegen zu hoher Stromkosten geschlossen hatten. Ein zweites Mal nach 1994 in Essen rettete der Düsseldorfer Mittelständler ein Werk vor dem Aus, das von internationalen Konzernen aufgegeben wurde.

Schlüter zeigt, dass am Standort Deutschland mit seinen hohen Löhnen und Energiepreisen doch etwas geht. Und dass in hart umkämpften Märkten soziales Unternehmertum nicht nur möglich ist sondern auch ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Im nächsten Jahr sollen hundert neue Arbeitsplätze dazukommen